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Naturaplan-Kalb-Programm

Coop hat kürzlich ein Naturaplan Kalb-Programm lanciert, das in Partnerschaft mit dem Schweizer Tierschutz STS entwickelt wurde. Die Richtlinien gehen über das gesetzliche Niveau hinaus und setzen bei Tierhaltung, Fütterung und Auslauf strenge Massstäbe. Gleichzeitig soll dank einem neuartigen System der tierärztlichen Betreuung der Medikamenteneinsatz minimiert werden.

von Foodaktuell Importer

Kalbfleisch ist zwar ein Nischenprodukt, kam aber wegen zu wenig artgerechter Tierhaltung und übermässigem Medikamenteneinsatz immer wieder in Verruf. Mit den neuen Richtlinien bietet Coop nun auch für Kälber ein Tierhaltungsprogramm mit regelmässigem Auslauf an. Bemerkenswert sind laut dem Schweizer Tierschutz STS die Präventivmassnahmen bei der Tiergesundheit.

Bei der gängigen Tierhaltung erkranken die Kälber aufgrund häufiger Transporte, fehlendem Auslauf oder wenig artgerechter Haltung und Ernährung oft und müssen mit Antibiotika behandelt werden. Im Naturaplan-Programm sorgt das neuartige System der bestandestierärztlichen Betreuung dafür, dass die Kälber gesund bleiben.

Naturaplan-Ställe funktionieren nach dem so genannten „Rein-raus-System“. Dieses sieht vor, dass alle Kälber einer Mastgruppe gleichzeitig eingestallt und dabei durch einen Bestandestierarzt auf Krankheiten untersucht werden. Dies erübrigt laut Ernst Ackle, Landwirt in Herznach AG, die übliche präventive Behandlung der gesamten Herde und reduziert Medikamenteneinsatz.

Ausserdem macht sich diese Tierhaltung auch finanziell bezahlt. Dem höheren Aufwand bei Haltung und Auslauf stehen kleinere Medikamentenkosten und höhere Erträge gegenüber. Neben den Präventivmassnahmen sind grosszügiger Auslauf, mit Stroh eingestreute Liegeflächen und artgerechte Fütterung weitere Eckpfeiler des neuen Naturaplan Kalb-Programms.

Naturaplan Kälber können jederzeit und uneingeschränkt an die frische Luft und verfügen über mehr als doppelt so viel Auslauffläche wie das Tierschutzgesetz verlangt. Ausserdem haben sie jederzeit Zugang zu frischem Wasser und Heu und bekommen sehr viel Vollmilch und Milchnebenprodukte wie Butter- oder Magermilch. Dies wirkt sich auf die sensorische Qualität des Fleisches aus. Der uneingeschränkte Zugang zu Heu führt zu einem leicht rötlichen Fleisch (Bilder).

Mit dem Naturaplan-Programm reagiert Coop auch auf die zunehmende Spezialisierung in der Milchproduktion. Das Interesse der Kälbermäster ist gross – bereits musste der Grossverteiler interessierte Produzenten vertrösten. Insgesamt führt Coop unter der Kompetenzmarke Naturaplan mehr als 1’800 Artikel und erzielte 2004 damit einen Umsatz von mehr als 1,1 Milliarde Franken.

Quellen:

Text: Coop. Bilder: Proviande

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