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„Raclette“ erhält Ursprungsschutz nicht

Den Begriff "Raclette" darf man weiterhin ausserhalb des Wallis verwenden gemäss Entscheid der Rekurskommission des Eidg. Volkswirtschaftsdepartements.

von Foodaktuell Importer


Der Begriff “Raclette” darf auch weiterhin ausserhalb des Wallis verwendet werden. Dies hat die Rekurskommission des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (REKO EVD) am 27. Juni 2006 entschieden.

Im November 2003 hatte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) entschieden, dass Käse nur noch dann “Raclette” heissen darf, wenn er aus dem Wallis stammt und lehnte damals alle Einsprachen gegen die Ursprungsbezeichnung (AOC) “Raclette du Valais” ab.

Das AOC-Gesuch hatte der Walliser Milchverband eingereicht. Zahlreiche Einsprecher (Käsereien, Migros-Genossenschafts-Bund und der Verein Raclette Suisse) wandten sich daraufhin mit einer Beschwerde an die Rekurskommission des EVD.

Die REKO begründet ihren Entscheid damit, dass entgegen den Ausführungen des BLW davon auszugehen sei, dass es sich bei “Raclette” nicht um eine traditionelle Bezeichnung für einen Walliser Raclettekäse handelt. Die Rekurskommission hat das BLW angewiesen, im entsprechenden Pflichtenheft den Satz “Die Bezeichnung Raclette wird geschützt” zu streichen. Von diesem Entscheid nicht betroffen ist die Verwendung der Ursprungsbezeichnung “Walliser Raclette” respektive “Raclette du Valais”

Der Verein Raclette-Suisse, in welchem Hersteller von Raclette-Käse aus der ganzen Schweiz zusammengeschlossen sind, zeigte sich gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst erleichtert über den Entscheid. Dieser stütze die langjährigen Investitionen von Raclette Suisse, das Marktvolumen mit geeigneten Marketingmassnahmen auszubauen und den Konsumenten zu jeder Zeit ein ausserordentliches Produkt zu bieten, welches für Natürlichkeit und Qualität garantiert, erklärt Markus Tschumi, Geschäftsführer von Raclette Suisse.

Heute werden in der Schweiz rund 11’000 Tonnen Schweizer Raclettekäse und 2’000 Tonnen Walliser Raclettekäse gegessen. Ausserdem werden knapp 1’500 Tonnen importiert. (Quelle: LID, REKO EVD)