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“Silofrei” als Werbeargument für Milchprodukte?

Ob Milch aus Betrieben mit oder ohne Silagefütterung stammt, ist geschmacklich kaum wahrnehmbar. Aber Milch von "Silagekühen" neigt zu ungünstiger Fettqualität.

von Foodaktuell Importer

Die Eidgenössische Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft (ALP) untersuchte Milchproben, die mit oder ohne Silage fütterten. Im Sommer wurden Mais- oder Mais/Grassilagen und im Winter Mais/Grassilagen plus Rüben oder Rübenschnitzel verfüttert.

Deutlich wurden die Fett-, Eiweiss-, Laktose- und Gesamt-Stickstoff Gehalte sowie der Gefrierpunkt durch die Jahreszeit beeinflusst. Von den untersuchten Vitaminen lagen im Sommer die Werte für A, E und B1 deutlich höher und für B6 tiefer. Aber fütterungsbedingte Unterschiede gab es dabei nicht. Auch wiesen die Gehalte der Milch an Fett und Eiweiss sowie Gefrierpunkt und Stickstofffraktion keine signifikanten fütterungsbedingten Unterschiede auf.

Die Zusammensetzung des Milchfetts war zwar stark saisonal beeinflusst, aber auch die Silagefütterung bewirkte in der Tendenz mehr unerwünschte gesättigte Fettsäuren und weniger erwünschte konjugierte Linol- (CLA) und Omega-3-Fettsäuren. Die Palmintingehalte lagen höher und die einfach ungesättigten Fettsäuren wie z. B. Ölsäure niedriger, so dass das Milchfett etwas härter war.

Die Milch von “Silagekühen” wies höhere Gehalte an freien Fettsäuren (FFS) auf und schien daher anfälliger für Fett schädigende Einflüsse zu sein. Der Grund: Mechanische Belastungen der Milch schädigen die Fettkügelchen, die dann durch milcheigene Lipase negativ verändert werden. Diese enzymatische Beeinflussung, die sich durch FFS-Messung bestimmen lässt, bewirkt Geschmacksfehler in Milch und Milchprodukten, Verluste bei der Fettseparation in Zentrifugen sowie verkürzte Lagerungszeit.

Ein Fütterungseinfluss auf die Keimgehalte der Milch war nur im Winter nachzuweisen und betraf vermehrt unerwünschte Buttersäurebazillen-Sporen bei Silagefütterung. (Quelle: aid)