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Verbesserter Nutztierschutz

Heute hat der Nationalrat das neue Tierschutzgesetz zu Ende beraten. Die Nutztierschutz-Organisation «kagfreiland» kommentiert seine Entscheide.

von Foodaktuell Importer

«kagfreiland» freut sich, dass der Nationalrat gegenüber Bundesrat und Ständerat im Bereich Nutztiere Verbesserungen beschlossen hat: Deklaration von Nahrungsmitteln tierischer Produktion, zeitliche Beschränkung von Tiertransporten, Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 1.1.2009.

Unverständlich sei, schreibt kagfreiland in einer Pressemitteilung, dass es der Nationalrat abgelehnt hat, den Auslauf im Freien für Kühe, Schweine und Hühner wenigstens bei Neu- und Erweiterungsbauten zur Pflicht zu erklären. Wird den Tieren dieses Grundbedürfnis verwehrt, kann nicht von artgerechter Tierhaltung gesprochen werden.

Bedauerlich ist, dass der Nationalrat dem weit verbreiteten Einsatz von überzüchteten Nutztieren keinen Riegel geschoben hat, und dass das ethisch inakzeptable Töten von Millionen Küken weiterhin erlaubt ist.

«Wenn man bedenkt, dass das neue Tierschutzgesetz wieder für 20 Jahre gültig sein wird, dann kann man heute nicht von einem grossen Wurf sprechen», kommentierte kagfreiland-Geschäftsleiter Roman Weibel. Die Beschlüsse des Nationalrates brächten zwar Verbesserungen gegenüber der Version von Bundes- und Ständerat. «Doch als das alte Tierschutzgesetz vor über 25 Jahren beschlossen wurde, bezeichnete man es damals zu Recht als fortschrittlich. Das heutige Gesetz verdient dieses Attribut leider nicht mehr»

Das Beispiel Tiertransporte zeigt es. Der Beschluss des Nationalrates, die Transportdauer auf 6 Stunden ab Verladeplatz zu beschränken, ist mutlos – 6 Stunden in der kleinen Schweiz! Die EU ist daran, die maximale Transportdauer auf 8 Stunden zu vollziehen. Und kagfreiland-Tiere werden schon heute maximal 1 Stunde transportiert.

Übereinstimmung herrschte in beiden Räten, die betäubungslose Ferkelkastration zu verbieten. Denn es existieren praxistaugliche Alternativen: Ebermast und Gasnarkose. Das seit mehreren Jahren laufende Projekt von kagfreiland «Eber statt Kastraten» hat seine Wirkung erzielt. Mit der Ebermast zeigt kagfreiland, dass sich gutes Schweinefleisch auch ohne Kastration produzieren lässt. Und mit der Gasnarkose steht eine zweite praxistaugliche Alternative zur Verfügung.

Voraussichtlich in der Herbstsession findet die Differenzbereinigung zwischen National- und Ständerat statt. kagfreiland wird sich dafür einsetzen, dass wenigstens die nationalrätlichen Beschlüsse überleben werden. Die Befürchtung besteht allerdings, dass der Ständerat die Deklarationspflicht wieder aus dem Gesetz zu kippen versucht. (Pressemitteilung kagfreiland)