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Sommerweine im Kassensturz-Test: Die besten Rosé

Mit den Temperaturen steigen auch die Verkaufszahlen von Rosé-Weinen. Die Sendung Kassensturz zeigte vorgestern, warum der Rosé besser ist als sein Ruf.

von Foodaktuell Importer

Für das TV-Konsummagazin Kassensturz testeten vier erfahrene Degustatoren: Die Önologin Marta Arranz, Sommelière Nathalie Borne aus Aclens, Winzerin Claude Bocquet-Thonney und der Weinjournalist Pierre Thomas. Sie beurteilten sechzehn verschiedene, preisgünstige Rosé von Grossverteilern wie bei Denner, Carrefour und Coop. Die Preise der getesteten Weine lagen zwischen 2.95 Fr. und 9.95 Fr.

Kein Wein erhielt die Bewertung «sehr gut». Dafür ist ein «guter» Rosé bereits für 4.90 Franken zu haben. Dem billigsten Wein im Test gaben die Degustatoren die Note «ungenügend». Kommentar von Weinjournalist Pierre Thomas: «Er ist gleichzeitig süss, sauer und bitter. Er hat nicht viel Qualität». Fünf Weine bewerteten die Fachleute mit der Note «ausreichend», fünf weitere mit der Note «zufriedenstellend».

Die drei besten Roséweine der Degustation, welche die Note «gut» erhielten: «Tribal», ein Rosé aus Südafrika, gekauft bei Carrefour, und «Les terres de saint louis» aus der Provence, ein Bio-Wein von Coop. Ebenfalls gut: «Val d’ azur» aus der Provence und Provins, Rosé de Gamay aus dem Wallis, gekauft bei Carrefour für 6.90. «Ein komplexer Wein mit viel Körper und viel Charakter, ausgewogen, harmonisch. Ein sehr hübscher Wein», lobt Önologin Marta Arranz.

Wie entsteht Rosé?

Rosé entsteht aus roten Trauben, die einen weissen Saft ergeben. Solche Traubensorten sind zum Beispiel Pinot noir oder Gamay. Der Oenologe Michael Loubry erklärt die drei Herstellungsarten von Rosé:

Die Trauben können direkt gepresst werden.

Bei der Saignée-Methode, die auch zur Herstellung von Rotwein dient, entnimmt der Winzer dem Rotwein-Gärbehälter nach etwa 48 Stunden rund 15 % des Mostes, aus dem dann Rosé entsteht.

Man kann die roten Trauben nach zwei bis drei Tagen auf der Maische abzupressen. Dies ergibt einen rötlicheren Rosé.

Später in der Produktion kommt beim Rosé Schwefel zum Einsatz. Er verhindert die Oxydation, sorgt aber für ein schlechtes Image als Kopfwehwein. Önologe Michael Loubry: «Schwefel ist wichtig, um den Most gegen Oxidation zu stabilisieren. Mit konsequenter Kühlung können wir das Risiko von Oxidation aber reduzieren, so dass wir mit weniger Schwefel auskommen.»

Am Forschungszentrum des Rosé im südfranzösischen Vidauban experimentieren Wissenschafter, um die Qualität des Rosé zu steigern und sein Image zu verbessern. «Das negative Bild, das manche vom Rosé haben, kommt vielleicht davon, dass früher viele Roséweine aus Rotweingebieten stammten, wo Winzer weniger Mittel und Sorgfalt investierten in einen Wein, der nur 3,4 Prozent der Produktion ausmachte.» sagt Gilles Masson, Direktor Forschungszentrum Rosé.

Im südfranzösischen Labor werden auch die Farben des Roséweines erforscht. Die Farbe mache 50% des Kaufentscheides aus, sagen Fachleute. Die Farbtöne des Roséweins reichen von Aprikose und Mandarine über Melone bis Himbeere.

Text: Auszug aus dem Bericht der Kassensturz-Sendung vom 12.06.07. Im Internet:
http://www2.sf.tv/sf1/kassensturz/index.php

Bild: foodaktuell