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Soziale Kritik am Nestlé-Geschäft mit Perrier

Heute im Tamedia-Magazin: An der Quelle. Nestlé verdient bald eine Milliarde nur mit Wasser. Ein Weinbauer erzählt die Geschichte von Perrier aus seiner Sicht.

von Foodaktuell Importer

Tagsüber trinke ich Wasser und verkaufe Wein, abends trinke ich Wein und predige Wasser.

Im Jahr 2003, nachdem Nestlé wieder mehr Geld in Werbung und Marketing gesteckt hatte, zog der Perrier-Verkauf wieder an: 840 Millionen gegenüber 680 Millionen vor vier Jahren. Und gleichzeitig kündigte Nestle den vierten Sozialplan an, weitere vierhundert Stellen sollten abgebaut werden.

Im Moment strebt Nestlé an, seine Mineralwassermarken in Frankreich, Perrier, Evian, Vittel und Contrex, in einzelne Filialen aufzulösen: nichts als ein weiterer Versuch, den Einfluss der Gewerkschaft zu schwächen.

Aber Wasser gehört allen. Wasser darf man niemandem verweigern. Wasser hat eine Moral.

Ist Wasser ein Menschenrecht oder eine private Handelsware? Darf man Wasser als blosses Renditeobjekt betrachten, ohne Rücksicht auf soziale und gesellschaftliche Bedingungen? (Tamedia-Magazin 4. Juni 2005)