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5.9.2010
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Deutsch: http://german.dct.ch
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Schweizerischer Bäckerei- und Konditorei-Personal-Verband


EXPORT-TAGUNG:
Schweizer Fleischprodukte auf dem Weg in die ausländischen Regale

Die Marktöffnung und der mögliche Freihandel mit der EU im Agrar- und Lebensmittelbereich drängen die Fleischbranche dazu, über die Landesgrenze hinauszublicken. Proviande beleuchtet zusammen mit Fachleuten die vielfältigen Aspekte und die Herausforderungen.
Beiträge im Archiv

15.3.2008 - Rubrik: Fleisch & Delikatessen
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SFF-Präsident Rolf Büttiker zur Kaninchenhaltung

In einem Interview spricht sich Fleischverband-Präsident und Ständerat Rolf Büttiker für eine Deklarationspflicht für Käfigkaninchenfleisch aus. Er ist auch der Meinung, dass tierische Lebensmittel aus dem Ausland denselben Standards wie Schweizer Fleisch genügen müssen.


Die Dokumentation über tierquälerische Kaninchenhaltung hilft den Schweizer Fleischproduzenten. Dies glaubt Rolf Büttiker, FDP-Ständerat und Präsident der Schweizer Fleisch-Fachverbände (SFF).

Herr Büttiker, welchen Eindruck haben Sie vom Käfigfleisch-Video von KAGfreiland?

Rolf Büttiker: Die Tiere haben klar zu wenig Platz, sie können weder in Streu liegen noch haben sie etwas zu Knabbern. Kaninchen brauchen ja ab und zu ein Rüebli oder eine Runkel. Zudem sind die Ställe ja reine Gitterkäfige ohne festen Boden.

Also entspricht diese Kaninchenmast nicht Ihren Vorstellungen von artgerechter Haltung?

Rolf Büttiker: Auf keinen Fall. Ich bin Parlamentarier und sorge dafür, dass das Schweizer Tierschutzgesetz eingehalten wird. Entsprechend bin ich auch der Meinung, dass tierische Lebensmittel aus dem Ausland denselben Standards genügen müssen wie unser Fleisch und unsere Eier. Sonst unterlaufen die Importe einfach unsere Gesetzgebung.

Wenn Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten solche Bilder sehen, befürchten Sie einen Imageschaden für Fleisch generell?

Rolf Büttiker: Im Gegenteil: Die Schweizer Bevölkerung kann sehr wohl zwischen inländischem und Importfleisch unterscheiden – dafür dient ja auch die obligatorische Herkunftsbezeichnung im Detailhandel und in der Gastronomie. Schweizer Kaninchenproduzenten haben mit Filmen wie diesem allen Grund, mit dem Finger auf die ausländische Konkurrenz zu zeigen. Dabei geht es auch, aber nicht nur um ethische Fragen. So zeigen wissenschaftliche Studien, dass Tiere, die bei der Schlachtung möglichst sanft und stressfrei behandelt werden, auch besseres Fleisch liefern.

Wer muss im vorliegenden Fall handeln?

Rolf Büttiker: Zum einen der Importeur, zum andern der betroffene Grossverteiler. Da haben offensichtlich die Kontrollen nicht funktioniert.

Und die Politik?

Rolf Büttiker: Vorausstellen möchte ich die Bemerkung, dass ich fast sicher bin, dass der besagte Betrieb nicht nur der Schweizer Gesetzgebung nicht entspricht, sondern auch in Italien die Paragrafen nicht einhält. Denn der EU-Tierschutz ist zwar mit unserem nicht identisch, aber zumeist gleichwertig.

Falls diese Kaninchenhaltung in der EU trotzdem legal wäre: Verbieten kann man solche Importe wohl aus handelspolitischen Gründen nicht. Aber wie bei Käfigeiern müsste es eine Deklarationspflicht geben, die den Konsumentinnen und Konsumenten klar macht, dass solches Kaninchenfleisch aus Käfighaltung stammt

Interview: Pieter Poldervaart (freier Journalist) für KAGfreiland geführt am 10. März

Manor stoppte den Verkauf von Käfig-Kaninchenfleisch.

Bereits am 12.3.08, dem ersten Tag der Kassensturzsendung gegen Käfig-Kaninchenfleisch hat KAGfreiland einen ersten Erfolg erzielt. Manor hat alles italienische Kaninchenfleisch per sofort aus den Läden zurückgezogen. Dies aufgrund des von KAGfreiland gedrehten Films (siehe www.kagfreiland.ch), der gestern im Kassensturz veröffentlicht wurde. Der Film zeigt, unter welch tierquälerischen Bedingungen für Manor Kaninchenfleisch in Italien produziert wurde. KAGfreiland dankt Manor für die schnelle und im Sinne des Tierwohls richtige Reaktion.

Zwischen der Manorspitze und KAGfreiland hat eine erste Besprechung stattgefunden. Dies im Anschluss an eine Protestaktion von 40 KAGfreiland-Freiwilligen vor dem Hauptsitz von Manor in Basel heute morgen. KAGfreiland und Manor werden den Dialog weiterführen. Das Ziel von KAGfreiland ist es, dass Manor in Zukunft sein Kaninchenfleisch nur noch aus tiergerechter Produktion bezieht, und dass die Kontrollen funktionieren.

KAGfreiland führt die Kampagne gegen Käfig-Kaninchenfleisch weiter. Der Film zeigt nur ein Beispiel. Er steht exemplarisch für die Mehrheit der ausländischen Kaninchenfleisch-Produktion. Als nächste Unternehmen sind Spar, Denner und TopCC im Fokus der Kampagne, denn diese führen weiterhin solches Quälfleisch im Sortiment.

KAGfreiland - schweizerische Nutztierschutz-Organisation über sich selbst

KAGfreiland ist eine gemeinnützige Nutztierschutz-Organisation. Seit 35 Jahren setzen wir uns mit eigenen Tierprojekten für die artgerechte Haltung von Nutztieren ein, führen Kampagnen gegen Tierquälereien durch und sind aktiv mit Öffentlichkeitsarbeit, in der Politik und im Markt. KAGfreiland ist zugleich das Bio-Label mit den schweizweit strengsten Richtlinien. KAGfreiland finanziert sich aus Mitgliederbeiträgen und Spenden. (Text: KAGfreiland)

Weiterlesen: Kassensturz kritisiert Kaninchenhaltung
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