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Kaffeekonsum

Wer trinkt wo welchen Kaffee? Der deutsche Kaffeeverband hat kürzlich Marktfoschungszahlen publiziert. In den letzten Jahren war in ganz Westeuropa ein überproportionales Wachstum des Ausser-Haus-Kaffeeverbrauchs (AV) im Vergleich zum Haushaltsverbrauch (HV) zu verzeichnen.

von Foodaktuell Importer

Die Anteile des Kaffeekonsums im Ausserhaus (AV)-Bereich erreichen in den grossen nordeuropäischen Märkten zwischen 18 und 25% des Gesamtverbrauches (Bild: Café Steinmann in Thun). In den südeuropäischen Ländern mit einer langen Kaffeebar-Tradition liegen die Anteile des AV-Marktes höher: bei 28% in Italien, rund 48% in Spanien und geschätzten 80% in Portugal. Im Durchschnitt von Westeuropa liegt der AV-Konsum bei 25%.


87% der über 15jährigen deutschen Bevölkerung trinken Kaffee. 67% tun es regelmässig, 20% gelegentlich. Nur 13% verzichten gänzlich darauf. Das ergab eine repräsentative Studie des Instituts für Markt, Meinungs- und Absatzforschung (Dr. E. Bruckert) Ende 2002. Dazu einige Anmerkungen:


Obwohl bei Frauen und Männern der Anteil der Kaffeetrinker gleich hoch ist, gehört der weibliche Teil der Bevölkerung zu den regelmässigeren Geniessern mit 68% im Vergleich zu 66%. Die Altersgruppe der 35 – 54jährigen bekennt sich zu 92% als Kaffeetrinker. 74% sind regelmässige Konsumenten. Bei den 15 – 34jährigen sind es nur 80%, die zum Kaffee greifen. Übertroffen werden sie von den 55 plus-jährigen, die zu 87% Kaffee trinken.


Die Verbrauchsschwerpunkte liegen beim Frühstück und am Nachmittag. Allerdings hat der Nachmittagskaffee in den letzten Jahren generell an Beliebtheit verloren.


Die Kaffeetrinker geniessen ihr Getränk zu folgenden Tageszeiten:

14% vor dem ersten Frühstück

82% zum ersten Frühstück

25% vormittags

16% zum oder nach dem Mittagessen

64% nachmittags

8% zum oder nach dem Abendessen

4% am späten Abend oder nachts


Die Basis des Kaffeekonsums ist das eigene Zuhause


Neun von zehn Kaffeetrinkern geniessen ihren Kaffee in den eigenen vier Wänden. Mit weitem Abstand folgt dann der Kaffeeverzehr bei der Arbeit. Sowohl bei den 15 – 34jährigen als auch bei den 35 – 54jährigen hat sich der Kaffeekonsum zuhause und bei der Arbeit in den letzten Jahren verringert.


An folgenden Orten geniessen die Kaffeetrinker ihren Muntermacher:

91% zuhause

25% bei der Arbeit

4% im Restaurant, etc.

2% am Ausschank/in der Bäckerei

7% zu Gast

2% woanders
2% in der Kaffee-Bar (Bild: Cave in Blue in Murten, Baristameisterin Ottavia Coduti)



Im aushäusigen Bereich ergibt sich folgende Struktur:

19% des Kaffeekonsums erfolgt bei der Arbeit

3% in der Gaststätte

2% im Coffee Shop/Kaffee-Bar, der Bäckerei

2% woanders



Es muss nicht immer Bohnenkaffee sein: Auf die Frage, welche Kaffeearten sie trinken würden, lauteten die Antworten wie folgt:

91 % trinken Bohnenkaffee

9% löslichen Kaffee

8% lösliche Kaffeegetränke

5% frisch zubereitete Kaffeespezialitäten wie Cappuccino

2% Espresso


Junge Leute präferieren den löslichen Kaffee und die frisch zubereiteten Kaffeespezialitäten im Vergleich zu den anderen Jahrgängen. Frauen entwickeln im Vergleich eine grössere Zuneigung zu den löslichen Kaffeegetränken. Im Durchschnitt werden in Deutschland 3,5 Tassen Kaffee täglich getrunken. Die 15 – 34jährigen kommen heute auf 3,3 Tassen, die 55 plus-jährigen liegen bei 3,4 Tassen. Der Konsum der Letztgenannten blieb vergleichsweise am stabilsten.


Nicht nur Kaffee


Die Untersuchung des Marktforschungs-lnstituts erfasste auch den Konsum diverser anderer Getränke. Bemerkenswert ist dabei, dass junge Menschen einen deutlich ausgeprägteren Konsum bei Cola-Getränken und Limonaden aufweisen. Ältere Menschen konsumieren überproportional Kräuter- und Früchtetees sowie Mineralwasser. Während Frauen mehr Interesse an Mineralwasser, Fruchtsäften sowie Kräuter- und Früchtetees haben, liegen Männer bei Bier und Cola vorn.


Marktvolumen


Es gibt keine exakten Methoden, den Ausser-Haus-Verbrauch von Kaffee statistisch zu erfassen. Nach Einschätzungen der Marktforscher in den grossen Kaffeefirmen dürfte der Anteil am Gesamtabsatz von Röstkaffee bei etwa 25% liegen.


Der Absatz von Röstkaffeepackungen, die ausschliesslich für den Grossverbrauch produziert wurden, betrug im Jahr 2004 56.000 Tonnen. Hier war in den letzten Jahren ein klarer positiver Trend im Mengenwachstum zu verzeichnen. Ein weiterer Teil des Ausser- Haus-Verbrauchs wird jedoch auch auf der Basis von Haushaltspackungen gedeckt. Über diese Mengen liegen keine Zahlen vor, es lässt sich jedoch vermuten, dass es sich um ein ähnliches Volumen wie bei den Grossverbraucherpackungen handelt.


Eine schon etwas länger zurückliegende verbandsinterne Erhebung hatte ergeben, dass der Absatz an die Gastronomie mehr als ein Drittel des AV-Geschäftes ausmacht. Ein knappes Drittel entfiel auf den Absatz in Gemeinschaftsverpflegungsbetrieben. Rund ein Fünftel wurde vom Fachgrosshandel oder Zustellgrosshandel bestritten. Der Rest entfiel auf den Bereich Operating, also dem Automatenbereich, und auf den Bürokaffeeservice. Löslicher Kaffee und lösliche Kaffeegetränke ergänzen das Ausser-Haus-Angebot.

Quelle: Broschüre «Ausserhaus-Verbrauch von Kaffee» des deutschen Kaffee-Verbandes