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Neu: Rosen-Pralinés

Eine Woche vor dem Muttertag hat die Luzerner Confiserie Bachmann Rosenpralinés lanciert: sie sind dezent mit Rosenblüten-Essenz aromatisiert, und vor allem: Das Design auf der Praliné-Oberfläche und der Schachtel stammt von der bekannten Blumenkünstlerin Ilona Hug – eine clevere Marketingstrategie (Co-Branding). Die Kreateure verraten Einiges über Rezept und Herstellmethode.

von Foodaktuell Importer

Die Rose in Bild und Duft ist das Hauptmotiv der neusten Innovation der Confiserie Bachmann. Aber keine Nebensache ist die Schokolade:

Verwendet wird die offiziell weltbeste Couverture sprich die langzeit-conchierte «Grand cru Maracaibo clasificado» von «Max Felchlin», eine reinsortige Edelkakao-Couverture aus Venezuela-Kakao.
(siehe Max Felchlin).

Der «Grand cru»-Schriftzug ist der einzige Text auf der Schachtel-Oberseite: Erklärungen stehen hinten oder in der beiliegenden Broschüre.

Aber da man diese Exklusivität ja nur in Bachmann-Shops kaufen kann (oder übers Internet bestellen), vermutet der Kunde wohl richtig: Der Inhalt muss ein Praliné sein. Dass es nicht so stark wie Eau-de-Toilette riecht, ist gewollt: Der Rosenduft muss sehr dezent sein, sonst irritiert er. Ungeübte Degustatoren schmecken vor allem die fruchtige «Maracaibo» mit ihrem hohen Kakaoanteil von 65 Prozent.

Die Zutatendeklaration der Rosenpralinés fehlt auf der Verpackung, aber Juliane Wölke, Dekorateurin der Confiserie Bachmann und Konditor-Weltmeisterin 1999, gibt gern Auskunft: Die Füllung besteht aus einer sehr zarten dunklen Frischrahm-Canache. Diese wird nicht wie in Grossproduktionen üblich in Schokolade-Hohlkörper gespritzt sondern in traditioneller Handwerksmanier ausgestrichen, gekühlt und zu Würfeln geschnitten.

Dass die «Bachmänner und -frauen» eine zarte Canache auf diese Weise verarbeiten können, zeugt von hohem Können. Die Würfel werden in Couverture trempiert und wiederum nicht -wie in der Industrie üblich – von einer Überzugsmaschine überzogen. Dadurch erhalten sie leicht gewellte Ränder, welche die handwerkliche Herstellung manifestieren. Ausserdem besitzen sie einen sehr dünnen Überzug: Es ist kein doppelter wie dies der Fall wäre bei Hohlkörpern, die ja meistens nochmals überzogen werden.

Ein weiterer Clou ist das rot-weisse Rosenbild auf der Praliné-Oberfläche, das aus gefärbtem Kakaobutter besteht. Mit dieser modernen Dekor-Methode kann man die sonst langweilig braunen Schoggi-Produkte in attraktive bunte Schmuckstücke verwandeln. Firmen wie Bombasei und Chocoprint offerieren dazu vorgefertigte Abzieh-Folien, aber Bachmann verwendet eine massgeschneiderte.

In der Designerschachtel, an welcher die Künstlerin ihre Tantième verdient, liegt der Preis für hundert Gramm bei 14.40 Franken. Bestünde sie aus einem etwas stabilerem Karton oder Metall (wie etwa Geschenk-Biscuitsdosen von Kambly), könnte sie den Kunden eine langfristige Zweitnutzung bieten. Das Produkt wird nicht nur für den Muttertag sondern ganzjährig produziert. «Es verkauft sich sehr gut und kommt geschmacklich sehr gut an», berichtet Geschäftsleiter Raymond Bachmann. Die deklarierte Haltbarkeit beträgt vierzehn Tage.