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Guide-bleu befördert Testesser zu Auditoren

Der Restaurantführer guide-bleu.ch erneuert sein Konzept: Die Testesser führen ab 2008 ein objektiviertes Audit durch, das dem Gastronomen fakturiert wird (wie bei Bio-Audits).

von Foodaktuell Importer

«Die Zeiten, wo Empfehlungen aus der Gastronomie von
wenigen “Königsmachern” publiziert wurden, sind vorbei – wenigstens
für den Restaurantführer “guide-bleu.ch 2008», schrieb heute die guide-bleu-Chefredaktion in einer Medienmitteilung. Bild: Guide-bleu-Testesser macht sich diskret Notizen.

Mit dem Internetauftritt zu seinem 30. Geburtstag vom 1.10.06
steht der virtuelle “guide-bleu.ch” erstmals allen Restaurants in der
Schweiz offen. Jeder Gastrobetrieb hat die Möglichkeit, sich mit
Basisdaten selbst in die Plattform einzutragen. Restaurants die zur
regionalen Philosophie stehen und die Bedingungen akzeptieren, können
ein kostenpflichtiges Audit beantragen. Diese Öffnung relativiert
Empfehlungen einer “Tester-Lobby” und verhindert, dass
überdurchschnittliche Betriebe übersehen oder gar übergangen werden.

Damit verstärkt “guide-bleu.ch” die Richtung seiner objektiven
Wertung. Die detaillierten Ergebnisse werden dem Wirt zur Verfügung
gestellt. Die Beobachtungen sind nicht nur auf die Küche
ausgerichtet, es geht um das subtile Fördern und Fordern
konsumentenfreundlicher Erwartungen. Man respektiert den regionalen
Bezug der kulinarischen Angebote, vor allem in den für Leser wie
Wirte messbaren Bereichen wie Schweizer Mineralwasser, Schweizer
Wein, Schweizer Käse oder Schweizer Spirituosen.

Sind kostenpflichtige Audits noch objektiv?

Sie sind genauso objektiv wie Revisionen oder Ratings, auch diese
kosten Geld und auch sie müssen extern beantragt werden. Anfragen für
Audits werden von der gesamten Testredaktion überprüft. Wenn keine
Einwände bestehen, werden sie wie bisher anonym durchgeführt. Aber publiziert und in Rechnung gestellt werden ausschliesslich
überdurchschnittliche Resultate.

Moderne Gastgeber orientieren sich an detaillierten Werten, die
sie auch als Führungsmittel einsetzen können. Auch Leser sollen
nachvollziehen können, welche Kriterien beurteilt werden. Nicht jeden
interessiert die Spitzengastronomie, diese lebt von einem Umfeld, das
sich dauernd verändert, so wie sich auch die Essgewohnheiten ändern.
Viele Edelköche strecken sich längst nicht mehr nach der Decke, sie
wollen nichts weniger als mit beiden Füssen auf dem Boden stehen und
dort auch stehen bleiben.

Die Ansprüche aller Beteiligten sind vielfältig. Dem Einen genügen
ein paar pfiffige Tipps aus der Lokalzeitung, ein anderer will selbst
entdecken. “guide-bleu.ch” richtet sich an Leser die sich bewegen, an
solche, die schweizweit auf kulinarischen Entdeckungsreisen gehen wie
auch an solche, die sich beruflich auf eine gewertete Adresse
verlassen müssen.

Diese neuen Anforderungen beanspruchen einen grösseren Aufwand als
bisher. Pro Betrieb dauert ein Audit in der Regel vier Stunden, und die
Konsumation wird von der Testredaktion bezahlt. Dazu kommen Transfer,
administrative Verarbeitung und Ausbildungs-Worshops, also gut und
gerne acht Stunden. Nicht alle Kosten müssen auf Leser oder Inserenten
abgewälzt werden, auch die Wirte engagieren sich mit dem Audit für
die Ausrichtung des Konsumentenführers über die Schweizer
Gastronomie.


Die Empfehlungen 2006 der drei führenden Gastroführern der Schweiz
im Vergleich:

guide-bleu.ch:
Schweiz. Erstausgabe 1976
1270 Empfehlungen
davon 468 auch in Guide Schweiz und 456 in Michelin Schweiz

Gault Millau:
Schweiz. Erstausgabe 1982
761 Empfehlungen
davon 468 auch in guide-bleu und 463 in Michelin Schweiz

Michelin Schweiz:
Schweiz. Erstausgabe 1994
840 Empfehlungen
Davon 308 auch in guide-bleu und 463 in Guide Schweiz

308 Restaurants werden gleichzeitig in diesen Gastroführern
erwähnt. Dem Leser macht es dann Spass, wenn er Fokus der
differenzierten Beobachtungen kennt. Bei “guide-bleu.ch” liegt das in
der Beachtung und Bewertung der gesamtheitlichen Leistungen eines
Teams und im Respekt vor der Verwendung heimischer Ressourcen, deren
Präsenz jetzt auch gewertet werden, z.B.:

– Wein: angemessene Vertretung der eigenen Region und weiterer
Schweizer Provenienzen
– Flaschenwein im Offenausschank: aus obigem Angebot wenigstens 3
Schweizer Provenienzen
– Käse: dominante Präsenz von Schweizer Käse
– Edelbrände: dominante Präsenz von Schweizer Edelbränden
– Mineralwasser: Schweizer Mineralwasser sind obligat

Medienmitteilung Guide-bleu
Bild: foodaktuell