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Fastfood ist nicht ungesund

Fastfood ist weder gesund noch ungesund und auch nicht schuld an Übergewicht. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) einen Bericht verfasst und letzte Woche veröffentlicht. Sie spricht von gesunden oder ungesunden Ernährungsweisen.

von Foodaktuell Importer

Der Bericht «Fast Food & Gesundheit» der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE liegt nun vor: Fastfood kann wie die meisten Lebensmittel weder gesund noch ungesund sein. Jedes Lebensmittel kann entsprechend der Lebensmittel-Pyramide Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein, sofern es im richtigen Mass verzehrt wird. Die SGE spricht aber von gesunder bzw ungesunder Ernährungsweise.

Lebensmittel-Pyramide:

Je weiter oben ein Lebensmittel steht, desto kleiner soll sein Anteil in der Kost sein.

Verschiedene Studien zeigen zwar, dass der regelmässige Ausserhaus- und Fastfood-Konsum mit gesundheitlichen Risiken wie Übergewicht einhergeht. Dies aber weil viel Fastfood mit einem insgesamt ungesunden Verhalten verknüpft ist. Jugendliche, die regelmässig zu Fastfood greifen, konsumieren auch mehr Süssigkeiten und Süssgetränke doch weniger Früchte und Gemüse.

150 kcal / 100 Gramm ist die sinnvolle Energiedichte

Andererseits führt der regelmässige Konsum energiedichter Nahrungsmittel zu einer Erhöhung der Energie- und Fettaufnahme. Die Energiedichte ist der Energiegehalt eines Nahrungsmittels pro 100 g. Ein ausgewogenes Gericht weist eine Energiedichte von rund 150 kcal/100 g auf. In diesem Bereich liegt z.B. ein Salatteller mit einem hohen Blattsalat- und Gemüseanteil. Klassischer Fastfood dagegen ist meistens energiedicht und liegt bei 200 bis 400 kcal/100 g. Eine ebenso hohe oder noch höhere Energiedichte weisen aber auch gewisse traditionelle Gerichte wie Bratwurst mit Rösti auf.

Schuld am Übergewicht?

Ob Fastfood Übergewicht verursacht, ist nicht bewiesen. Übergewicht lässt sich nicht allein auf Fastfood zurückführen, und man kann auch keine andern Nahrungsmittel- oder Getränkegruppen einzeln dafür verantwortlich machen. Nur zwei Faktoren erhöhen das Übergesichts-Risiko eindeutig: Zuwenig Bewegung und eine dauernde hohe Aufnahme energiedichter Nahrungsmittel.

Fastfood kann durchaus gesund sein. Beispiele: Birchermüesli oder Vollkorn-Sandwich mit Trockenfleisch. Aber auch gegen den gelegentlichen Konsum von Hamburgern & Co. (rund einmal pro Woche) ist nichts einzuwenden. Problematisch wird es nur, wenn sich jemand auf Dauer energie- und fettreich verpflegt.

Was heisst Fastfood?

Zum Fastfood zählt man normalerweise fleischlastige Angebote wie Hamburger oder Hot Dogs. Aber es gibt keine allgemeine Definition. In der öffentlichen Meinung gilt Fastfood als ungesund und wird oft mit Junk Food (wertloser Food, vor allem leere Kalorien) gleichgesetzt, was aber nicht dasselbe ist. Eine ernährungsphysiologische Abgrenzung ist schwierig.

Ausgewogen, schmackhaft und preiswert

Die SGE will nun mit der Schnellverpflegungs-Gastronomie zusammenarbeiten. Deren regelmässige Kunden sollen ihre Menüs zu einem angemessenen Preis ausgewogen gestalten können und sich vor Ort zu informieren, wie sich Fastfood in eine gesunde Ernährung integrieren lässt.

In der Schweiz ist der Fastfood-Markt zwar noch nicht so weit entwickelt wie in den USA, aber der Trend zeigt nach oben. Laut GastroSuisse macht zwar die Fastfood-Gastronomie (inkl. Take-away) erst drei Prozent des gesamten Gastgewerbe-Angebots aus, aber schon elf Prozent beim Essen.

Die SGE wird nun die Erkenntnisse in die Praxis umsetzen und Rezepte für sinnvoll zusammengesetzten Fastfood entwickeln, soweit möglich in Kooperation mit den Anbietern. Die Lösung liegt aber nicht nur darin, dass Fastfood ausgewogen sein soll. Er soll auch gut schmecken und zu angemessenem Preis verkauft werden.
Quelle: www.sge-ssn.ch

Schnell fooden heisst nicht unbedingt satt werden

Schnell ist bei Fastfood sowohl der Service wie auch – im Fall von fettreichen Speisen – die Energieaufnahme. Nicht unbedingt schnell oder nachhaltig ist jedoch die Sättigung. Hohe sättigende Wirkung haben weder Kohlenhydrate noch Fette sondern Proteine und Nahrungsfasern, wenn man gleich grosse Mengen vergleicht. Schnell zu konsumieren und ausserdem sättigend ist daher z.B. ein Sandwich aus dunklem Brot mit Trockenfleisch oder Viertelfettkäse und dazu eine Frucht oder ein Birchermüesli.