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Event-Tipp: Zürcher Caliente-Festival

Ethno-Food & Drinks von Mexico bis Mali

von Foodaktuell Importer

Caliente ist das grösste Latin-Festival im deutschsprachigen Raum und findet jedes Jahr im Juni in Zürich statt. Nebst Konzerten und Tanzshows gibt es im «Bermuda-Dreieck» Volkshaus-Helvetiaplatz-Kasernenhof den Openair Mercado Mundial mit freiem Eintritt. An über 200 Marktständen geht es heiss zu und her mit Friteusen, Grill und rassigen Rhythmen aus zahllosen CD-Playern (mindestens einer pro Stand).

Geboten werden exotische Drinks (vor allem brasilianische Caipirinhas), echter Ethnofood (meistens von «Eingeborenen» an Ort zubereitet), weniger echtes Kunsthandwerk, kaum Ellbogenfreiheit und noch weniger Sitzgelegenheiten. Das Fest dauert bis morgen Sonntag. foodaktuell sammelte einige Impressionen der Ethno-Food&Drinks von Mexico bis Mali.

Brasilien: Caipirinha (von Insidern Caipi genannt). Aus zerstossenen Limettenstücken, Cachaca, Zucker (in Europa brauner, in Brasilien weisser) und viel Eis. Was ist Cachaça (sprich: Kaschassa)? Während Rum aus der Melasse des Zuckerrohres gewonnen wird, stellt man “Caninha” oder “Cachaça” aus dem ausgepressten Zuckerrohrsaft her. Dieser wird in Brasilien oft als Erfrischungsgetränk verkauft. Der Verkäufer presst ihn mit einer Walze vor den Augen der Kunden.

Die dunkelhäutigen Caipirinha-Mixerinnen verlangen zehn Franken für ihren trendigen Cocktail und strahlen über alle vier Backen, wenn sie einen verkaufen (nicht nur wegen der zünftigen Marge). Wenn sie gerade keinen verkaufen, tanzen sie Samba, und manchmal tun sie beides gleichzeitig. Mit stoischer Gelassenheit braten derweil afrikanische Stammesfürsten (in Afrika ist dies jeder) ihre Fleischspiesse am lodernden Feuer.

Nochmals Brasilien, dem wohl meistvertretenen Land am Caliente: Feijoada Bohneneintopf aus schwarzen Bohnen, sonnen-gedörrtem Rindfleisch, Schweineohren, -schwänzen und -füssen, Speck, Rauchschinken, Rindszunge, zerstückelte scharfe Wurst, Bahia-Orange, gewürzt mit Lorbeer, Zwiebel, Knoblauch, schwarzem Pfeffer. Als Beilage: Trockenreis, gedünsteter Grünkohl und als Dekor getoastetes und gewürztes Maniokmehl (Farofa)

Mexico:
Tacos (getoastete Maismehlfladen) gefüllt mit gebratenem Schweinefleisch.

Vor allem südamerikanische, afrikanische und asiatische Kulturen sind vertreten (Zürich besitzt die grösste Latinogemeinde Nordeuropas). Der Schweizer Raclette-Stand wirkt fast wie ein Exot neben Salsa & Samba, verbreitet aber erfolgreich den helvetischen Käseduft zwischen Tacos und Thaicurrys (weniger erfolgreich ist allerdings die Nachfrage).

Venezuela:
Arepa (Maismehl-Tätschli), gebraten und gefüllt mit einem Püree aus Pouletfleisch und Avocado.

Unter den 150’000 bunt gemischten Besuchern sind auffallend viele ebenso bunt gemischte Paare und Familien: weisse Männer mit jungen «Black Beautys» oder zierlichen Thaigirls am Arm und schokoladefarbigen Kindern im Schlepptau. Auch das Umgekehrte kommt vor: weisse Frau mit schwarzem Stammesfürst. Ob dieser wohl Rösti und Sauerkraut mag oder sich lieber mit Maniok und Yamwurzeln bekochen lässt?

Nigeria:
Suyaspiessli aus Schweinehals oder Lammgigot, am offenen Feuer grilliert. Mit Kokosreis.

Mali:
Bananen-Beignets, frisch aus der handgeregelten Friteuse

Thailand, ebenfalls stark vertreten am Calientefest:
Für einmal kein roter oder grüner Curry sondern Poulet süss-sauer

Tibet:
Momo-Teigtaschen, mit Rindfleisch oder vegetarisch, gekocht oder gebacken.

Spanien:
Churros: Teig aus Weissmehl, Zucker und Vanillearoma, zu Würsten mit Rillen geformt und fritiert. Zum warmessen.

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