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Rücktritt wegen falsch deklariertem Käse

Der Geschäftsführer der Milchgenossenschaft Gstaad ist zurückgetreten. Er hatte der Migros falsch deklarierten Käse geliefert. Der Fall hat ein juristisches Nachspiel.

von Foodaktuell Importer



Hanspeter Reust bereicherte das Saanenland um eine originelle Attraktion: die Käsekathedrale, ein zum Alpkäse-Reifungslager umgebautes Wasserreservoir. Siehe dazu: Kathedrale für Alpkäse. Reust engagierte sich auch für das Grossprojekt «Milkfarm» (Molkerei mit Hotel, Wellnessbereich und Seminarbetrieb). Es ist allerdings auf Eis gelegt, weil das Gewässerschutzamt den Standort zwischen Saanen und Gstaad ablehnte.

Hanspeter Reust, Geschäftsführer der Milchgenossenschaft Gstaad, ist am Montag, 26. März, zurückgetreten. Er hatte der Migros absichtlich falsch deklarierten Käse geliefert. Die provisorische Geschäftsführung übernimmt Präsident Hans-Ruedi Steiner. Reust hatte letztes Jahr acht Tonnen Bergkäse als Alpkäse deklariert und der Migros verkauft. Alpkäse ist teurer als Bergkäse.

Zuerst hatte es geheissen, es handle sich um eine Verwechslung. Die Migros drohte in der Folge mit dem Abbruch der Geschäftsbeziehungen. Ob die Zusammenarbeit mit der Milchgenossenschaft Gstaad langfristigen Bestand hat, ist auch nach Bekanntwerden des Rücktritts noch offen, wie Migros-Aare-Sprecher Thomas Bornhauser gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Bereits mehrere Konkurrenten hätten ihre Produkte der Migros angeboten, nachdem die Gstaader Käse-Affäre bekannt geworden sei. Die Migros Aare hat bisher keine rechtlichen Schritte gegen die Milchgenossenschaft erwogen.

Die Gstaader Käse-Affäre hat ein juristisches Nachspiel: Das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland hat wegen der Falschlieferung von Käse der Milchverwertungsgenossenschaft Gstaad an die Migros Aare ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Es werde nun abgeklärt, ob mit der Lieferung von Berg- anstelle von hochwertigem AOC-Alpkäse strafrechtlich relevante Handlungen begangen worden seien und wer dafür die Verantwortung trage. Von Seiten der Polizei werden nun Befragungen durchgeführt und eine “Auslegeordnung” der Vorfälle gemacht. (Quelle Text: SDA, LID, Bild und Legende: foodaktuell)