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Berner Kantonschemiker beanstandet AOC-Alpkäse

Der Berner Kantonschemiker rügt Berner Oberländer Alpkäselieferanten, die ihren Käse nicht sechs Monate reifen lassen wie vom AOC-Pflichtenheft verlangt.

von Foodaktuell Importer

Der Berner Kantonschemiker rügt Berner Oberländer Alpkäselieferanten, die ihren Käse nicht lange genug reifen lassen. Laut dem Pflichtenheft der geschützten Herkunftsangabe (AOC) für Berner Alpkäse muss der Käse mindestens sechs Monate gereift sein, bevor er verkauft wird. In zwei Fällen ging der Kantonschemiker Otmar Deflorin gegen Alpkäselieferanten vor, schrieb der “Schweizer Bauer”. Bis jetzt seien solche Verstösse nicht geahndet worden.

Im einen Fall beklagte sich ein Zürcher Hotelier beim Kantonschemiker über einen Käse, der als Alpkäse verkauft worden war, aber nicht sechs Monate gereift war. Das Problem: Im Berner Oberland ist es gängige Praxis, dass Alpkäser einen Teil ihres Käses nach weniger als sechs Monaten direkt an Konsumenten verkaufen. Die Sechs-Monate-Regel im Pflichtenheft führt dazu, dass an den Chästeilet im Oberland junger Alpkäse nur zur Weiterreifung verkauft werden dürfte.

Alfred Santschi, Präsident der Sortenorganisation Casalp, erklärte gegenüber dem “Schweizer Bauer”, er möchte das Pflichtenheft ändern, um den Verkauf von jungem Käse direkt ab Alp zu ermöglichen. (Quelle: LID)

Beim zweiten Fall handelt es sich um acht Tonnen normalen Bergkäse, den die Migros Aare vor einigen Monaten als hochpreisigen Berner Alpkäse AOC verkaufte. Lieferant war ein Milchverarbeiter in der Region Gstaad-Saanenland. Deflorin untersuchte den Fall aufgrund einer Reklamation aus der Branche und sprach eine formelle Beanstandund aus. Abklärungen hätten ergeben, dass eine Verwechslung im Käselager zum Vorfall geführt habe.

Er habe auch die Führung des Käselagers beanstandet, sagt der Berner Kantonschemiker weiter. Finanzielle Folgen seitens der Verwaltung habe der Fall aber keine nach sich gezogen. Bei der Migros heisst es, man habe Konsequenzen gezogen. Der Mediensprecher der Migros Aare, Thomas Bornhauser, wollte aber keine näheren Angaben machen. (Quelle: Schweizer Bauer)