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Demeter – oder was heisst biologisch-dynamisch?

von Foodaktuell Importer


Demeter ist das Label für Produkte aus «biologisch-dynamischer» bzw anthroposophischer Landwirtschaft. Die ganzheitlichen Demeter-Ansprüche gehen über die Schweizer Bioverordnung hinaus.
Die nachhaltige Bodenfruchtbarkeit wird erreicht durch Düngen mit Präparaten aus Heilkräutern, Kuhdung und Quarz. Deutsche Forscher versuchen die Wirkungen zu verifizieren.


Nicht nur bei der Agrarproduktion sondern auch bei der Verarbeitung ist Demeter strenger als Bio Suisse: Homogeniseren und Uperisieren der Milch sowie Nitrit-Pökelsalze in Fleischwaren sind nicht erlaubt.

Die Demeter-Organisation erklärt auf ihrer Website, dass die Bauern dieser anthroposophischen Richtung zusammen mit den in der Natur und in Kräuter-Präparaten enthaltenen Kräften arbeiten. Diese Präparate in homöopathischer Dosierung führen zu Verbesserungen im Boden und bei den Pflanzen. Demeterbauern nutzen ferner die Energien zur Bodenverbesserung und Qualitätssteigerung durch die wechselnden Stellungen von Sonne, Mond und Planeten zueinander.

Demeter-Bauern greifen aktiv aber harmonisch in die Naturprozesse ein.
Sie gestalten die Landschaft, damit die wichtigen Nützlinge wie Bienen geeignete Lebensbedingungen vorfinden. Dabei orientieren sich die Demeter-Landwirte am «Landwirtschaftlichen Kurs», den Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz vortrug.

Demeter hiess die griechische Göttin des Ackerbaus. Mit dem Demeter-Label ausgezeichnete Produkte erfüllen die Richtlinien für Anbau, Verarbeitung und Kennzeichnung. Alle Bauernhöfe und Verarbeiter werden jährlich kontrolliert und zertifiziert. Einige Beispiele des Pflichtenhefts, das teilweise mit Bio Suisse übereinstimmt aber in einigen Punkten weiter geht):

Der Bauer verpflichtet sich

• alle biologisch-dynamischen Präparate jährlich einzusetzen
• Düngung auf das in den Richtlinien festgelegte Niveau zu beschränken
• sich an die Liste der zugelassenen Hilfsstoffe zu halten (Kupfer ist z.B. nur im Obst- und Weinbau und mit max. 3 kg/Jahr/ha erlaubt)
• seine Tiere nicht zu enthornen
• keine konventionellen Tiere zuzukaufen (mit Ausnahmebewilligung können konventionelle Vatertiere und Tiere seltener Rassen zugekauft werden)
• den Tieren ausschliesslich Biofutter zu füttern, davon mindestens 80% hofeigenes Demeter-Futter
• bei der medizinischen Behandlung der Tiere wenn immer möglich alternative Methoden einzusetzen.

Wichtige Grundsätze der Demeter-Verarbeitung
• keine ionisierende Bestrahlung
• keine gentechnisch veränderten Zusatz- oder Hilfsstoffe
• keine Mikrowellenbehandlung
• keine Homogenisierung der Milch.

Nicht erlaubte Zusatz- und Hilfsstoffe:
• Salz darf keine Antiklumpmittel, kein Jod und Fluor enthalten
• Nitritpökelsalz wird nicht verwendet
• Künstliche Vitamine dürfen keinem Produkt zugesetzt werden.

Kennzeichnung: Ein Demeterprodukt besteht zu mindestens 90% aus Demeter-Zutaten und zu max. 10% aus Knospe- oder Biozutaten. (Quelle: Erdenfrüchte – Himmelskräfte, anthrosana, Verein für anthroposophisch erweitertes Heilwesen No 206)


Sind die Wirkungen beweisbar?

Diese Methoden haben ihren Ursprung im “Landwirtschaftlichen Kurs” den der Philosoph Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz bei Breslau abhielt. Biologisch-dynamisch wirtschaftende Landwirte sehen hierin eine Grundlage für besseres Wachstum und hohe Pflanzenqualität.

Am deutschen Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde und am Institut für ökologischen Landbau der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig versuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit mehr als zehn Jahren im Dialog mit Kolleginnen und Kollegen aus dem biologisch-dynamischen Landbau, Effekte spezifischer Mittel und Massnahmen zu verifizieren und zu quantifizieren.

Ein Beispiel aus einer Reihe veröffentlichter Ergebnisse ist die Anwendung von Präparaten zur Begrenzung der Uranaufnahme von Pflanzen, wie er von der “Altmeisterin” des biologisch-dynamischen Landbaus, Maria Thun, beansprucht wird.

In einem kontrollierten Versuch zeigte sich, dass der Urangehalt in Gras von mit Fladenpräparat (eine um Zusätze von Kuhmist, Basaltsand, Eierschalen ergänzte Zubereitung klassischer biologisch-dynamischer Präparate) behandeltem Boden mit durchschnittlich 0,5 mg/kg Uran deutlich und signifikant niedriger lag als in den Kontrollen (1,8 mg/kg Uran).

Seit diesem Jahr kooperieren die FAL-Institute bei der Erforschung spezifischer Präparate und Methoden des biologisch-dynamischen Landbaus mit SEKEM, einer der weltweit erfolgreichsten Organisationen im ökologischen Landbau. (Quelle: idw)