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Gutes Schoggi-Jahr 2004

Die Schweizer Schokoladeindustrie blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2004 zurück, hat heute die Chocosuisse berichtet. Die Verkäufe legten mengen- und wertmässig deutlich zu. Auf dem Inlandmarkt konnte der hitzebedingte Rückschlag des Jahres 2003 weitgehend wettgemacht werden. Stärker fiel die Zuwachsrate im Export aus, vor allem in einigen mitteleuropäischen Staaten sowie in den meisten Ländern Nord- und Südamerikas.

von Foodaktuell Importer

Export von Schweizer Schokolade nach A wie Alaska bis Z wie Zypern:

Bild: Peruanerin freut sich über einen Lindt-Osterhasen – der Goldhase im Land des Goldes.

Die achtzehn Schweizer Schokoladehersteller verkauften im Jahr 2004 gesamthaft 148’216 Tonnen Schokoladeprodukte, womit das Vorjahresergebnis um 6,1 % übertroffen wurde. Der wertmässige Branchenumsatz erhöhte sich gegenüber 2003 um 9,3 % und erreichte 1‘365 Mio. Franken. Bereits 52,9 % der Gesamtproduktion wurden im Ausland abgesetzt.

Der Schweizer Schokolademarkt erholte sich nach verhaltenem Beginn in den ersten Monaten sukzessive vom Rückschlag im Hitzejahr 2003. Die Inlandverkäufe der Schweizer Fabrikanten beliefen sich auf 69’845 Tonnen, was 2,3 % über dem Vorjahresergebnis liegt. Der wertmässige Umsatz erreichte 814 Mio. Franken (+6,8 %). Damit liegt die Branche allerdings immer noch deutlich hinter den Werten früherer Jahre.

Importe legten zu, Couverture-Verkäufe nahmen ab

Der Anteil der Importschokoladen am Inlandkonsum erhöhte sich zum vierten Mal in Folge und liegt nun bei 26,4 %. Aus dem Inlandverbrauch an Schokoladewaren von 86’537 Tonnen (inklusiv Importe, ohne Kakao- und Schokoladepulver) errechnet sich ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Konsum von 11,6 kg, aber inklusive Verkäufe an Touristen (2003: 11,3 kg). Eine erfreuliche Entwicklung gab es vor allem bei den Schokoladepralinés (+15,4 %) und im volumenstärksten Segment der Tafelschokoladen (+9,0 %).

Der Absatz von Riegeln und Stengeln sowie von Saisonartikeln für Ostern und Weihnachten stagnierte in etwa auf Vorjahresniveau. Die Nachfrage nach Halbfabrikaten wie Couverturen und Füllmassen für die gewerbliche und industrielle Weiterverarbeitung war hingegen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (- 5,6 %).

Praliné-Boom im Export

Die Aufwärtsentwicklung im Export setzte sich 2004 fort. Die Auslandverkäufe der Schweizer Hersteller erreichten 78’371 Tonnen, somit 9,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Die wertmässigen Umsätze konnten um 13,3 % auf 551 Mio. Franken gesteigert werden. Das grösste Wachstum verzeichnete erneut das Segment der Schokoladepralinés (+25,7 %), während sich die Tafeln als wichtigstes Exportprodukt dem Gesamttrend entsprechend (+10 %) entwickelten.

An der Spitze der über 130 Exportmärkte stand erneut Deutschland (20 % Exportanteil), vor Frankreich (11 %), Grossbritannien (11 %) und die USA (8 %). Besonders erfolgreich verkaufte sich Schweizer Schokolade in den meisten EU-Staaten sowie in den Ländern Nord- und Südamerikas.

Für das Jahr 2005 hofft die Branche im Inland auf stärkere Tourismusfrequenzen und auf weniger extreme Sommertemperaturen. Sie will mit ihren innovativen und qualitativ hochwertigen Produkten ihren Marktanteil am Inlandkonsum halten. Ferner setzt sie auf eine signifikante Steigerung der Exportverkäufe. Sie beurteilt dabei das seit dem 1. Februar 2005 geltende revidierte Freihandelsabkommen mit der EU als günstige Voraussetzung dafür.

Eckdaten der Schweizer Schokoladeindustrie

Anzahl Unternehmungen: 18

Anzahl Mitarbeitende: 4’390
– davon Frauen 2’019
– davon Männer 2’371

Verkäufe in Tonnen: 148’216
– davon Inland 69’845
– davon Ausland 78’371

Verkäufe in Mio. Franken: 1’365
– davon Inland 814
– davon Export 551

Wichtigste Exportmärkte (Anteil am Exportumsatz):
Deutschland 20 %
Vereinigtes Königreich 11 %
Frankreich 11 %
USA 8 %

Bedeutendste Produkte (Anteil an den Verkäufen):
– Tafeln 49,5 %
– Kleinformate 5,7 %
– Schokoladekonfiserie 23,0 %
– Halbfabrikate (inkl. Pulver) 16,9 %
– übrige 4,8 %

Quelle: Chocosuisse

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