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Woche der Zibelemärit-Bratwurst

Diese Woche eigent sich für einen Wurst-Wochen-Hit: Was den St. Gallern die Olma-und den Zürchern die Sechseläuten-Bratwurst, ist den Bernern die Zibelemärit-Bratwurst. Sie heisst nicht nur so, sondern wird wirklich mit Röst-Zwiebeln hergestellt.

von Foodaktuell Importer

Die Berner Zibelemärit-Bratwurst besitzt einen eigenen Charakter: Das Brät enthält gebratene Zwiebeln. Seit Jahren erlebt die 150 Gramm schwere Bratwurst steigende Beliebtheit in der ganzen Schweiz. Hergestellt wird die ungepökelte Brühwurst aus Schweine-, Rind- und Kalbfleisch und liegt somit geschmacklich zwischen den üblichen Schweins- und Kalbsbratwürsten. Aber sie schmeckt auch nach Röstzwiebeln.

Die alt eingesessene Berner Metzgerei Mérat+Cie hat das anpsruchsvolle Rezept entwickelt, und mehrere Berner Metzgereien stellen die Spezialität heute her. Mérat verkauft jedes Jahr mehrere Zehntausende davon und beliefert vor allem die Gastronomie. Aber Ende dieser Woche verschwindet die Zibelemärit-Bratwurst wieder vom Markt.

Rekord-Wurstdichte

Die Schweiz und vor allem die Deutschschweiz ist ein Wurstland. Pro Kopf konsumiert man hierzulande rund 6 Kilo Wurst pro Jahr. Kaum eine Region, ein Kanton oder Stadt die nicht ihre eigenen Wurstspezialitäten hat. Dass diese «Wurstdichte» mit rund 400 Sorten einzigartig ist, zeigt auch der Eingang ins Guinessbuch der Rekorde.

Während die Kreation der Zibelemärit-Bratwurst jüngeren Datums ist, liegen die Wurzeln des Zibelemärit selbst im 15. Jahrhundert. Am 14. Mai 1405 brach in Bern an der Brunngasse ein grosses Feuer aus, welches rund 650 Holzhäuser vernichtete. Alle umliegenden Städte leisteten Hilfe und sandten Helfer und Spenden. Besonders ins Zeug sollen sich die Freiburger gelegt haben.

Zum Dank für diese Hilfe durften die Freiburger fortan jeden Herbst ihre Zwiebeln in Bern verkaufen. So schön diese Geschichte auch ist: Es dürfte sich (mit Ausnahme des Stadtbrandes) um «Berner-Latein» handeln. Vermutlich ist der Zibelemärit das Relikt eines ursprünglich 14-tägigen Martini-Marktes. (Foto zvg).