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«Regionaler Beck»

Die Fachschule Richemont steht in den Startlöchern mit dem Gütesiegel «Naturel» für gewerbliche Bäckereien, das für Regionalität, Qualität und Handwerk steht. Und im Mai dieses Jahres hat die Firma Pistor ein ähnliches Markenzeichen lanciert: «Regionaler Beck». Was nützt und kostet dieses? Patrick Wicki, Leiter Marketing Services von Pistor, gab «foodaktuell» ein Interview.

von Foodaktuell Importer

Die Auflagen für das Markenzeichen «Regionaler Beck» beschränken sich vor allem auf die Regionalität und das Handwerk. Und Pistor verlangt, dass ein Teilnehmer wirklich eine regionale Bäckerei mit Eigenleistung ist und nicht nur eine Backstation. Ausserdem muss er Pistor-Kunde sein.

Kosten entstehen dem Betrieb dabei nicht, und Pistor bietet gratis Werbematerial an wie eine Konsumentenbroschüre, Verpackungsmaterial und Türkleber. Ferner können die Konsumenten auf der Pistor-Website «www.regionalerbeck.ch» Hausspezialitäten und Adressen der teilnehmenden Bäckereien in ihrer Region einsehen.

Bereits Tausend Bäckereien verwenden das Markenzeichen und 500 weitere haben das Werbest bestellt. Pistor plant, mindestens 2000 Betriebe zu motivieren. Dies entspricht fast dem vollen SBKV-Mitgliederbestand. Patrick Wicki (Bild), Leiter Marketing Services von Pistor, beantwortete «foodaktuell» Fragen:


«foodaktuell»: Was bietet und verlangt das Label «regionaler Beck» verglichen mit dem Gütesiegel «Naurel»?

Patrick Wicki: Es ist kein Label sondern eher ein Markenzeichen. Es bietet den gewerblichen und regional operierenden Bäckereien Unterstützung im Marktauftritt, vor allem bei individuellen Spezialitäten. Wir wollen den Bäckereien mit einfachen Mitteln bei der Verkaufsförderung helfen. Die Voraussetzung: Das Kernsortiment muss handwerklich im eigenen Haus produziert sein und der Vertrieb regional geschehen.

«foodaktuell»: Wie wird dies kontrolliert?


Patrick Wicki: Der Pistor-Aussendienst überprüft informell, ob der Teilnehmer wirklich eine regionale Bäckerei mit Eigenleistung ist und nicht nur eine Backstation.

«foodaktuell»: Wenn nur die Kriterien «regional» und «handwerklich» erfüllt sein müssen, könnten sich auch Migros-Hausbäckereien qualifizieren, welche die gewerblichen Bäckereien direkt konkurrenzieren.


Patrick Wicki: Migros-Bäckereien sind nicht wirklich regional sondern national organisiert und verwenden überregionale Standardrezepte. Ein gewerblicher Bäcker dagegen stellt individuelle Spezialitäten nach seinen eigenen Rezepten her. Oder vielleicht stammen sie von seinem Grossvater.

«foodaktuell»: Aber für die Konsumenten zählt die Qualität mehr als die Regionalität.


Patrick Wicki: Qualität ist relativ, aber die Handwerks-Qualität ist tendenziell besser als die industrielle. Und ein regionaler Betrieb geht auf die Kundenbedürfnisse besser ein und trifft den lokalen Kunden-Geschmack.

«foodaktuell»: Nach welchen Kriterien soll ein Betrieb entscheiden, ob er beim «regionalen Beck» oder bei «Naturel» mitmacht?


Patrick Wicki: Er kann bei beiden mitmachen, es besteht kein Konkurrenzverhältnis. Der «regionale Beck» ist eher eine Dachmarke und «Naturel» eine Zusatz-Variante wie etwa «bio».

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