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Jetzt Schweizer Erdbeeren

In der Schweiz setzen die Beeren-Züchter den Geschmack an erste Stelle. Und der Anbau wird professioneller. Welche Sorten sind die besten?

von Foodaktuell Importer

Die Temperaturen steigen und damit reifen auch die Schweizer Erdbeeren. Unter Tunnel hat die Ernte bereits vor einigen Tagen begonnen. Anfang Juni wird die Menge an Schweizer Erdbeeren rasant ansteigen. Trotz dem wechselhaften und eher kühlen Wetter sehen die Kulturen prächtig aus, berichtet der Schweizer Obstverband SOV.

In der Schweiz setzen die Beeren-Züchter den Geschmack an erste Stelle. Und der Beerenanbau wird professioneller. Viele Verbesserungen kommen der Qualität zugut.
Die Hauptsaison wird im Monat Juni stattfinden, doch dank neuen Produktionsmethoden kann die Königin der Beeren bis in den Herbst aus inländischer Produktion genossen werden (allerdings in der Randsaison zu einem wesentlich höheren Preis).

Gourmetbetriebe greifen erst zu, wenn Schweizer Erdbeeren auf den Markt gelangen. Im Gegensatz zu den importierten werden die hiesigen essreif gepflückt, kommen frischer auf den Markt und sind viel aromatischer. Reto Neuweiler, Beerenspezialist der Eidg. Foschungsanstalt Wädenswil: «Neue Schweizer Sorten werden aufgrund des Geschmacks ausgewählt, erst an zweiter Stelle kommt der Flächenertrag. Bei der Grösse zielt man auf mittlere Kaliber». Im Gegensatz dazu spielen in Exportländern Haltbarkeit und Transportfähigkeit eine grosse Rolle, dafür macht man Kompromisse bei der Qualität.

Hauptsorte Elsanta

Die Schweizer Erdbeer-Hauptsorte «Elsanta» ist aromatisch, intensiv rot und hat eine regelmässige Form. Der Handel schätzt sie dank der guten Haltbarkeit, im Anbau ist sie allerdings krankheitsanfällig. Zurück gegangen sind die Sorten «Elvira» und die geschmacklich schwache «Marmolada». Auf dem Vormarsch ist dagegen die hocharomatische und festfleischige «Darselect». Sehr aromatisch sind Walderdbeeren, die «man zwar züchten kann», so Neuweiler, «aber ihren Geschmack auf Gartenerdbeeren zu übertragen ist schwierig».

Wer auf dem Wochenmarkt einkauft, kann «die Sorte Lambada suchen», rät der Experte, «geschmacklich top, zart schmelzend und kleinwüchsig. Ähnlich die sehr aromatische aber schlecht haltbare Spätsorte Pedrina: Der Handel meidet sie, weil ihre dunkelrote Farbe den Eindruck von Überreife erweckt. Die Bauern vermarkten die Rarität daher direkt.


Wie gut schmecken Hors-sol-Beeren?

Der Anbau wird in der Schweiz immer professioneller: Einige Produzenten machen gute Erfahrungen mit Substrat-Kulturen (Bild, früher «Hors-sol» genannt) wie der Thurgauer Bauer Anton Wieland in Märstetten:

Seine Erdbeeren wachsen im Plastiktunnel im bewässerten Kompost-Substrat. «Dadurch sind wir kontinuierlich lieferbereit», so Wieland. Aber wie steht es mit dem Geschmack? «Bei idealem Wetter wird die Qualität im Freiland ein wenig besser», räumt Wieland ein. Aber wie oft herrscht schon ideales Beerenwetter.

Auch Neuweiler bestätigt: «im Durchschnitt ist der Substrat-Anbau im Tunnel nicht schlechter. Ob Tunnel-Stauden im Boden oder Substrat wachsen, hat kaum Einfluss auf die Qualität».


Aromakiller bei Erdbeeren

Die Schweizer Produzenten haben in den letzten Jahren neue aromatische Erdbee-Sorten gepflanzt und professionalisieren den Anbau. Die meisten pflanzen heute einjährige Erdbeer-Kulturen, die zwar mehr kosten, aber bessere Qualität und weniger Krankheitsprobleme ergeben. Einige Profis verwenden sogar einjährige Himbeerkulturen. Der Geschmack hängt von der Sorte und der so genannten Temperatursumme beim Wachstum ab: jeder warme Tag fördert die Zuckerbildung.

Auch das Wetter spielt eine Rolle: Frost, Regen aber auch Hitze schaden der Qualität. Ist es während mehrerer Tage 30° heiss, reifen Beeren zu schnell und bilden zu wenig Zucker. Den intensivsten Geschmack entwickeln Erdbeeren bei bedecktem Himmel und leichtem Regen zwischendurch. «Ideal sind Temperaturen von 20° bis 25°», so Neuweiler, «darüber wachsen die Erdbeeren kleiner und bringen weniger Ertrag». Aber einer Hitzewelle stehen die Bauern machtlos gegenüber».