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K-Tipp kritisiert Acrylamid in einigen Chipsmarken

Diese Woche im K-Tipp: Einige Kartoffelchips-Marken enthalten immer noch viel unerwünschtes Acrylamid, aber «Zweifel» und Coop-Biochips erhielten die Note «sehr gut».

von Foodaktuell Importer

Der K-Tipp untersuchte Nature-Chips von Aldi, Carrefour, Coop, Globus, Migros und Spar.
Fünf dieser Produkte erhielten das Gesamturteil «ungenügend»: Sie enthielten über 600 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo.

Mit 1470 Mikrogramm wurde der
höchste Acrylamid-Wert in den Chips classic von Spar nachgewiesen. «Dieser Wert ist eindeutig zu hoch und sollte vom Produzenten gesenkt werden», sagte der Zürcher Kantons-chemiker Rolf Etter. Spar-Sprecher Marc Schäfer dazu: «Wir sind zusammen mit dem Lieferanten bemüht, den Acrylamidgehalt so tief wie möglich zu halten.»

Laut Etter bemühen sich einige Hersteller, den Gehalt des vermutlich krebserregenden Stoffs in ihren Chips zu reduzieren. Tatsächlich erreichten acht
Sorten Chips einen Acrylamidgehalt von unter 600 Mikrogramm pro Kilo. Nur: Der Durchschnitt aller getesteten Produkte liegt noch immer bei 561 Mikrogramm. Bei einem vergleichbaren K-Tipp-Test im Jahr 2003 lag dieser Wert bei 572 Mikrogramm.

Gegenüber dem K-TippTest von 2003 verbesserten sich mehrere Produkte stark, allen voran Marktführer Zweifel, wo damals 564 Mikrogramm nachgewiesen wurden («genügend»). Jetzt erreichte Zweifel mit lediglich 160 Mikrogramm Acrylamid in seinen Nature Chips den besten Wert des gesamten Tests. An zweiter Stelle lag Coop mit Bio Chips Naturaplan: 190 Mikrogramm.

Mathias Adank, Zweifel-Geschäftsführer, spricht von «grossen Anstrengungen», die Zweifel unternommen habe, um die Werte zu senken. Dazu habe man neue Kartoffelsorten gewählt und die Lagerung und den Transport strenger überwacht. Schlecht resultierte hat die deutsche Marke Chio, die seit wenigen Monaten mit einem in der Schweiz hergestellten Produkt Fuss fassen will: Der Test ergab 960 Mikrogramm.

Acrylamid entsteht bei hohen Temperaturen, dabei spielt der Zuckergehalt der Kartoffeln eine entscheidende Rolle. Je brauner Pommes Chips, Pommes frites oder Rösti gebraten werden, desto höher ist der Acrylamidgehalt.

Der K-Tipp liess auch Fett- und Salzgehalte analysieren und verglich mit den deklarierten Werten: Der Kochsalzgehalt reichte von 1.0 bis 3.6 % über alle getesteten Marken. Der Fettgehalt variierte von 31 bis 36 % bei den nicht fettreduzierten Sorten.

Text: Auszug aus dem K-tipp vom 31. Mai 2006

Bild: foodaktuell