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Coop hebt Verkaufsstopp von “Uncle Bens Reis” auf

Masterfood hat nachgewiesen, dass sein "Uncle Bens Reis" keine Spuren des Gentech-Reises LL 601 enthält. Coop hebt nun den Verkaufsstopp auf.

von Foodaktuell Importer


Coop stellt die vorsorglich zurückgezogenen sieben Markenprodukte von US-Langkornreis wieder in die Verkaufsregale zurück. Masterfood, Hersteller des “Uncle Bens Reis”, wies nach, dass sie keine Spuren des Gentech-Reises LL 601 enthalten.

Bald wieder in den Läden erhältlich sein sollen auch die Eigenmarkenprodukte von US-Langkornreis, wie Coop am Freitag, 15. September mitteilte. Das Coop-Labor teste diese Produkte rund um die Uhr, sagte Coop-Sprecher Felix Wehrle. Die offizielle Referenzmethode habe man erst vor wenigen Tagen erhalten. Am kommenden Montag, 18. September sollen die Analyseresultate vorliegen.

Noch nicht über die Aufhebung des Verkaufsstopps entschieden hat Migros. Sie blockierte nach der Entdeckung der Verunreinigung den Reis in den betroffenen Silos und nahm sechs Produkte aus den Läden.

Die Discounter Denner und Aldi hatten auf einen Verkaufsstopp verzichtet. Der Lieferant beziehe seit zwei Jahren nicht mehr Reis aus den USA, hatte Denner-Sprecherin Eva Maria Bauder vor wenigen Tagen gegenüber der Nachrichtenagentur SDA gesagt.

Derweil die Schweizer Detaillisten aufgrund ihrer Tests und der Nachfragen bei den Herstellern langsam Entwarnung geben, fordert Greenpeace einen EU-weiten Verkaufsstopp von US-Langkornreis. Die zahlreichen Funde von Gentech-Reis in Europa zeigten, dass Langkornreis aus den USA stärker betroffen sei als erwartet.

“Die Verbraucher haben daher ein Recht darauf, dass US-Langkornreis und alle Produkte, die diesen enthalten, sofort aus den Supermärkten entfernt werden”, sagte die Gentechnik-Expertin von Greenpeace, Ulrike Brendel, laut der Nachrichtenagentur dpa am Freitag, 15. September in Hamburg.

Zu mehr Wachsamkeit ruft die Schweizerische Arbeitsgruppe Gentechnologie (SAG) das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf. Das Amt habe dafür zu sorgen, dass das Gentechnikgesetz eingehalten werde, schrieb die SAG in einer Mitteilung. Bisher seien zu wenig Anstrengungen unternommen worden, um die Warenflüsse kontaminationsfrei zu halten.

In seinem Communiqué verweist die SAG auf weitere gentechnisch veränderte Reisprodukte aus China. Bisher konnten die Behörden nicht bestätigen, dass sich solche Produkte in europäischen Läden finden. Die EU-Kommission nimmt das Thema jedoch ernst und hat bereits bei den chinesischen Behörden um Informationen nachgesucht. (Quelle: LID)

“Wahrscheinlich” keine Gefahr für Mensch und Tier

Gemäss der EU-Nahrungsmittelagentur (EFSA) geht von den Spuren des Gentech-Reises LL 601 “wahrscheinlich” keine unmittelbare Gefahr für Mensch und Tier aus. Für eine vollständige Risikoanalyse seien die Daten aber nicht ausreichend. Die Gentech-Experten hätten alle verfügbaren Daten berücksichtigt, teilte die EFSA in Parma am Freitag, 15. September laut der Presseagentur SDA mit.

Dazu gehörten Informationen des Herstellers Bayer Crop Science, wissenschaftliche Daten zu sehr ähnlichen Gentech-Reis-Linien sowie Risikoanalysen der US-Behörden. Gemäss den Informationen enthält Gentech-Reis ein so genanntes pat-Gen. Dieses ist der EFSA und auch den Schweizer Behörden nicht unbekannt: Die beiden bewilligten Gentech-Maislinien Bt-11 und Bt-176 weisen das Gen ebenfalls auf.

Trotz der Bewertung der EU-Fachleute hat der Gentech-Reis in den Regalen der Läden nichts zu suchen. Denn alle gentechnisch veränderten Organismen (GVO) brauchen eine Bewilligung der Behörden, damit sie – auch nur in Spuren – in den Nahrungsmittel sein dürfen.

Dies ist bei LL 601 nicht der Fall; Bayer Crop Science reichte in keinem Land je ein Gesuch für den kommerziellen Anbau oder Verkauf des Reises ein. Daher muss Reis, in dem LL 601-Spuren entdeckt werden, vom Markt genommen werden.

In der Schweiz ist überhaupt kein GVO-Reis bewilligt. Anders ist es beispielsweise beim Mais: Maisprodukte dürfen – ohne als GVO-haltig-deklariert werden zu müssen – Spuren von zugelassenem Gentech-Mais (Bt-11, Bt-176 sowie MON-810) aufweisen. Der Schwellenwert für solche unbeabsichtigten Verunreinigungen liegt bei 0,9 Prozent. (Quelle: EFSA, LID)