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Schweizer Lebensmittel- Industrie im Überblick

Welche Branchen haben den grössten Umsatz oder Exportanteil?

von Foodaktuell Importer


Welche Branchen der Lebensmittelindustrie haben den grössten Umsatz und welche exportieren am meisten? foodaktuell nennt Zahlen:

Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie sichert von rund 33’000 Beschäftigten in zweihundert Firmen eine Bruttolohnsumme von 2’500 Mio. Franken (Bild: Teigwarenherstellung bei Pastinella).

Indirekt bietet sie noch weit mehr Menschen Arbeit und Verdienst: in Zulieferfirmen für Rohstoffe, Halbfabrikate, Zusatzstoffe und Verpackungsmaterialien, in der Maschinen- und Geräteindustrie, in der Werbebranche usw. Die Industrie kauft pro Jahr allein für über 1’000 Mio. Franken Verpackungsmaterialien ein.

Nachfolgend einige aktuelle Statistiken über die Struktur und Leistungen der Branche. Die Zahlen resultierten aus der Ende Juli 2006 abgeschlossenen Erhebung der Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial) in deren 16 Branchenverbände und beruhen z.T. auf Schätzungen.

Umsätze und Exportanteile (Total aller Branchen)

Gesamtumsatz: 15’084 Mio. Franken (100 %)
Inlandumsatz: 13’106 Mio. Franken (87 %)
Exportumsatz: 1’978 Mio. Franken (13 %)

Die grössten wertmässigen Exportanteile in Prozent des Gesamtumsatzes verzeichneten: Zuckerwaren 65 %, Diät- und Spezialnahrungen 48 %, lösliches Kaffeepulver 47 %, Schmelzkäse/Fertigfondue 44 % und Schokolade 43 %.

Leistungen für die Landwirtschaft

Die Nahrungsmittelindustrie ist ein bedeutender Abnehmer von Landwirtschaftsprodukten. Sie verarbeitete im Jahr 2005:

– über 50 % der gesamten Verkehrsmilchmenge der Schweiz
– 138’026 t Zucker (26 % des Inlandverbrauchs)
– 52’015 t Mehl (16 % des Mehlausstosses der Schweizer Mühlen aus inländischen Weichweizen)
– die gesamten schweizerischen Ölsaatenernten von rund 76’000 t (Raps, Sonnenblumen, Soja)
– mehr als 40 % oder 140’000 t der Kartoffelernte; Speise- und Veredelungskartoffeln (Bild: manuelles Nachrüsten bei Gastro Star)
– zwischen 60 und 90 % der geernteten Mengen an Erbsen, Bohnen und Spinat
– rund 21’000 t Früchte aus Inlandproduktion.

Weitere Leistungen der Nahrungsmittelindustrie sind: Sicherstellung der Pflichtlagerhaltung und eines grossen Teils von Logistik und Vertrieb für die dezentrale Belieferung von Handel und Gastgewerbe (inkl. Tourismusregionen).

Die Fleischbranche ist bei weitem die grösste, wenn man Frischfleisch und Fleischerzeugnisse zusammenzählt. Bild: Durchlaufkutter bei Bell.

Umsatz pro Branche in Mio Franken im 2005

(in absteigender Reihenfolge)

2515 Milchprodukte
2493 Frischfleisch
1833 Convenience Food (Konserven, Kühl- und Tiefkühlprodukte)
1710 Fleischerzeugnisse
1553 Schokolade
1051 Übrige (v.a. Halbfabrikate/-konserven, Kartoffelprodukte)
681 Suppen, Saucen, Würzmittel
548 Dauerbackwaren
482 Speisefett und -öl, Margarine
438 Speiseprodukte aus Hart- und Weichweizen
384 Glace
314 Kaffee (löslich, auch koffeinfrei)
310 Zuckerwaren
277 Diät- und Spezialnahrungen
142 Schmelzkäse, konsumfertiges Fondue
142 Tee und Kräutertee
114 Teigwaren
97 Bäckerei- und Konditoreihalbfabrikate

15084 Total Mio Franken

Anzahl Industriebetriebe, Anzahl Beschäftigte und Lohnsumme

Anzahl Firmen: 199
Anzahl Beschäftigte: 33’235
Bruttolohnsumme: 2’445 Mio. Franken

Nicht zur Lebensmittelindustrie zählen die meisten KMU, aber auch diese erbringen in ihrer Gesamtheit ähnliche Leistungen. Der Marktanteil der gewerblichen Bäckereien beispielsweise beträgt gemäss Bäcker-Branchenverband SBKV 43 – 46 %.

Alle Angaben beziehen sich auf die Nahrungsmittelindustrie im engeren Sinn. Nicht berücksichtigt sind in der Regel Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigten, ferner die Getränkeindustrie, Zuckerfabriken und Futtermittelhersteller sowie die Zulieferbetriebe der Nahrungsmittelindustrie (z.B. Lieferanten von Zusatzstoffen, Vitaminen und Hilfsstoffen).

Quelle Text: FIAL
Bilder: foodaktuell

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