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K-tipp kritisiert vorverpacktes Frischfleisch

Diese Woche im K-tipp: Jede dritte Fleischprobe war grau und roch unangenehm. Manche enthielten Millionen von Bakterien.

von Foodaktuell Importer

Das Konsummagazin K-Tipp hat fünfzehn abgepackte Schweine- und Rindfleischstücke aus Supermärkten auf Keime und Fäkalbakterien sowie sensorisch von Experten untersuchen lassen, jeweils am letzten Verkaufstag des Produkts. Für fünf Proben gab es schlechte Noten, weil weder Aussehen noch Geruch in Ordnung waren.

«Graue Stellen» notierte das vom K-Tipp beauftragte Laobr bei einigen Proben. Zum unappetitlichen Ausehen kam ein unangenehmer Geruch: «Alt, sauer, dumpf, oxidiert», stellten die Fachleute fest. Das sind Anzeichen, dass diese Fleischprodukte möglicherweise nur noch bedingt genusstauglich sind.

Die Gründe: Das Fleisch war entweder nicht luftdicht verpackt oder zu warm gelagert worden. Eine mögliche Erklärung für die Verfärbung sei der Druck, wenn zu viel Fleisch aufeinander gestapelt werde, kommentierte einer der kritisierten Hersteller. Der unangenehme Geruch sei aber ein Rätsel.

Eine Hackfleischprobe wies vereinzelte graue Stellen auf, und ein Schweinsragout roch «alt». Der Firmensprecher dazu: «Das sollte nicht sein. Möglich, dass die Kühlkette unterbrochen oder die Verpackung beschädigt war und dadurch Luft ans Fleisch geriet.»

Bei der Anzahl Keime und Fäkalbakterien wurden grosse Unterschiede festgestellt: Die gemessene Gesamtkeimzahl lag zwischen knapp 10 000 und 7,3 Millionen. Die Belastung durch Fäkalbakterien variierte von weniger als 10 Keimen pro Gramm bis zu 72 000! Aber Andreas Baumgartner vom Bundesamt für Gesundheit sieht in der hohen Belastung kein Problem: «Krankmachende Keime in rohem Fleisch werden eliminiert, wenn es richtig zubereitet wird.»

Text: Auszug aus dem Bericht im K-Tipp 19/06 vom 15. November 2006

Bild: foodaktuell (keines der kritisierten Produkte)