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Mehr Spezialitäten-, weniger Emmentaler-Export

Im ersten Halbjahr 2006 erlitt Emmentaler einen Export-Rückgang. Bei den übrigen Käsen dagegen konnten einzelne Sorten zum Teil deutlich zulegen.

von Foodaktuell Importer


Im ersten Halbjahr 2006 wurden gesamthaft 25 219 Tonnen Käse, Schmelzkäse und
Fertigfondue exportiert. Das sind 290 Tonnen oder 1,1 Prozent weniger als im Vorjahr,
teilt die Käseorganisation Schweiz (KOS) mit. Ein Blick auf die Zahlen zeigt eine ganz
unterschiedliche Entwicklung. Während Emmentaler einen empfindlichen Rückgang
erlitt, konnte der Export bei vielen anderen Käsesorten zum Teil stark gesteigert werden.

Käseexporte Januar bis Juni 2006 (Tonnen)

Emmentaler 10’163 (-14.5% verglichen zum Vorjahr)
Andere Käse 15’056 (+10.5)
Total Exporte 25’219 (-1.1%)

Bei Emmentaler war die Ware im ersten Halbjahr des laufenden Jahres knapp, die
Bestellungen konnten nicht überall wie gewünscht ausgeführt werden. Das führte zu
einer Unterversorgung des Marktes und zu einem entsprechenden Minus von 1726
Tonnen (–14,5%) im Vergleich zur Vorjahresperiode. Der Grund liegt in der Vergangenheitsbewältigung.

Früher subventionierte der Staat den Export zuviel produzierter
Ware. Seit einigen Jahren ist dies nicht mehr der Fall, die Branche musste sich selber
helfen. Dies führte zuerst zu einem Überhang an Emmentaler, dann zu einem Preiszerfall,
wodurch zahlreiche Hersteller die Produktion aufgaben.

Die Struktur bei den Emmentaler-
Käsereien ist nun bereinigt, die Milch- und Käsepreise können wieder angehoben
werden. Das wird im September zu einer Preisanpassung bei Emmentaler führen,
die nötig ist, um eine nachhaltige, gewerbliche Produktion von Emmentalerkäse
aufrecht zu erhalten.

Bei den anderen Käsesorten erzielten viele Spezialitäten zum Teil deutliche Exportzuwächse.
Das gilt beispielsweise für Tête de Moine AOC (+34,1%), Vacherin Fribourgeois
AOC (+11,4%), Appenzeller (+6,2%) und Le Gruyère AOC (+5,0%). Einmal mehr
konnte auch der Export von Fertigfondue gesteigert werden (+9,6%).

Im Auslandgeschäft ist das Marktumfeld nach wie vor von einem harten Wettbewerb
um die Regalplätze im Detailhandel und um die Gunst der Kunden geprägt. Der Preisdruck
ist gross, nicht zuletzt wegen der sinkenden Milchpreise in Europa und den USA.

Schweizer Käse kann vor allem mit neuen Angebotsformen in den Selbstbedienungsregalen
Fuss fassen, obschon er hier im direkten Wettbewerb zu ausländischen Billigprodukten
steht. Auch in der Selbstbedienung sind Konsumenten bereit für einen hervorragenden
Schweizer Käse einen angemessenen Preis zu bezahlen.

Käseexporte Januar bis Juni (Tonnen) 2006

Frischkäse 173
Weichkäse 232
Halbhartkäse 4’152
Hartkäse 16’807
Schmelzkäse 2’042
Fertigfondue 1’665
Andere Käse 148
Total 25’219 (-1.1% vergleichen mit dem Vorjahr)

(Medienmitteilung KOS)