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Anna Käppeli wird Baristameisterin 2007

Zum ersten Mal hat eine Frau die Schweizer Barista-Meisterschaft gewonnen. Sie kämpfte gestern an der 8. Meisterschaft an der Bäckereifachmesse FBK in Bern. Auch die Schweizer Meisterschaft im Cup Tasting gewann eine Frau: Gloria Pedroza.

von Foodaktuell Importer

Duygu Yildrin serviert der Sensorikjury ihre vier Cappuccini. Links: Juror und Patissier-Weltmeister Ivo Adam. Siegerin des Barista-Wettkampfs war aber Anna Käppeli.

Nach der erfolgreichen «World of Coffee» der Barista Weltmeisterschaften im vergangenen Mai 2006 mit 9600 Besuchern fanden am 21. Januar 2007 die Schweizer Meisterschaften statt. Begleitet wurden sie von einer interessanten Show über das weite Gebiet von Kaffee-Spezialitäten und deren Zubereitung.

Vier Teilnehmerinnen und neun Teilnehmer kämpften um Spitzenplätze an der Schweizer Barista Meisterschaften am Sonntag, 21. Januar 2007 in Bern an der Bäckereifachmesse FBK. Zum ersten Mal in der Geschichte der Schweizer Barista Meisterschaften gewann eine Frau den begehrten Titel.

In Bern traten die Schweizer Baristi in den Disziplinen Espresso, Cappuccino und einer Eigenkreation auf Espressobasis gegeneinander an. Neben dem Geschmack werden auch die Optik und Präsentation des Getränkes, die Technik der Baristi sowie die Wirkung seiner Persönlichkeit auf Jury und Publikum bewertet. Die sympathische Siegerin Anna Käppeli aus Thun hatte die Jury mit Ihrer Präsentation überzeugt und darf die Schweiz in Tokio an den Weltmeisterschaften vertreten.

Rangfolge:

1. Anna Käppeli

2. Giovanni Meola

3. Thomas Liebe

Bester Espresso: Thomas Liebe

Bester Cappuccino: Giovanni Meola

Bester Signature Drink: Franziska Gerber

Carlo Delfs von Taloca absolviert im Cup Tasting unter Zeitdruck acht Dreieckstests mit verschiedenen Kaffeeprovienienzen. In jedem Test sind zwei Muster identisch und eines abweichend, das der Kandidat herausfinden soll. Gewonnen hat den Wettkampf aber Gloria Pedroza.

In einem spannenden Finale setzte sich Gloria Pedroza, die amtierende Weltmeisterin durch und gewann die Cupping Schweizer Meisterschaft 2007 klar mit 3 x 0 Fehler. Sie wird die Schweiz an den Cupping Weltmeisterschaften 2007 in Antwerpen vertreten.

Rangfolge:

1. Gloria Pedroza, NKG Quality Service

2. Marc, Käppeli, Blaser Café

3. Roland, Werthmüller, Hemmi & Bauer

4. Andi Strittmatter, Rast Kaffee

Pro Durchgang starten zwei bis drei Kandidaten gleichzeitig, dabei kommen die sechs Besten in die zweite Runde. Den Final bestreiten die drei Besten aus der zweiten Runde, hier wird der Gewinner dieser Runde zum Cup-Tasting Schweizermeister erkoren.

Was hat ein Profi-Barista zu bieten?

Mit steigender Anzahl an Cafébars in der Schweiz rückt das Berufsfeld des Baristas immer mehr in den Mittelpunkt. Er ist der Spezialist an der Espressomaschine, der das Kaffeegetränk zubereitet und dem Kunden serviert. Von seinem Können und Kommunikationstalent hängt es ab, ob die Kunden zufrieden sind. Und wie jeder gute Sommelier oder Bartender muss er seine Kunst beherrschen.

Der Barista hat ein umfangreiches Wissen über Kaffeesorten und ihre Eigenschaften, über die Technik der Maschinen und das Zusammenwirken dieser Faktoren. Er entscheidet, welcher Mahlgrad beim Espressokaffee unter den gegebenen Bedingungen das optimale Extrakt erzeugt und welcher Dosierungsgrad des Kaffeemehls je Tasse einen idealen Kaffee für den Gast garantiert.

Dazu kommt, dass er auch bei Hochbetrieb und unter Druck seinen Beruf mit Leidenschaft ausfüllt und dem Gast neben dem perfekten Espresso das Gefühl des Willkommenseins vermittelt. Die neue „Schweizer Barista Meisterin 2007“ wird die Schweiz auf der „World Barista Championship“ in Tokyo Ende Juli 2007 vertreten.

Was ist Cup Tasting (Cupping)?

Im Handel und in der Kaffeeindustrie hat der Kaffee-Degustierer eine wichtige Aufgabe. Vor jeder Verschiffung und bei Ankunft werden die Bohnen auf ihre Qualität geprüft. Ein Tassen-Profil wird festgelegt und die Kaffees nach Säure, Körper und Geschmack beurteilt. Auch die Feuchtigkeit der grünen Kaffeebohnen wird festgehalten.

Mit der Beurteilung kann der Händler seine Kunden Empfehlungen abgeben. Der Röster definiert mit dem ‘Cup Tasting’ seine Beschreibungen zum Kaffee und bestimmt damit seine Mischungen. Der Cup Taster garantiert damit die Qualitätssicherung der Kaffees für seine Firma.

Bei der nationalen Cupping Meisterschaft wird der beste Cupper der Schweiz mit Hilfe von Dreieckstests ermittelt. Ein Set besteht aus drei Tassen, wobei zwei von ihnen identischen Kaffee beinhalten. Das Ziel für den Teilnehmer ist es, den abweichenden Kaffee zu identifizieren. Dabei müssen nicht die enthaltenen Bohnen der Kaffeemischungen oder des Single Blends identifiziert werden, sondern nur der eine Kaffee, welcher nicht zu den identischen Kaffees passt.

Es wird eine Serie von acht Triangeltests aufgebaut und die Teilnehmer, welche die meisten Kaffees korrekt finden, kommen in die nächste Runde. Bei Punktegleichheit ist entscheidend, wer die Aufgabe in kürzerer Zeit gelöst hat. Diese ist jeweils auf acht Minuten begrenzt. Der Sieger des Finals qualifiziert sich für die Weltmeisterschaft im Mai 2007 in Antwerpen.

Was ist Speciality Coffee?

Mit Speciality Coffee bezeichnet man nach bestem Können zubereitete Kaffeegetränke, die von den Konsumenten für die ausgezeichnete Qualität und den ausgeprägten Geschmack und Charakter geschätzt werden. Die Rohkaffees werden in genau bezeichneten Gebieten angebaut. Die Röstkaffees entsprechen in Bezug auf Rohstoff, Verarbeitung, Röstung, Lagerung und Zubereitung den höchsten Qualitätsanforderungen.

Über SCAE

Der offizielle Veranstalter der SBC 2007 ist das Swiss Chapter der SCAE (Speciality Coffee Association of Europe). Die SCAE ist der europäische Spezialitäten-Kaffeeverband. Unter dem Dach der SCAE haben sich Kaffeespezialisten und Liebhaber der braunen Bohne zusammengeschlossen, um eine „bessere Kaffeewelt“ zu schaffen und Speciality Coffee zu fördern.

Vom Pflanzer bis zum Barista sind alle Beteiligten des Kaffeemarktes in der SCAE präsent. Die Idee dahinter ist, gemeinsam die Kaffeequalität zu verbessern, das Wissen um Kaffee, seine Zubereitung und Verarbeitung zu fördern, sowie dem fachlichen Austausch als Plattform zu dienen.

Text: SCAE

Bilder: foodaktuell

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