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Kein Aprilscherz: Liebeskummer-Pillen

Die Süsswarenbranche ist besonders innovativ. Aber Vorsicht: Nicht alle Produkte sind verkehrsfähig in der Schweiz. Mitunter sind gerade die besonders interessanten illegal.

von Foodaktuell Importer

Nicht als Aprilscherz gemeint sind diese Liebeskummer-Pillen, gesehen an der internationalen Süsswarenmesse in Köln (aber nicht am Stand des Apothekervereins). Die Firma «Liebeskummerpillen GbR» meint es ernst und verkauft auch Lampenfieber-Pillen sowie Herzklopfen-Tropfen.

Die Werbung verspricht Einiges: «Gegen Liebeskummer helfen Schokolinsen. Mitgeliefert wird ein witziger Ratgeber mit Liebeskummer-Test. Als Mutmacher vor Prüfungen oder Vorträgen dienen die Lampenfieberpillen. Zu diesen energiespendenden Traubenzucker-Dragees gibt es einen witzigen Beipackzettel voll nützlicher Tipps. Weingummi-Drops sind als Herzklopfentropfen ein süsser Zuneigungsbeweis: zum Beflügeln und Anbändeln».

Wie fest muss man daran glauben, damit die Schokolinsen wieder Schmetterlinge in den Bauch zurückzaubern? Die Firma erwähnt jedenfalls keine Geld-zurück-Garantie bei Nicht-Erfolg. Und bevor man diese Scherzkekse in der Schweiz in Verkehr bringt, sollte man dem zuständigen Kantonslabor ein Muster schicken. Oder der Swissmedic, wenn man findet, Liebeskummer sei eine Krankheit. Zum Vergleich: Schlaflosigkeit beispielsweise gilt tatsächlich als Krankheit: Siehe
Verbot der Nachtmilch

Spass beiseite: Man kann Kakao, Zucker und vor allem Schokolade tatsächlich als «Soul Food» bezeichnen. Der deutsche Lebensmittelchemiker Udo Pollmer beschrieb in seinem wissenschaftlich fundierten Buch «Prost Mahlzeit» einige pharmakologische Wirkungen dieser «Drogen». Ausserdem gibt es gesunde Wirkungen bei dunkler Schokolade.

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