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Ferkel-Kastration

Morgen Dienstag wird der Nationalrat im Rahmen der Revision des Tierschutzgesetzes im Art. 42a über ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration diskutieren.

von Foodaktuell Importer

Der Bundesrat wollte nichts wissen von der betäubungslosen Ferkelkastration. Anders der Ständerat, der im Herbst 2004 ein Verbot auf 1.1.2009 (mit max. zwei Jahren Aufschub) beschlossen hat. Die vorberatende Kommission des Nationalrates beantragt nun: «Grundsätzlich ist die chirurgische Kastration von Ferkeln ohne Schmerzausschaltung ab 1. Januar 2009 verboten.»

kagfreiland, die schweizerische Nutztierschutz-Organisation, erinnert daran, dass in der Schweiz jährlich 1,3 Millionen männliche Ferkel – ohne Betäubung – kastriert werden. Bis zum beabsichtigten Verbot müssten noch 4,5 Millionen Tiere diese qualvolle Prozedur über sich ergehen lassen. Das Schwein ist die einzige Tierart, bei der die Kastration noch ohne Betäubung vorgenommen werden darf.

Kastriert wird, weil Eberfleisch einen typischen Ebergeruch enthalten kann. Das trifft aber nur auf 10 bis 15% der Tiere zu. kagfreiland hat mehrmals aufgezeigt, dass es praxistaugliche Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration gibt: Ebermast oder Kastration unter Gasnarkose.

Alternative: Ebermast

Die tierfreundlichste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration ist: gar keine Kastration, also Ebermast. Mit dem Projekt «Eber statt Kastraten» belegt kagfreiland, dass gutes Schweine-fleisch auch ohne Kastration produziert werden kann. Das einwandfreie Eberfleisch gelangt in den Frischfleischkanal, aus dem geruchsbelasteten Eberfleisch werden Trockenprodukte wie Salsiz, Bauernschüblig, Coppa oder Schinkenspeck hergestellt – ohne Ebergeruch. Alle Nationalratsmitglieder wurden mit einem Müsterli aus Eber-Bauernschüblig bedient.

Alternative: Gasnarkose

Die aus Tierschutzsicht zweitbeste Alternative ist die Kastration unter Gasnarkose. Auch sie funktioniert. Werden die Schweine unter Gasnarkose kastriert, verteuerte sich ein 200 Gramm schweres Schweinsschnitzel um 4 Rappen.

Definitives Verbot auf 1.1.2009

kagfreiland ermuntert den Nationalrat, ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration im Tierschutzgesetz festzuschreiben. Die praxistauglichen Alternativen zeigen, dass ein Verbot auf 1.1.2009 sehr wohl möglich ist. Sehr störend am Text der Nationalratskommission ist das Wort «grundsätzlich». Das lässt eine Hintertüre offen, das Verbot auf 1.1.2009 doch nicht umzusetzen. Das Wort «grundsätzlich» ist darum zu streichen. (Pressemitteilung kagfreiland)