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Bauern ärgern sich über Label-Urteile des WWF

Der Schweiz. Bauernverband und die Agro-Marketing Suisse, Eigentümerin des Herkunftszeichens "Suisse Garantie" kontern die schlechten Urteile ihrer Labels.

von Foodaktuell Importer

Der WWF, die Tierschutzorganisation Vier Pfoten und die Stiftung für Konsumentenschutz SKS haben eine neue Labelbroschüre lanciert, in der auch Suisse Garantie und QM-Schweizer Fleisch aufgeführt und ungerechtfertigterweise schlecht bewertet werden.

Der Schweiz. Bauernverband SBV hat bereits vor der Publikation des Labelratings reagiert und die Herausgeber mündlich sowie schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass weder Suisse Garantie noch QM-Schweizer Fleisch-Labels sind und deshalb in einem Labelvergleich nichts zu suchen haben.

Bei QM-Schweizer Fleisch handelt es sich um ein Qualitätssicherungssystem, vergleichbar mit ISO-Normen, das im Verkauf nicht einmal ausgezeichnet wird. Leider ist der SBV auf taube Ohren gestossen. An der Pressekonferenz zur Lancierung der neuen Label-Broschüre hat der SBV-Vertreter nochmals auf diese Unsinnigkeit hingewiesen.

Trotzdem kam es vereinzelt zu unschönen Folgen: So titelte beispielsweise die Basler Zeitung “Schweizer Fleisch nicht empfohlen”. Der SBV wird nun nochmals das Gespräch mit den Herausgebern der Labelbroschüre suchen. Solche Aussagen können – so ist zu hoffen – auch nicht Sinn der Umwelt- und Tierschutzorganisationen sein, welche diesen Labeltest veröffentlichen. (Medienmitteilung SBV)

Ärger auch bei AMS

Auch die Agro-Marketing Suisse (AMS), Eigentümerin des Herkunftszeichens “Suisse
Garantie”, ist mit der Beurteilung durch das Label-Rating von WWF, Stiftung
für Konsumentenschutz und Vier Pfoten nicht einverstanden. “Suisse Garantie” mache einheimische Nahrungsmittel auf einen Blick sichtbar. Es ist eine reine Herkunftsmarke, welche einheimische Produktion und Verarbeitung garantiert.

Im Gegensatz zu manchen Bio-Produkten gelte die inländische Herkunft sowohl für die landwirtschaftliche Produktion wie auch für die gesamte nachfolgende Verarbeitung, schreibt die AMS in einer Medienmitteilung. Das Label-Rating trage dem nicht Rechnung und suggeriere, dass die Mehrheit der in der Schweiz hergestellten Nahrungsmittel als “nicht empfehlenswert” eingestuft werden müssten. Dies sei “tendenziös, marktfremd und schürt Unsicherheit”.

Die AMS habe die Verantwortlichen für das Label-Rating darauf aufmerksam gemacht, dass die Bewertung “Suisse Garantie” nicht gerecht werde, heisst es weiter. Gerade bei tierischen Produkten sei es wichtig, ob sie aus inländischer Produktion stammten oder nicht, weil die Schweiz strengere Tierhaltungsvorschriften habe als viele andere Länder. (Quelle: AMS, LID)