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Siegreiche Jungbäckerinnen

Am nationalen Bäcker-Berufswettkampf in der Luzerner Fachschule Richemont am 23.11. eroberten Frauen alle drei ersten Ränge. Kein Wunder: 58 Prozent der Lernenden sind weiblich. Aber auch bei der männlichen Konkurrenz war das Niveau hoch. Richemont-Direktor Walter Boesch betonte, Schweizer Bäcker stünden seit Jahren europaweit an erster Stelle. Aber Kaspar Sutter, Präsident des Bäcker- und Konditorenmeister-Verbandes SBKV mahnte, dass sich im Berufsalltag auch die Besten täglich dem Wettbewerb um Marktanteile stellen müssen. Fotoreportage mit Köpfen und Zöpfen.

von Foodaktuell Importer

Das handwerkliche Niveau der Tortendekoration und Zopf-Flechtkunst war dieses Jahr besonders hoch. «Die Wettbewerbsarbeiten wurden eleganter und kreativer», lobte Boesch, «aber bei der rationellen Arbeitsweise besteht noch Verbesserungspotenzial». Dass die Teilnehmenden dieses Jahr ein Buttermassenstückli statt eines Törtli anfertigen durften, steigerte die Kreativitätsfreude.

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Teilnehmende des Produktionswettkampfes mit SBKV-Präsident Kaspar Sutter (links aussen) und SBKV-Direktor Renaldo Nanzer (hinten links oben). Die Sieger in der vordersten Reihe (v.l.n.r.):
Daniela Zürcher, 3. Rang, Lehrbetrieb Grossenbacher, Jegenstorf
Franziska Ilg, 1. Rang, Lehrbetrieb Schenk, Elgg ZH
Brigitte Wiget, 2. Rang, Lehrbetrieb Schelbert, Muotathal SZ

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Einige der siegreichen Kreationen von Franziska Ilg, Gewinnerin des ersten Ranges der Sparte Produktion.

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Farbenfrohe Werke von Daniela Zürcher, Rang 2.

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Professionelle Brotdekorationen von Brigitte Wiget, Rang 3.

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Nora Jolissaint gewann mit diesen und weiteren kunstvollen Backwaren den Sonderpreis für Gestalten. Lehrbetrieb Roelli, Pruntrut JU.

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Brot-Schaustücke von Carmen Gisler, Rang 4. Lehrbetrieb Odermatt, Stans.

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Elefantenhochzeit von Karin Knaus, Rang 4. Lehrbetrieb Gerig, Waldstatt AR.

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Eleganz in Nuss und Schokolade von Silvan Tschirky, Rang 4. Lehrbetrieb Janser, Tuggen SZ.

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Teilnehmerinnen des Verkauf-Wettkampfes. Siegerin war Sandra Ulrich (vorne Mitte) vom Lehrbetrieb Fahrni in Belp BE. Der zweite Rang ging an Verana Stucki (vorne rechts), Bäckerei Flury, Subingen SO, und der dritte an Naharin Can (vorne links), Bäckerei Zumbach, Unterägeri ZG.

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Mit diesem Schaufenster zum Thema Hochzeit errang Sandra Ulrich den ersten Preis in der Sparte Verkauf.

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Die «Hefe Schweiz AG» verlieh drei frisch gebackenen Chefbäckern, welche die höhere Fachprüfung bestanden und an derselben Feier geehrt wurden, den «Handwerk-Spezialpreis»:
1. Rang: Andreas Schaad mit der Bestnote 5.4
2. Rang: Sergio Ehrsam
3. Rang: Anita Hedinger

Motivierte BäckerInnen

Wohin zog es die Lernenden nach der Lehrabschluss-Prüfung? Boesch nannte Zahlen:
40% blieben im Lehrbetrieb
31% machen eine Zusatzlehre als Confiseur
je 12% absolvieren die Berufsmatur bzw den Militärdienst
5% wechselten den Betrieb
keine/r verliess den Bäcker-Beruf.

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Gelungenes Experiment von Richemont-Konditoreichef Fredy Eggenschwiler nach der Siegerehrung: gelierte Apero-Salate, Lachs-Mousse, Tzatziki und andere Appetizer im Glas zum Löffeln. Was noch fehlt ist ein verkaufsfähiger Name.

«Würzige, halbflüssig geschäumte Emulsion mit stückigen Einlagen», wie ein Lebensmittel-Ingenieur formulieren würde, tönt zu technisch. Auch die lebensmittelrechtliche Definition, «leicht verderbliche, verzehrsfertige Gemüse-Fleisch-Zubereitung» eignet sich nicht für eine Speisekarte. Gute Ideen sind nach wie vor gefragt.. 😉