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Wie ökologisch ist Biolandbau wirklich?

Wie ökologisch ist der Biolandbau im Vergleich zur integrierten Produktion? Eine Studie der Agroscope FAL Reckenholz ergab bessere Noten für «bio» mit Ausnahme der Kartoffeln.

von Foodaktuell Importer

Senkt eine extensive Bewirtschaftung im Acker- und Futterbau die Umweltbelastung nachhaltig? Eine aktuelle Ökobilanzstudie der Agroscope FAL Reckenholz beantwortet diese Fragen meistens mit Ja. Weitere Verbesserungen für die Umwelt sind jedoch möglich und notwendig.

Während sechs Jahren untersuchten Forschende der Agroscope FAL Reckenholz verschiedene Anbausysteme im schweizerischen Acker- und Futterbau mit der Ökobilanzmethode SALCA (Swiss Agricultural Life Cycle Assessment). Eines der Resultate lautet: Die Förderung der integrierten und biologischen Produktion sowie weitere Ökologisierungsmassnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz in der Landwirtschaft.

Biolandbau insgesamt ökologischer als IP

In der Gesamtbetrachtung erwies sich der Biolandbau günstiger für die Umwelt als die integrierte Produktion (IP). Seine Vorteile sind bei der Ökotoxizität und Biodiversität sowie beim Ressourcenverbrauch besonders ausgeprägt. Die Beurteilung fällt je nach betrachteter Aufgabe oder Funktion der Landwirtschaft unterschiedlich aus: Steht nämlich die Bewirtschaftung einer Fläche im Zentrum der Betrachtung, zeigt der Biolandbau eine besonders günstige Wirkung auf die Umwelt.

Wird hingegen die Menge der produzierten Nahrungs- und Futtermittel bilanziert, so sind die Vorteile des Biolandbaus geringer, weil dessen Erträge gegenüber IP tiefer sind. Einzelne Bio-Produkte können durchaus die Umwelt stärker belasten als entsprechende Produkte aus integriertem Anbau. Dies trifft beispielsweise für die Bio-Kartoffeln zu. Im Rahmen einer Fruchtfolge werden diese ungünstigen Ergebnisse meist durch tiefere Umweltbelastungen anderer Kulturen wieder ausgeglichen.

Extensive Produktion meistens umweltgerechter

Wird die Bewirtschaftungsintensität gesamthaft gesenkt, so verringern sich dadurch oft auch die Umweltbelastungen. Entscheidend ist dabei, dass alle Elemente eines Anbausystems einbezogen werden. Eine verminderte Düngung im IP-Ackerbau wirkt sich meist günstig auf die Umwelt aus. Einseitige Einsparungen bei Pflanzenschutzbehandlungen ohne Anpassung der Düngung – wie in der Extensoproduktion – bringen hingegen nur punktuell ökologische Vorteile. Im Futterbau ist die Kombination von extensiv und intensiv bewirtschafteten Flächen ökologisch günstiger als eine flächendeckende Bewirtschaftung mittlerer Intensität.

Um noch ökologischer zu produzieren, sind im Biolandbau die eingeschränkt verfügbaren Produktionsmittel (z.B. Hofdünger) so einzusetzen, dass möglichst gute Erträge resultieren. In der IP hingegen gilt es die Produktionsmittel so zu verwenden, dass im Verhältnis zur produzierten Menge am wenigsten Umweltbelastung entsteht. Oft treten dabei Zielkonflikte mit der Wirtschaftlichkeit auf. Durch eine optimierte Düngung, verminderte Stickstoffverluste und eine gezielte Auswahl von Pestiziden sollten weitere Fortschritte in der IP erreicht werden.

Die detaillierten Ergebnisse sind in der Schriftenreihe Nr. 58 von Agroscope FAL Reckenholz «Ökobilanzierung von Anbausystemen im schweizerischen Acker- und Futterbau» publiziert. Bezug zum Preis von 40 Franken bei der Bibliothek der FAL: bibliothek@fal.admin.ch, Tel. 044 377 72 64, Fax 044 377 72 01 oder über www.reckenholz.ch, Rubrik Publikationen/Schriftenreihe (Medienmitteilung FAL)