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Weinkonsum nimmt weiter ab

von Foodaktuell Importer


Der Abwärtstrend beim Weinkonsum hat sich im 2006 nicht abgeschwächt.

Das Glas ist nicht mehr so voll wie früher: Der Gesundheitstrend und die tiefere Promillegrenze wirken sich aus.

Im vergangenen Jahr wurden noch 2.702 Millionen hl Wein konsumiert, wie dem vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) veröffentlichten Bericht “Das Weinjahr 2006” zu entnehmen ist. Verantwortlich für die Abnahme von insgesamt 66’885 hl (-2.5%) sind sowohl der Rückgang des Konsums inländischer Weine (-4.0%) als auch ausländischer Weine (-1.6%)

Verbrauch:

Unter der Berücksichtigung der Lager beim Handel und Selbsteinkellerer ging nach einer Zunahme im Vorjahr der Konsum von Schweizer Weinen auf 1.021 Mio. hl zurück, wovon 509’275 hl auf Weissweine und 512’187 hl auf Rotweine entfallen. Der Verbrauch an ausländischen Weinen nahm ebenfalls auf insgesamt 1.680 Mio. hl ( 26’506 hl) ab.

Weinernte:

Mit 1.011 Mio. hl war die 2006 geerntete Menge wiederholt niedrig, mit 9’719 hl nur 1% höher als im Vorjahr. 47% der Ernte entfallen auf Weiss- und 53% auf Rotweine.
Einfuhren: Die Weineinfuhren nahmen im Jahr 2006 leicht ab (-2.6%) und beziffern sich nunmehr auf 1.766 Mio. hl. Dabei nahmen die Weissweinimporte um 4.2% zu und die Rotweineinfuhren um etwa den gleichen Prozentsatz ab (-4.7%).

Vorräte:

Die Lager an Schweizer Weisswein haben im Jahr 2006 um 4.7% deutlich abgenommen, dagegen haben die Lager beim Schweizer Rotwein leicht zugelegt (3.2%).
Rebflächen: Die Umstellungsmassnahmen entfalten weiterhin Wirkung: 2006 verkleinerten sich die mit Chasselas und Müller-Thurgau bestockten Flächen um 140 bzw. 15 Hektaren. Mit 4’490 ha bleibt der Blauburgunder (Bild) die am häufigsten kultivierte Rebsorte in der Schweiz. Erst auf dem zweiten Platz folgt Chasselas mit 4’265 ha. Bei den Neuanpflanzungen waren wieder vor allem die roten Sorten Gamaret, Merlot, und Garanoir die beliebtesten Rebsorten.

Details aus dem BLW-Bericht «Weinjahr 2006»


Weinkonsum:

Der Gesamtweinverbrauch (Tab. 4.3) beträgt (inklusive Verarbeitungsweine und exportierte bzw.
wiederausgeführte Weine) 2.702 Mio. hl, d.h. 66’885 hl weniger als im Vorjahr. Der Weissweinkonsum
liegt bei 822’708 hl (-21’448 hl) und der Rotweinverbrauch fiel auf 1.879 Mio. hl
(-45’437 hl).
Der Gesamtverbrauch an Schweizer Wein fiel auf 1.021 Mio. hl und fällt somit um -40’379 hl
niedriger aus als im Vorjahr. Der Weissweinkonsum sinkt auf 509’275 hl (-30’656 hl) und beim
Rotwein fällt der Verbrauch auf 512’187 hl (-9’723 hl).

Der Konsum an ausländischen Weinen nimmt ab und beträgt 1.680 Mio. hl (-26’506 hl). Bei den
Weissweinen ist mit 313’433 hl erneut ein deutlicher Zuwachs (+9’208 hl) festzustellen. Dagegen
verzeichnet der Rotweinkonsum einen leichten Rückgang und liegt bei 1.367 Mio. hl (-35’715 hl).
Vergleicht man nur den Konsum an weissem Trinkwein (ohne Verarbeitungswein), setzt dieser
mit rund 245’164 hl seinen Aufwärtstrend fort (+7’961 hl).

Weineinfuhren

Die Einfuhren (Tab. 7.1) beziffern sich auf 1.766 Mio. hl, davon erfolgten 1.524 Mio. hl innerhalb
des Zollkontingents. Nach einem leichten Anstieg von 7’289 hl im Jahre 2005 haben die Einfuhren
2006 deutlich abgenommen (-47’123 hl).
Die Weissweinimporte registrierten mit einem Gesamtvolumen von 307’728 hl erneut einen Anstieg
um 12’531 hl (+4.2%), blieben aber unter dem Stand von 2002 (312’818 hl). Dabei stiegen
sowohl der Anteil der Einfuhren an Flaschenweinen (+6.4%) als auch derjenige an Offenweinen
(+3.0%).

Beim Rotwein mit einer Gesamtmenge von 1.297 Mio. hl zeigen die Flaschenimporte
einen leichten Anstieg (+2.6%), während sich die Offenweineinfuhren um 79’169 hl mehr als
deutlich verringerten (-10.4%). In diesen Zahlen sind alle Weineinfuhren einschliesslich Verarbeitungswein
und Einfuhren zum Ausserkontingentszollansatz berücksichtigt.

Rebfläche

Die gesamte Rebfläche der Schweiz im Jahr 2006 (Tab. 1) beträgt 14’885 Hektaren (ha). Davon
sind 6’365 ha mit weissen und 8’521 ha mit roten Rebsorten bepflanzt. Gegenüber dem Vorjahr
ist die Fläche in etwa konstant geblieben (-18 ha). Die Fläche der weissen Sorten ging um 89 ha
zurück, während diejenige der roten Sorten um 72 ha anstieg.

Die Rebfläche im Kanton Wallis verringerte sich auf 5’137 ha (-22 ha). Das Wallis ist jedoch
nach wie vor der grösste Weinbaukanton der Schweiz, gefolgt von den Kantonen Waadt mit
3’851 ha (-6 ha) und Genf mit 1’288 ha (+11 ha). Die Tessiner Rebflächen blieben mit 1’037 ha
unverändert. In der deutschsprachigen Schweiz liegt der Kanton Zürich mit 619 ha (+/- 0 ha) an
der Spitze, vor den Kantonen Schaffhausen mit 472 ha (+/- 0 ha), Graubünden mit 418 ha
(-1 ha) und Aargau mit 393 ha (+1 ha).

Die Umstellungsbeiträge wirken sich weiter auf die schweizerische Rebsortenverteilung aus.
Daher verzeichnete die mit Gutedel (Chasselas) bestockte Rebfläche (-140 ha) und die mit Müller-
Thurgau bestockte Rebfläche (-15 ha) einen Flächenrückgang (Tab 1.1). Ebenso ist eine
leichte Verringerung der mit den geläufigsten roten Traubensorten bestockten Flächen zu beobachten
(Gamay –35 ha und Pinot noir –17 ha) (Tab 1.2). Bei den Spezialitäten setzt sich der
Anstieg fort. 2006 sind gesamtschweizerisch Gamaret (+30 ha), Merlot (+15 ha), Garanoir
(+12 ha), Cornalin (+10 ha), Syrah (+8 ha) und Petite Arvine (+8 ha) sowie Sauvignon blanc
(+7 ha) die meist angepflanzten Sorten (Tab 1.3).

Text: Medienmitteilung und Bericht BLW

Bilder: foodaktuell

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