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Twinings-Tee feiert 300 Jahre

Twinings blickt auf 300 Jahre und die Kreation der Sorte «Earl Grey» zurück. Die zu Wander gehörende Marke ist auch heute ein grosser Player in einem wachsenden Markt.

von Foodaktuell Importer

Seit 1706 prägt Twinings die Teekultur, den Teegenuss und Handel. Hohe Qualitätsansprüche bei den Rohstoffen und Kontrollen in den Produktionsprozessen sind heute ebenso ein Markenzeichen von Twinings wie auch die stetige Suche nach Teeinnovationen. In drei Jahrhunderten hat Twinings rund 200 Teesorten kreiert, die in 115 Ländern angeboten werden.

Stephen Twining ist Mitglied der berühmten Tee-Dynastie in zehnter Generation und Director of Corporate Relations bei Twinings. Der weltweit angesehene Teeexperte kennt die 300-jährige Geschichte des Unternehmens seiner Vorfahren wie kein Anderer.

Weltberühmt wurde Twinings beispielsweise mit der Teekreation für den Adeligen Earl of Grey, heute als Twinings Earl Grey Tea bekannt. Die hohe Qualität des Unternehmens überzeugte auch Queen Victoria, weshalb sie Twinings 1837 zum Hoflieferanten ernannte – was Twinings bis heute ist.

Die Qualität wird in jeder Phase des Produktionsprozesses – bei der Anlieferung, nach dem Mischen und Abpacken – überprüft. So genannte „Blender“ (Prüfer und Mischer), die während fünf Jahren auf ihre Aufgabe vorbereitet werden, testen und wählen die Rohstoffe aus tausenden von möglichen Teeanbaugebieten. Sämtliche Rohstoffe werden von auditierten, im Markt etablierten Lieferanten, mit ausgezeichnetem Ruf in der Branche, bezogen.

300 Jahre Twinings-Innovation

„Charles, der zweite Earl of Grey, hat Twinings Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Kreation einer auf seine Bedürfnisse abgestimmten Teesorte beauftragt. Der nach ihm benannte Earl Grey Tea erfreut sich noch heute grösster Beliebtheit“, so Stephen Twining. Konsumentenbedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten haben sich stetig geändert und werden sich auch in Zukunft wandeln. Dies stellt hohe Ansprüche an Innovationskraft, Produktionstechnologie, Qualitätssicherung, Ökologie, Verpackungsdesign und Vertrieb.

Twinings setzt sich seit 300 Jahren zum Ziel, diese Trends aufzunehmen und in die permanente Weiterentwicklung seiner Produktpalette einfliessen zu lassen. Heute produziert Twinings rund 200 Teesorten und ist in 115 Ländern erhältlich. Die Teeauswahl reicht von klassischen Schwarztees (z.B. English Breakfast, Earl Grey), aromatisierten Schwarztees (z.B. Orange-Cinnamon, Vanilla) über Grüntees (z.B. Jave Green Tea) bis hin zu Kräuter- und Früchtetees (z.B. Pure Peppermint, Rosehip & Hibiscus).

Die Wander AG – ebenfalls eine Tochtergesellschaft von ABF – vermarktet Twinings in der Schweiz seit Frühling 2004 und lancierte erstmals den Vertrieb der britischen Teemarke an die Gastronomie. Heute ist Twinings sowohl im Lebensmittelhandel wie auch in der Gastronomie Marktleader im hochwertigen Schwarztee-Segment. Neben Ovomaltine und Caotina avancierte Twinings so zu einer der wichtigsten Marken der Wander AG.

Vom Luxusprodukt zum Nationalgetränk

1706 eröffnete Thomas Twining das „Tom’s Coffeehouse“ in London und verkaufte neben Kaffee auch Tee. Damit war er einer der Pioniere, die das Teetrinken nach Grossbritannien brachten. Den ersten Twinings-Laden gibt es heute noch, genauso wie den „Gunpowder Green Tea“, der dort seit nunmehr 300 Jahren erhältlich ist.

Im frühen 18. Jahrhundert war der Teegenuss wegen extrem hoher Steuern ein Privileg einiger Weniger. Auf heutige Preise umgerechnet, kostete ein Gramm „Gunpowder Green Tea“ vor dreihundert Jahren rund 300 Schweizer Franken (ca. 200 Euro) und war somit für die breite Bevölkerung unerschwinglich.

Richard Twining, Vorsitzender der Londoner Teehändler, ortete die hohen Steuern als Handelshindernis. Er hatte das riesige Potenzial von Tee erkannt, wusste aber, dass der Zugang vereinfacht werden musste. 1784, knapp 80 Jahre nach der Gründung von Twinings, überzeugte er den Prime Minister William Pitt, den Commutation Act zu verabschieden. Die Preise wurden gesenkt und der Teekonsum verdoppelte sich. Tee war auf dem besten Weg, das Nationalgetränk der Briten zu werden.

Königliche Ehre

Vor Richard legte aber auch schon dessen Vater Daniel Twining einen wichtigen Meilenstein für das Wachstum von Twinings. Ihm gelang die Expansion ins Ausland bereits 1749 mit dem ersten Export nach Amerika. Der Gouverneur von Boston zählte zu den ersten Kunden in Amerika. Mit der Boston Tea Party von 1773 lehnten sich die britischen Kolonialisten in Amerika gegen die hohen Steuern auf dem importierten Tee auf. Stadtbürger drangen in den Hafen von Boston ein und warfen drei Ladungen Tee der englischen East India Company über Bord. Die Handelsbeziehung mit Amerika verschlechterte sich danach massiv. Erst nach Ende des Unabhängigkeitskrieges von 1783 lebte der Handel wieder auf.

Im Jahre 1837 erfuhr Twinings allerhöchste Würden, als Queen Victoria das Unternehmen zum offiziellen Teelieferanten des englischen Königshauses erkor. Bis zum heutigen Tag hat Twinings die Ehre, den britischen Hof mit Tee zu beliefern. Älter noch als die königliche Ehre ist das Twinings Firmenlogo, welches weltweit das älteste in ständigem Gebrauch ist.

Mit ABF in die Zukunft

1964 verkaufte die Familie Twining das traditionsreiche Unternehmen Twinings an Associated British Foods (ABF). Die neue Muttergesellschaft sollte die Expansion in die ganze Welt vorantreiben. Zu diesem Zweck wurden drei neue Produktionsstätten in England (Andover, Newcastle und Woolsbridge) aber auch Teeproduktionen in Übersee gebaut (North Carolina, USA und Calcutta, Indien). Die Produktion erreichte so die Kapazität, um die weltweite Nachfrage nach Twinings-Tee zu befriedigen.


Facts and Figures

Twinings wird in 115 Ländern verkauft. Gegenwärtig produziert Twinings 198 Teesorten.
Das Twinings Firmenlogo ist das weltweit älteste in ständigem Gebrauch. 1787 wurde es zum ersten Mal verwendet.

ABF ist eines der grössten international tätigen Nahrungsmittel-Unternehmen in Europa. 2004 erzielte ABF einem Umsatz von 12.6 Milliarden Schweizer Franken (ca. 8.2 Milliarden Euro). Mit weltweit 42’000 Mitarbeitenden betreut ABF eine grosse Anzahl von erfolgreichen Marken wie z.B. Twinings®, Ovomaltine® oder Ryvita®. ABF ist hauptsächlich in Grossbritannien, aber auch in Europa, Australien, Neuseeland, China und den USA präsent.

Wander AG ist wie Twinings eine Tochtergesellschaft der Associated British Foods (ABF). In der Schweiz beschäftigt die Wander AG rund 300 Personen in der Produktion und Vermarktung von Nahrungsmitteln der Bereiche Frühstücksgetränke, Tee, Kaffee, Snacks, Müesli, Brotaufstrich, Desserts, Vitamin- und Mineralstoffsupplemente, Sport und Gewichtskontrolle.

Zu den bekanntesten Marken gehören Ovomaltine®, Caotina®, Twinings®, Isostar®, Dawa® und Jemalt®. Mit dem Ausbau der Produktions- und Verpackungsanlagen wurde Neuenegg im September 2002 zum europäischen Produktionszentrum von Ovomaltine. (Medienmitteilung Wander)