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Regionale Produkte erzielen höhere Preise

Reelles Einkaufsverhalten bestätigt Konsumentenumfragen

von Foodaktuell Importer


Eine deutsche Studie untersuchte kürzlich das tatsächliche Einkaufsverhalten und konstatierte, dass Verbraucher mehr für regionale Produkte bezahlen.

Verbraucher sind bereit, einen höheren Preis für Nahrungsmittel zu bezahlen, wenn sie aus der näheren Umgebung stammen und die Bauern direkt unterstützen. Dieses Ergebnis der umfassenden Studie des Instituts für die Ökonomie der Ernährungswirtschaft an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) am Standort Kiel fusst auf den Beobachtungen des tatsächlichen Einkaufsverhaltens der Verbraucher.

Die Studie der Kieler Forscher besitzt eine weit stärkere Aussagekraft als Ergebnisse, die auf der üblichen Befragung nur das deklarierte Verhaltens analysieren.

Zum Zweck der Studie wurde eine neue Milchmarke kreiert. Wer die “ErzeugerfairMilch” kauft, der zahlt für die Milch aus der Region einen Mehrpreis von 5 Cent pro Liter, der vom Handel über die Molkerei direkt an die Landwirte durchgereicht wird und damit das Milchgeld erhöht. Die Milchverpackungen sind entsprechend markiert.

In Hessen konnte dies in Zusammenarbeit mit der Upländer Bauernmolkerei und 60 Naturkostläden realisiert werden. Für Schleswig-Holstein und Hamburg wurden die Meierei Trittau sowie der Hamfelder Hof gewonnen, dort wird die “ErzeugerfairMilch” über derzeit 12 Märkte des Lebensmittel-Einzelhandels vertrieben.

Im Verlauf der Studie zeigte sich, dass sich der Absatz von Milch mit dem “5 Cent Siegel” deutlich erhöhte, teilweise um bis zu 100 Prozent. Zudem konnten Neukunden gewonnen werden. “Wir werden diese Marke auch weiterhin pflegen”, unterstrichen Joe Steffen als Vertreter der Meierei Trittau und Heinz Elfenkämper-Raymann vom Hamfelder Hof.


In der Schweiz ist die Migros flächendeckend aktiv mit ADR-Produkten (aus der Region – für die Region). Und viele kleine Molkereien beteiligen sich an Regionalprogrammen wie Culinarium Ostschweiz, Natürli Zürcher Berggebiet oder «Das Beste aus der Region» (Bernbiet).

“Aus den Ergebnissen unserer Studie in Hessen und im Norden ergeben sich völlig neue Vermarktungsperspektiven gerade für die mittelständische Milcherzeuger- und Vermarkterstruktur”, stellen Dr. Holger D. Thiele und Dr. Henrike Burchardi von der BfEL fest, “der Verbraucher erhält die Möglichkeit, auf diesem Wege ganz direkt etwas Gutes für die Landwirte in seiner Region zu tun – dies gilt es nunmehr weiter zu entwickeln”.

Text: aid, Dr. Uwe Scheper

Bilder: foodaktuell

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