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Schweizer Weine im Gold- und Silber-Regen

72 Schweizer Weine gewannen am Pariser Weinwettbewerb "Vinalies internationales" 15 Gold- und 57 Silbermedaillen. Die Schweiz war damit das erfolgreichste Teilnehmerland.

von Foodaktuell Importer


Schweizer Weine gewannen am Weinwettbewerb “Vinalies internationales” in Paris 15 Gold- und 57 Silbermedaillen. Die Schweiz ist damit das erfolgreichste der 38 Teilnehmerländer, wie die Nachrichtenagentur SDA mitteilt. Zwei Drittel der Auszeichnungen gingen an Weine aus dem Wallis. Sie errangen sieben goldene und 43 silberne Auszeichnungen.

Hinter dem Wallis erreichte das Waadtland mit fünf Gold- und sieben Silbermedaillen den zweiten Platz, gefolgt von Genf. Ausgezeichnet wurden auch zwei Weinkellereien aus Winterthur. Beide erreichten mit ihren Rotweinen den zweiten Platz.

Die Schweiz verwies mit ihren Medaillen nicht nur Spanien (64 Auszeichnungen), sondern auch Chile (60), Ungarn (22), Italien (21) und Deutschland (20) auf die hinteren Plätze. Nur das Gastgeberland Frankreich war noch erfolgreicher. Es erzielte 399 Auszeichnungen. An der 13. Ausgabe des Wettbewerbs wurden 2’850 Wein-, Likör- und Schnapsmuster präsentiert. Insgesamt wurden 204 Goldmedaillen und 671 Silbermedaillen verteilt.

Über Schweizer Weine

Die drei grössten Rebbaukantone sind Wallis, Waadt und Genf. Grosse Bedeutung haben nebst den Westschweizer Kantonen die Ostschweizer und das Tessin:

WALLIS

Rebfläche 5 260 ha (1996)
Produktionsmenge 514 451 hl (1996)
Proportion 56% rote und 45% weisse Sorten

Das Wallis ist der grösste Weinbaukanton der Schweiz. Von Visp bis Le Bouveret am Genfersee, dehnt sich die Rebfläche über mehr als 100 km aus. Das rechte Rhoneufer ist die bevorzugte Gegend für den Rebbau. Bis zu einer Höhe von 1000 Metern findet man die mit kunstvollen Stutzmauern angelegten Rebbau-Terrassen. Der jährliche Niederschlag wird mit 600 mm gemessen, während der Jahresdurchschnitt der Schweiz das Doppelte beträgt. Dies erklärt den steten Kampf ums Wasser und die Notwendigkeit der künstlichen Bewässerung.

Das Oberwallis, vorab die Regionen von Siders, Salgesch und Granges, bringen dank dem kalkhaltigen Boden ausserordentliche Blauburgunder (Pinot noir) hervor. «Dôle» ist keine Rebsorte, sondern die Bezeichnung fur Qualitätsrotwein des Wallis. Er ist entweder aus reinem Pinot noir oder eine Mischung von Gamay- und Pinot-Trauben.
Eine spezielle Erwähnung verdient auch die Reblage von Visperterminen. Dort wird auf 1150 m. ü.M. aus Traminertrauben der Heidenwein (Heida) oder Paien gewonnen.
Im Mittelwallis – zwischen St-Leonard und Conthey – wird eine sehr gute Qualität von Chasselas (Gutedel) angebaut, die im Wallis unter dem Namen «Fendant» als weisse Hauptsorte gilt.

Der Sylvaner (Gros Rhin) kommt unter dem Namen Johannisberg auf den Markt. Die Gegend von Riddes, Chamoson, Leytron, Saillon und Ardon bringt die besten Qualitäten davon hervor und ist ausserdem auch für ihre hervorragende, vorwiegend weisse Spezialitätenpalette bekannt. Das aussergewöhnliche Klima ermöglicht den erfolgreichen Anbau von alten einheimischen Rebsorten wie z.B.: Amigne, Arvine, Humagne, Reze, Cornalin, Sirah.

Im Unterwallis sind vorwiegend die Rebsorten Chasselas, Gamay und Pinot-Noir zu finden.
Im Moment sind Fendant und Dôle die Spitzenrenner im Wallis. Allerdings ist auch der Trend in Richtung Abwechslung und Veränderung sehr gross: Man findet unter anderen bei den roten Sorten Cabernet-Sauvignon und Merlot und bei den weissen Chardonnay oder Sauvignon. Zu erwähnen wäre schliesslich eine weitere Entwicklung in Richtung Lagerung in Barrique (Standartfass in Bordeaux 225 l).

WAADT

Rebfläche 3 833 ha (1996)
Produktionsmenge 399 984 hl (1996)
Proportion 24% rote und 76% weisse Sorten

Der Kanton Waadt ist der zweitgrösste Weinbaukanton nach dem Wallis. Die jährliche Produktion beträgt rund 76% Weisswein und 24% Rotwein. Die Hauptproduktionsgebiete befinden sich im Rhonetal, entlang dem Genfer-, dem Neuenburger- und dem Murtensee. Die Unterschiede der einzelnen Regionen sind nicht nur in Bezug auf das Klima gross, sondern auch auf die Bodenbeschaffung. Die Verschiedenartigkeit dieser Weine bildet einen Hauptanreiz für Liebhaber der Waadtländer Weine.

La Côte:
Die Côte erstreckt sich vom Bezirk Nyon (Kantonsgrenze Genf) bis westlich von Lausanne und deckt 50% der Rebfläche des Kantons d.h. 1865 ha ab und liefert allein 50% der weissen Waadtländer, zur Hauptsache Chasselas. Die Bonne Côte ist recht hügelig, während die Lage gegen Nyon hin abflacht. Es werden 12 Ursprungsbezeichnungen gezählt: Morges, Aubonne, Perroy, Féchy, Mont-sur-Rolle, Tartegnin, Coteau de Vincy, Bursinel, Vinzel, Luins, Begnins, Nyon.

Lavaux:
Das Lavaux-Gebiet liegt zwischen Chillon und Lausanne und umfasst 25% des Rebareals des Kantons; dazu gehört die berühmteste Lage Dézaley. Die steil gegen den See abfallenden wunderschönen Terrassen wurden im Xl. Jahrhundert durch Zisterzinsermönche angelegt. Die Sonne wirkt durch die Rückspiegelung vom See her besonders intensiv auf die von Mauern gestützten Reblagen. Hier wachsen die ansprechendsten Chasselasweine der Schweiz auf Granitboden (Dézaley), auf Kalkboden (Riex) oder Molassegrund (Cully, Blonay). Im Lavaux gibt es zwei Crus: Dézaley und Calamin, sowie 6 Ursprungsbezeichnungen: Lutry, Villette, Epesses, St-Saphorin, Chardonne, Montreux oder Vevey.

Chablais:
Das Chablais umfasst 15% der Rebfläche im Gebiet des rechten Rhoneufers von Lavey bis Villeneuve. Die Bodenbeschaffenheit ist äusserst interessant: kiesig, leicht, mit Kalksteingeröll und Magnesiumoxyd oder sogar Gipsboden (Ollon, Bex). Die Lage am Alpenrand ist sonnig, föhnig und bringt herrliche Weissweine mit einem speziellen Charakter, aber auch gute Pinot Noir hervor. Es gibt hier fünf Ursprungsbezeichnungen: Villeneuve, Yvorne, Aigle, Ollon und Bex.

Nord-Vaudois:
Der Anteil dieser Region beträgt 10% am gesamten Produktionsgebiet und ist in drei Regionen unterteilt: Côtes-de-l’Orbe (zwischen Yverdon und Arnex), Bonvillars am Neuenburgersee (zwischen Yverdon und Concise) und Vully (am Murtensee). Der Boden ist kies- und kalkhaltig. Am Fusse des Juras liegen die Rebhänge breit am Seeufer. Die Chasselas-Weine im Norden des Kantons sind fruchtig und ähneln dem Neuenburger. Die drei Ursprungsbezeichnungen heissen Côtes-de-l’Orbe, Bonvillars, Vully (VD).

GENF

Rebfläche 1 347 ha (1996)
Produktionsmenge 138 102 hl (1996)
Proportion 47% rote und 53% weisse Sorten

Genf ist der drittgrösste Weinbaukanton der Schweiz, sein Rebareal ist in drei grosse Gebiete unterteilt:
– 800 ha im Mandement und am rechten Seeufer
– 300 ha zwischen Arve und Rhone
– 250 ha zwischen Arve und See
Die Bodenbeschaffenheit ist die Fortsetzung der Moränen im Bereich der La Côte (kiesig, Molasseschlamm). Die sanften Rebberge erlauben überall eine starke Mechanisierung. Das Klima ist günstig für den Rebbau, wenig Niederschlage bei einer guten Sonnenbestrahlung mit Seenähe und Bise.

DIE OSTSCHWEIZ

Mit einer Anbaufläche von 2 549 ha deckt die deutschsprachige Schweiz nur ca. 17% der gesamten Rebfläche ab (Waadt 26% und Wallis 35%). Stark zerstückelt, erstreckt sie sich über 17 Kantone.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zur Suisse romande ist der Vorrang an roten Sorten mit 71%, zur Hauptsache Blauburgunder (Pinot Noir). Die Produktion der Weissweine beschränkt sich fast ausschliesslich auf Riesling x Sylvaner. Die Weinberge ziehen sich entlang den Seen und Flüssen. Einige Reblagen, wie z.B. Hallau und die Bündner Herrschaft, profitieren von günstigen klimatischen Vorteilen unter starkem Föhneinfluss.
Das Gütezeichen der deutschen Schweiz heisst «Winzer-Wy» und ist reserviert für eine Genossenschaft von Selbstkelterungsbetrieben

TESSIN

Rebfläche 908 ha (1996)
Produktion 48 165 hl (1996)
Proportion 5% weisse und 95% rote Sorten

Der Kanton Tessin sowie der italienischsprachige Teil des Kantons Graubünden, das Misox (Mesolcina), unterscheiden sich von den übrigen Kantonen u.a. auch in der Verschiedenheit der Rebsorten. Dies ist hauptsächlich auf die einmaligen klimatischen Verhältnisse zurückzuführen. Der Einfluss des Mittelmeeres, die Vielzahl der Sonnenstunden, die hohe Niederschlagsmenge sindbesonders für die Merlotpflanze ideal. 1929 führte M. Paleari, Ing.agr., die Rebsorte Merlot aus dem Gebiet des Bordelais ein, und heute beträgt ihr Anteil an der Weinproduktion 88%.

Man unterscheidet folgende Weinbauregionen im Tessin:
Sopraceneri: Diese Region umfasst Gebiete im Maggiatal, an den Ufern des Lago Maggiore, in der Magadinoebene und beiderseits des Flusses Ticino.
Zum Sottoceneri zählen das Luganese und das Mendrisiotto mit den Weinbaugemeinden Balerna, Coldrerio, Chiasso, Stabio, Morbio Inferiore, Castel San Pietro.
Das für die gute Reifung der Trauben förderliche Klima hat einen erheblichen Nachteil: es verzeichnet die höchste Hagelgefahr der Schweiz. (Quelle: wine-online.ch)