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IP-Suisse unter Druck der Hard-Discounter

Die Mehrleistungen der Schweizer Landwirtschaft kommen mit Aldi und Lidl unter Druck. Trotzdem zieht IP-Suisse eine positive Bilanz.

von Foodaktuell Importer



IP-SUISSE ist ein Mittelweg zwischen konventioneller und bio-Produktion und garantiert Schweizer Herkunft (nicht zu verwechseln mit «nur» IP sprich Integrierte Produktion). Ein Beispiel: Naturabeck-Bäckereien verwenden zertifiziertes IP-SUISSE-Mehl.

“Die Mehrleistungen der Schweizer Landwirtschaft kommen mit Aldi und Lidl unter Druck”, sagte Andreas Stalder, Präsident der Produzentenorganisation IP-Suisse an der Generalversammlung vom 15. November. Das bedeute klare Verluste, wenn sinkende Preise nicht mit grösseren Mengen kompensiert werden könnten: “Niemand trinkt mehr Milch, wenn sie zehn Rappen billiger wird.”

IP-Suisse wolle künftig noch besser versuchen, die Bedürfnisse der Konsumenten nach gesunden und ökologisch produzierten Nahrungsmitteln zu befriedigen. Man wolle aber auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bauernverband verbessern. Beim Thema Suisse Garantie etwa komme man sich ungewollt in die Quere. Ein gemeinsamer Auftritt am Markt wäre wünschenswert.

Geschäftsführer Fritz Rothen zog eine insgesamt positive Bilanz über das zurückliegende Geschäftsjahr:

Beim Getreide hätten die IP-Suisse-Produzenten mit gut 100’000 Tonnen zwar etwas weniger als die Vertragsmenge eingeliefert, man habe aber noch Lagerbestände vom Vorjahr zur Verfügung gehabt.

Bei den Kartoffeln gehe die Anbaufläche stetig zurück, im nächsten Jahr wolle man aber mit Coop und Migros zusammen den Marktanteil von IP-Suisse-Kartoffeln wieder ausdehnen.

Bei den Schweinen und Kühe habe man die Mengen steigern können.

Als sehr positiv wurde das Feldlerchen-Projekt bewertet, bei dem die IP-Suisse-Ackerbauern in den Feldern Freiräume lassen, in denen Feldlerchen nisten können. Im ersten Jahr hätten bereits 1’000 Produzenten ihr Interesse angemeldet, und auch in der Öffentlichkeit komme das Projekt gut an, das die IP-Suisse zusammen mit der Vogelwarte Sempach durchführt. (Quelle: IP-Suisse, LID)

IP-Suisse über sich selbst

IP-SUISSE setzt sich für die naturnahe und gesunde Produktion von Nahrungsmitteln ein.
Die Hauptaufgaben der Vereinigung sind:
Förderung einer umweltschonenden und tiergerechten Landwirtschaft.
Vertretung der Mitgliederinteressen im In- und Ausland.
Festlegung der Richtlinien für die Labelproduktion (Qualitätszeichen).
Förderung der Produktion und Vermarktung von Labelprodukten.
Wahrung der Interessen gegenüber Marktpartnern, Behörden und Vollzugs organen.

Die Vereinigung zählt heute ca. 32’000 Mitglieder, wobei mehr als 17’000 Betriebe zusätzlich die IP-SUISSE Anforderungen an die Nutztierhaltung erfüllen und in einzelnen oder mehreren Produktionsbereichen für das Qualitätszeichen “den Marienkäfer” zertifiziert sind.
Um zu gewährleisten, dass die Interessen des Bauernstandes wahrgenommen werden können, setzt sich der Vorstand zu mindestens zwei Dritteln aus praktizierenden Bauern und Bäuerinnen zusammen.

Wir stellen uns hohen Qualitätsanforderungen und übernehmen Investitionskosten sowie Mehraufwand für die Bewirtschaftung unserer Bauernbetriebe. IP-SUISSE-Bauern arbeiten nach vertraglich geregelten Richtlinien, machen Aufzeichnungen zur Betriebsführung, akzeptieren regelmässige Kontrollen und verpflichten sich zur Weiterbildung.

Diese Regelungen umfassen immer den gesamten Betrieb, denn nur so kann gewährleistet werden, dass der natürliche Kreislauf wenig gestört wird und die Nutzung und Pflege möglichst im Einklang mit der Natur ist. Auszug aus den Richtlinien:

IP-SUISSE-Bauernbetriebe
• halten strenge Bestimmungen zur Fruchtfolge im Ackerbau ein.
• begrünen zum Schutze für Grundwasser und Boden die Felder auch im Winter.
• schränken Düngergaben (auch Hofdünger) mengenmässig ein. Düngergaben (Nitrat/- Phosphat) werden gezielt gemäss dem Pflanzenbedarf gegeben bzw. werden mit regelmässig vorzunehmenden Bodenanalysen abgestimmt.
• führen die Unkrautregulierung grundsätzlich mechanisch durch.
• verwenden krankheitsresistente Sorten.
• fördern nützliche Insekten.
• nutzen zum Schutze der Natur nicht die gesamte Fläche wirtschaftlich, sondern belassen und pflegen auch Teile des Landes naturnah, um die Artenvielfalt zu erhalten.
• übernehmen Verantwortung für ihre Nutztiere, das heisst, die Tiere werden artgerecht gehalten und beschäftigt.

IP-SUISSE-Bauern lassen ihre Betriebe jährlich kontrollieren und zertifizieren. Kontroll- und Zertifizierungsstelle ist ProCert, eine nach EN 45011 akkreditierte Stelle für die Zertifizierung von “Produkten aus der Landwirtschaft und für verarbeitete Lebensmittel”. Diese Akkreditierung, die durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) vorgenommen wird, ist in vielen Ländern anerkannt. (Quelle: IP-SUISSE)