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Rückblick auf ISM-Süsswarenmesse 2007

«Süss aber gesund» ist das Ziel vieler Hersteller

von Foodaktuell Importer


Mit einem Besucherplus schloss die 37. Internationale Süsswarenmesse (ISM) am 31.1.2007 nach viertägiger Laufzeit ihre Tore.

Rund 36.000 Einkäufer aus etwa 150 Ländern (2006: 35.249 aus 155 Ländern) nutzten die Gelegenheit, sich über das Weltmarktangebot an Süsswaren und Knabberartikeln zu informieren. Zu Themen wie “Premium”, “Wellness und Fitness” sowie “Bioprodukten” präsentierten viele der Anbieter trendgerechte Produktideen und Konzepte.

Viele Produktkonzepte sowohl im Süsswaren- als auch im Knabberartikelsektor haben die Beziehung zwischen natürlichen Rohstoffen, Geschmack und einem guten Körpergefühl betont. Weniger Zucker und Fette, verstärkter Einsatz von natürlichen Aromen und Zutaten, Betonung der Ursprünglichkeit der Grundstoffe: Das Thema “Wellness und Fitness” zog sich wie ein Leitfaden durch alle Angebotsbereiche, gerade auch bei Schokoladenerzeugnissen.

Die Branche reagiert damit auf die aktuelle Diskussion, die derzeit von Politik und Verbraucherschützern an die Branche herangetragen wird und sich mit grundlegenden Fragestellungen der Ernährung beschäftigt. Mit neuen Rezepturen und innovativen Produkten begegnen die Hersteller dem Wunsch nach ausgewogener Ernährung und Genuss ohne Reue.

Auf breiter Basis macht sich der Trend zu hoher Qualität bemerkbar. Dem entsprechen die Anbieter von Premiumprodukten. Auch für Bioprodukte ist im Süsswaren- und Snacksektor eine grosse Nachfrage entstanden, die zunehmend auch von Markenanbietern beantwortet wird. Das Angebotsspektrum reicht von Schokoladen über Zuckerwaren und Feine Backwaren bis hin zu Knabberartikeln aus kontrolliert ökologischem Anbau.

Zum zweiten Mal fand teilparallel zur ISM die ProSweets Cologne statt. Die Messe für die Zulieferindustrie der Süsswarenwirtschaft war an den ersten drei Veranstaltungstagen (29. bis 31. Januar) hervorragend besucht und wird noch bis einschliesslich Donnerstag, also einen Tag länger als die ISM, für die Nachfrager nach Technologie, Technik, Verpackung und Ingredients geöffnet sein.

Die Trends der 37. ISM in Köln

Die Anbieter lernten aus der Diskussion um die Ernährung und vermarkten Süsswaren aktiv mit entsprechenden Botschaften. So werden die Trends der Zeit wie Wellness und Fitness, Premium und auch Bio nicht nur adaptiert, sondern mit den spezifischen Vorteilen aus der ungeheuren Bandbreite des süssen Genusses zelebriert.

In diesem Sommer dürfen sich die Konsumenten vor allem auf eines freuen: auf Frucht pur, weitere originäre Angebote bei Schokolade mit hohem Kakaoanteil sowie funktionelle Bonbons, Lutscher und Kaugummi in neuen Formen. Roibboos, Pu Erh oder Grüner Tee, Ingwer, Zitronengras, Sanddorn, Asia Spice zählen inzwischen schon zum Standard als Zutaten zu Aktiv-Schokoladen und Marzipan-Harmonien.

Während Chili, roter und grüner Pfeffer, Meersalz und Himalajasalz in den vergangenen Jahren als Schokoladenzugabe beinahe schon zum Mainstream avanciert sind, experimentieren die Spitzenchocolatiers inzwischen schon mit Ylang-Ylang, Noni, Lassi, Wasabi und Algen sowie mit Weihrauch und natürlich auch mit Rosenblütenessenzen.

Tafeln mit 100 % Kakao-Anteilen finden sich in vielen Programmen, die Kenner der Szene räsonieren indes über Kakaonoten und Anbaugebiete wie Esmeraldas, Los Rios und Manabi in Ecuador, über Santander in Kolumbien, auf Java, Madagaskar oder in Ghana ebenso fundiert und enthusiastisch wie Weinfreunde über Rebsorten, Chateaus und Lagen.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien, wonach Kakao beispielsweise die Lebenszeit verlängern kann, und andere gesundheitsfördernde Elemente werden von den Firmen in die Kommunikation eingebunden. Da gibt es Schokolade mit dem Beinamen IQ, die nachweislich die Konzentration steigert, oder Schokolade, die das Immunsystem stärkt.

Die Süsswarenbranche nimmt Wellness und Wohlbefinden der Menschen ernst und offeriert eine Fülle von unglaublichen Konzepten für die unterschiedlichsten Lebenslagen – ob die geriffelten Mints für die Zungenpflege, IQ-Mints für Leistungssteigerung oder den Lolly mit beruhigenden Naturheilkräutern Melisse und Lindenblüte, die der “Lolli-Minister” insbesondere den Raucherinnen in Form einer Zigarettenschachtel ans Herz legt.

Natürlich kommen bei Bonbons, Kaubonbons, Fruchtgummis und ähnlichen Produkten immer mehr Hersteller mit zuckerfreien Varianten auf den Markt. Und was bei Bonbons schon gang und gäbe ist, könnte auch für andere Produkte bald Markt-entscheidend werden. Ein Blick nach Spanien zeigt, das sich dort auch Light-Varianten für Tafelschokoladen sehr erfreulich entwickeln. Noch ist ein solcher Trend bei den Tafelschokoladen in Deutschland aber nicht zu erkennen. Aber erste Projekte mit zuckerreduzierten Tafeln sind auf grosse Resonanz gestossen.

“Natural” -Schokolade mit Ballaststoffen aus der Kakaobohne und 30% weniger Zucker: Neuheit von Stollwerck GmbH.

Eine Entwicklung ist über alle Segmente herausragend: das Bekenntnis zur Frucht. So setzen die Zuckerwarenhersteller zusehends auf natürliche Fruchtbasis, gibt es Lutscher gleich mit drei saftigen Komponenten in einem. Aber auch die Fülle der Sommerschokoladen mit Mango, Maracuja, Pfirsich, Grüner Apfel, Feigen, den verschiedenen Beeren und vielen mehr war nicht zu übersehen.

Eine Frucht aber wird in diesem Jahr zum Stern: die Kirsche. Ob als Kirsche-Straciatella in edlem Marzipan, als Beigabe zum leichten Schaumkuss – eine technologische Meisterleistung – oder in Verbindung mit leichten Joghurt-Gebäcken – die Kirsche feiert ein glanzvolles Comeback ebenso wie viele Retro-Artikel, die binnen kurzer Zeit zum Publikumsliebling werden. Man denke an die Katzenzungen oder im Kinderartikelbereich an viereckige Kaubonbons mit Stiel in Himbeer- und Milch-Geschmack.

Die Kinderartikel entwickeln ihre Lizenzen weiter, wobei sich neben den Klassikern von Disney sowie Barbie und auch Pokémon in diesem Jahr die kleine Hello Kitty zum SpongeBob gesellt. Einen Auflauf verursachte ein Aussteller, der Dino-Figuren aus einer Ei-Hülle schlüpfen und wachsen lässt. Für die frechen Akzente werden in den kommenden Monaten wohl die Turtles und Wrestling mit den entsprechenden Assecoires wie Tattoos, Sticker und Surprise Eggs sorgen.

Purismus und Bekenntnis zum Rohstoff heisst die Devise bei Süssgebäck, das dieses Jahr wohl die Erdnuss zum grossen Spass küren wird. Weniger Zucker und weniger Fett versprechen die Anbieter der grossen Marken, die weiteren Angebote gehen mit leichten Joghurt-Varianten und auch neuen Gewürzen ins Rennen. Besonders in diesem Segment gab es auf der ISM eine unglaubliche Flut an Bio-Artikeln zu sehen, vielfach als ökologische Varianten für das Standardgebäck.

“Bio ist nicht Luxus, Bio ist die Basis” konnte man bei einem Anbieter im Bereich der Salzigen Snacks lesen. Die Snacking-Branche ist geprägt von Light-Versionen und neuen Angeboten, etwa kartoffelähnlichen Früchten aus Aisen, Krabben und vor allem auch Reisgebäck in allen Formen und Farben.

Konnte man in den vergangenen Jahren eher einen Trend zum Downsizing beobachten, der in Köln nach wie vor in Form von 40 g, 50 g Minitäfelchen, Sticks etc. zu beobachten ist, so gewinnen jetzt andererseits die grossen Multipacks und Riesentafeln wieder an Bedeutung. Selbst bei den Keksen gibt es wunderbare Cookies aus Australien in Designer-Boxen, die man gerne mit Freunden teilt. (Medienmitteilung Kölnmesse)

Die nächste und 38. ISM findet vom 27. bis 30. Januar 2008 in Köln statt.

Veranstalter der ISM sind die Koelnmesse und – als ideeller Träger – der Arbeitskreis Internationale Süsswaren-Messe – AISM.

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