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Gastgewerbe spürt Aufwind

Im Jahr 2006 wurde für Essen und Trinken ausserhaus mehr ausgegeben als im Vorjahr. Zugelegt haben besonders die Vergnügungs- und Ländergastronomie.

von Foodaktuell Importer

Der lange und milde Herbst 2006 lockte Familie Schweizer aus dem Nebel in die Berge an
die Sonne, wo Ausflugsrestaurants Tausende von Wanderern verköstigten. Bild: Bergrestaurant am Arnensee im Saanenland.

“Die positiven Signale verdeutlichen sich”, hat
Zentralpräsident Klaus Künzli an der
heutigen GastroSuisse-Jahresmedienkonferenz vom 25. April 2007 in Zürich mitgeteilt.
Der Umsatz im Gastgewerbe erhöhte sich im ersten Quartal 2007 um 3,3%
(Restauration: +1,6 %, Beherbergung: + 5,6%).

Im Jahr 2006 wurde für
Essen und Trinken ausserhaus insgesamt mehr ausgegeben als im
Vorjahr. Die Marktanteile sind jedoch in Bewegung: Zugelegt haben
2006 insbesondere die Vergnügungs- und die Ländergastronomie; Terrain
verloren hat die herkömmliche Gastronomie.

Die ständige Schweizer Wohnbevölkerung hat im Jahr 2006 fürs Essen
und Trinken ausserhaus (ohne Detailhandel) insgesamt rund 2,5 Prozent
mehr ausgegeben als im Vorjahr. Zu den höheren Ausgaben dürfte auch
die zunehmend freundlichere Konjunktur beigetragen haben. Die
Unsicherheit bezüglich Arbeitsplatz ist gesunken, und die Schweizer
“gönnen” sich wieder vermehrt etwas. Davon profitiert auch das
Gastgewerbe.

Auffallend ist, dass der Getränkekonsum im Jahr 2006 etwas
deutlicher angestiegen ist als die Totalausgaben fürs Essen oder die
Gesamtausgaben. Ausserdem hat die Sparte Vergnügungsgastronomie
relativ deutlich zugelegt. Darunter fallen auch Bars, Pubs und die
Restaurants an Veranstaltungen, Ausstellungen und Festen. Das milde
Wetter dürfte ebenfalls mitgespielt haben: Der lange und milde Herbst
2006 lockte die Bevölkerung vermehrt vom Nebel weg in die Berge, wo
die Sonne schien.

Positive Entwicklung

“Im Gastgewerbe haben sich viele Entwicklungen zum Positiven
gewendet.” Zentralpräsident Klaus Künzli verwies auf die grenzenlose
Vielfalt des Angebotes und auf ein meist durchaus konkurrenzfähiges
und auch international vertretbares Preis-Leistungsangebot.

“Vertrauen schaffen und erhalten statt zerstören”, stellte Klaus
Künzli denn auch als Credo ins Zentrum der künftigen Anstrengungen
der Branche. Dies etwa im Zusammenhang mit der Forderung nach
minimalen Hygiene-Kenntnissen. “Das Fehlen präventiver Vorschriften
erhöht das Gefahrenpotenzial für die Gäste und schadet der Branche.”

Für den Gast entscheidend sei, dass die Qualität und das
Preis-Leistungsverhältnis stimmten. “In unserem Angebot haben deshalb
sowohl Bio-Produkte und Saisonales als auch qualitativ hochwertige
Convenience-Produkte ihren Platz.” Es bestehe kein Grund, diese
Speisen zu “verteufeln”, so Klaus Künzli, der sich in Zürich für eine
freiwillige Positiv-Deklaration dieser Produkte aussprach.

Das Gastgewerbe unterstützt HELP

Die Gesundheit und das Wohlergehen der Gäste liegen GastroSuisse
in vielerlei Hinsicht am Herzen. So unterstützt der Verband zum
Beispiel aktiv das von der Schweizerischen Herzstiftung lancierte
Lebensrettungsprogramm HELP. “Herz- und Hirnnotfälle können auch
unsere Gäste treffen”, erklärte Klaus Künzli. “Unsere landesweit über
20’000 Mitgliedbetriebe stellen ein hervorragendes Netzwerk dar. Sind
sie sensibilisiert und richtig informiert, können sie ihren Beitrag
dazu leisten, Leben zu retten.”

Für sinnvollen Passivrauchschutz

GastroSuisse hat mit ihrem Gesetzesentwurf viel in Gang gebracht.
Der spezialgesetzliche Lösungsvorschlag für einen praktikablen,
nationalen Passivrauchschutz für alle Gastronomieformen ist in die
Sub-Kommission “Passivrauchen” eingebracht worden. Er wird Ende Mai
2007 neben anderen Varianten voraussichtlich in die Diskussion der
Nationalratskommission für soziale Sicherheit und Gesundheit
einfliessen. “Wir stellen fest”, so Klaus Künzli, “dass auch in den
Medien vermehrt Überlegungen angestellt werden zur drohenden
Verbotsgesellschaft, die zunehmend in Frage stellt, was Genuss
verkörpert.”

Neue Impulse für die Beherbergung

2006 hat sich GastroSuisse noch verstärkt dafür eingesetzt, dem
Land im Bereich der mittleren und günstigeren Preisangebote neue
Impulse zu verleihen. Zusätzlich zum Magazin und
Dienstleistungsangebot “SchweizDirekt” an oberster Stelle zu nennen
ist die Hotel-Kategorisierung HOT-C. HOTEL CATEGORYCAL BY
GASTROSUISSE.


Die Pressekonferenzen von GastroSuisse erhalten regelmässig grosse mediale Beachtung, auch von den elektronischen Medien. Besonders, wenn emotionale Themen wie Rauchverbot, Conveniencedeklaration, Gratiswasser und Promillegrenze aktuell sind.

“In Anbetracht der Umstände sind wir gut bis sehr gut
gestartet”, führte GastroSuisse-Direktor Dr. Florian Hew aus. Unter
der Leitung von Heidi Sigrist konnten die zehn Sachverständigen-Teams
seit Ende September 2006 bisher 70 Betriebe kategorisieren. Diese
verteilen sich über das ganze Land. Sie gehören etwa zur Hälfte der
C2-Kategorie (funktionell) sowie zu je einem Viertel den Kategorien
C1 (einfach) und C3 (gehoben) an.

Mit der Entwicklung, Umsetzung und Markteinführung von HOT-C.
erfolgte ein erster Schritt. Die Zielsetzung 2007 lautet: weitere
Bekanntheit und Vertrauen schaffen. GastroSuisse ist überzeugt, dass
insbesondere die Klein- und Mittelbetriebe über viel Potenzial zur
echten Individualität in der Schweizer Gastlichkeit verfügen, und
will diesem Segment einen guten Marktzugang ermöglichen.

Über die Gastgewerbebranche


Das Schweizer Gastgewerbe, Hotellerie und Restauration,
erwirtschaftete 2006 einen Jahresumsatz in der Höhe von 22,5 Mia.
Franken (16 Mia. Restauration, 6,5 Mia. Beherbergung). Die Branche
ist mit 216’100 Beschäftigten und 8000 Auszubildenden einer der
bedeutendsten Arbeitgeber.

In der Schweiz gibt es rund 30’000
gastgewerbliche Betriebe, rund 20’800 sind Mitglied bei GastroSuisse,
dem führenden nationalen Arbeitgeberverband für Hotellerie und
Restauration. (Medienmitteilung GastroSuisse)