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Selbstmord im deutschen Gammelfleisch-Skandal

Der Hauptbeschuldigte im Gammelfleischskandal, der Münchner Grosshändler Georg Bruner, hat sich das Leben genommen.

von Foodaktuell Importer

Der Hauptbeschuldigte im Gammelfleischskandal, der Münchner Grosshändler Georg Bruner, hat sich das Leben genommen. Der 74-jährige erhängte sich am Mittwochmorgen, 6. September in seinem Wohnhaus. Er hinterliess keinen Abschiedsbrief, hatte sich auch nicht zu den Vorwürfen geäussert.

Zu Hause sprach er laut Polizei über einen unerträglichen Druck durch die Medienberichte, wie Dow Jones schreibt. Nach Angaben der Sonderkommission „Kühlhaus“ hat der Skandal ein weit grösseres Ausmass als bisher bekannt. Sie ist „einer Art Döner-Mafia“ auf der Spur.
Soko-Chef Josef Wilfling sagte, Bruner habe sich „nicht ganz gerecht behandelt“
gefühlt. Ausserdem habe ihm offenbar schon vorher die Insolvenz gedroht.

Weit
über 60 Tonnen ungeniessbares Fleisch waren sichergestellt worden. „Es gab Umetikettierungen, Haltbarkeitsdaten wurden geschwärzt und überklebt“, berichtete Wilfling.

Der Betrieb habe tonnenweise Döner-Spiesse zum Teil kurz vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums aufgekauft, teilweise jahrelang gelagert, aufgetaut, wieder eingefroren und bundesweit an fast 2’500 Kunden weiterverkauft. Weitere 50 Kunden seien in Österreich, den Niederlanden und anderen
Nachbarländern betroffen.

Verbraucherschutzminister Horst Seehofer forderte die Justizbehörden
im „Münchner Merkur“ auf, härtere Strafen zu verhängen. „Wir dürfen nicht den Gastwirt, vor dessen Küche ein Fliegengitter fehlt, härter belangen als kriminelle Geschäftemacher,
die die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen.“ (Quellen: Dow Jones, LID)