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«Emmentaler Switzerland»-Verkäufe erholen sich

An der gestrigen Delegiertenversammlung konnte die Sortenorganisation «Emmentaler Switzerland» (ES) über eine positive Marktentwicklung berichten. Die Talsohle beim Emmentaler scheint überwunden.

von Foodaktuell Importer

Tiefe Lagerbestände, das neu ins Leben gerufene Gremium für die Mengenbewirtschaftung und die
Prognosen für die Absatzmärkte deuten auf eine Stabilisierung beim wichtigsten
Schweizer Agrar-Exportgut hin. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage
hat sich nach Auffassung der ES bei rund 32’000 Tonnen Emmentaler Switzerland pro
Jahr eingependelt.

Beim Rückblick auf das letzte Jahr stellte der Präsident Dr. Jürg Simon fest, dass trotz
ausländischer Einsprachen und der damit verbundenen Verzögerung das Projekt Emmentaler
AOC erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Nachdem das Bundesamt für Landwirtschaft die
Einsprachen gegen Emmentaler AOC abgewiesen und die Eintragung gutgeheissen hat, liegt
das Dossier nun bei der Rekurskommission des EVD, welche über die ausländischen Rekurse
entscheiden muss.

Der Entscheid sollte noch im 2005 fallen, danach sind Rekurse ans
Bundesgericht wahrscheinlich. Der definitive Entscheid des Bundesgerichts würde im Verlauf
des Jahres 2006 erwartet. Die Branche hat derweil einen überzeugenden Konsens gefunden
und Emmentaler Switzerland hat die Normen des Pflichtenhefts bereits auf privatrechtlicher
Basis eingeführt und für die Mitglieder verbindlich erklärt.

Gemäss Arthur Fasel, Geschäftsleiter der ES, hat das frühere Modell ausgedient, wo der
Emmentaler als Überlaufbecken und Milchentsorger der Nation herhalten musste. Die nötige
Strukturbereinigung sei weitgehend abgeschlossen, die Überkapazitäten abgebaut und die
Lager auf tiefem Niveau stabilisiert. Der Emmentaler Switzerland sei ein qualitativ hoch
stehendes, traditionell hergestelltes Naturprodukt und fit für die Zukunft.

Zusammen mit der erwarteten AOC-Registrierung sind die Voraussetzungen für eine positive
Entwicklung gegeben. Die Nachfrage auf den inländischen und ausländischen Märkten nach dem Original Emmentaler Switzerland ist vorhanden und der Käsekonsum ist in etlichen
Ländern wieder am Steigen, so dass jährlich rund 32’000 Tonnen Emmentaler Switzerland
hergestellt und verkauft werden können.

Die Bewirtschaftung der Produktionsmenge wird
künftig von einem neu eingesetzten Gremium koordiniert und mit den Handelsfirmen
abgesprochen.
Emmentaler ist der meistproduzierte Schweizer Käse, mit einem Exportanteil von über 70%,
womit knapp die Hälfte aller schweizerischen Käseexporte auf das Konto des Emmentalers
gehen. Der «König der Käse» ist weiterhin das bedeutendste Agrarexportprodukt der Schweiz.

Um international auch zukünftig erfolgreich zu sein, hält die ES an der Strategie der
Qualitätsführerschaft fest und will sich nicht in den Preiskampf mit Imitaten und anderen
industriell hergestellten Grosslochkäsen im Billigsegment einlassen. Die absolute Topleistung
bei der Qualität wurde im vergangenen Jahr bei zahlreichen nationalen und internationalen
Wettbewerben eindrücklich unter Beweis gestellt. Der Emmentaler Switzerland belegte
durchwegs die ersten Ränge und der Weltmeistertitel ging ins Emmental zu Anton Wyss aus
Mutten bei Signau. (Medienmitteilung «Emmentaler Switzerland»)