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Köstlichkeiten an der Gourmesse

An der elften Zürcher Geniessermesse «Gourmesse 2005» waren wieder edle und rare Delikatessen zu finden. Fotoreportage.

von Foodaktuell Importer


Hersteller und Händler an der Geniessermesse «Gourmesse» in Zürich brillierten wiederum mit kreativen und neuen Produkten, die einem Gourmet-Restaurant oder Gourmetshop-Sortiment gut anstehen. Beispiele in mehreren Fotoreportagen. Zweiter Teil: Vom Goldmedaillen-Olivenöl bis zum brasilianischen Tigerwels.

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Di Bennardo, Zürich: Sizilianisches Olivenöl: Gewinner der Goldenen Olive 2004, Kategorie intensiv, Publikumsfavorit der Gourmesse 2002. Frisch, fruchtig, leicht scharf. Neuheit von Giovanni di Bennardo (Bild): Buch und Hörspiel-CD «La Cucina di Bennardo»: Kochbuch und sizilianische Geschichten, erscheint Mitte November (eignet sich auch als Weihnachtsgeschenk für gute Kunden). Ferner: Aceto Balsamico di Modena tradizionale, zwei Goldmedaillen, über dreissig Jahre gereift. Ein Deziliter kostet stolze 190 Franken, dafür erhält man dazu eine handgezogene Murano-Glaspipette zwecks sparsamem Gebrauch: edle Balsamessige dosiert man wie Aromakonzentrate tröpfchenweise auf die Speisen (oder Vanilleglace).

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Blattmann Trading GmbH, Lenzburg: Neu: Tigerwels vom Amazonas, ein magerer Hautfisch ohne Gräte aus Zucht (bald mit Biozertifikat). Tiefgekühlt ohne Eisglasur und einzeln vakuumiert. Für alle Zubereitungsarten geeignet. Die Firma Blattmann will ausserdem den Lachs, der in den letzten Jahren zum «Huhn des Meeres» verkam, wieder als Delikatesse positionieren. Ihr schottischer Zuchtlachs wird in der Räucherei «Loch Fyne» verarbeitet: sehr milder Rauch- und Salzgeschmack, feste Konsistenz. Gezüchtet im «Loch Duart» mit dem «Freedom Food Label». «Loch» ist das schottische Wort für «See» – in Schottland gibt es mehr «Löcher» als im Emmentaler Käse.

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«La Maison du Canard», Bern: Terrine aus Entenstopfleber von Frankreich. Firmen-Inhaber Werner Kunz ist sich der Kritik von Tierschützern bewusst und betont, dass sein Lieferant «ein Kleinbetrieb mit traditioneller Produktion ist. Er verwendet keine «Pistolen» sondern Trichter und stopft die Freiland-Enten von Hand je nach ihrem Aufnahmevermögen. Sie werden erst zwei Wochen vor dem Schlachten gestopft». So oder so nehmen sie dann fünfmal mehr Nahrung auf als ungestopfte. «Entenleber ist prägnanter als Gänseleber», so Kunz, «und ausserdem günstiger».

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Wädi-Brau-Huus, Wädenswil: Neu: Ur-Pils, ein dreifach gehopftes und daher herbes, schaumstarkes Bio-Altbier, eher für Liebhaber als EinsteigerInnen. Fünf Prozent Alkohol. Mit «Ur» ist das Rezept gemeint. Weitere Spezialitäten: Ur-Weizen-Bier und Hanfbier (zur Freude der Kifferszene, auch wenn keine THC-Droge drin ist). Die Wädi-Brauerei besitzt übrigens eine fahrbare Stör-Brauerei und offeriert Selber-Brau-Seminare vom Einmaischen bis zur Theorie-Lektion.

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Milorad Simic, Mitarbeiter beim Zürcher Comestibler Braschler, gewann die Schweizer Meisternschaft im Austern-Öffnen: Er bezwang dreissig harte Schalentiere in viereinhalb Minuten mit dem scharfen Messer (ohne sich in den Finger zu schneiden). Der erste Preis ist für ihn ebenso eine Herausforderung wie eine Freude: Er darf die Schweiz an der Austern-WM in Irland vertreten.

Weiterlesen:

Erster Teil: Von Austern bis Rohmilch-Weichkäse an der Gourmesse 2005