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Neu 2-jährige Grundbildung «Lebensmittelpraktiker»

Die Arbeitsgemeinschaft für die Ausbildung von Lebensmitteltechnologen hat heute in Bern den neuen Beruf präsentiert. Das Interesse daran ist gross.

von Foodaktuell Importer


Ab Sommer 2008 bietet die schweizerische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie die neue zweijährige Ausbildung Lebensmittelpraktiker/in mit eidg. Berufsattest (EBA) an. Damit wird das Angebot im Berufsfeld Lebensmitteltechnologe optimal erweitert, ohne den traditionellen Beruf Lebensmitteltechnologe LMT mit dreijähriger Lehrzeit zu konkurrenzieren. Der Berufsattest, die neue zweijährige Grundbildung, ist für Jugendliche geeignet, die gerne praktisch arbeiten, in der Schule jedoch weniger erfolgreich sind (Bild: Butterherstellung).

Heute wurde der neue Beruf Lebensmittelpraktikerin (LMP) auf dem Berner Hausberg Gurten einer interessieren Öffentlichkeit vorgestellt. Er eröffnet interessierten Jugendlichen eine Chance für den positiven Einstieg in die Arbeitswelt und erweitert das Bildungsangebot der Lebensmittelindustrie. Nationalrat Otto Ineichen unterstrich in seinem Referat die Bedeutung der zweijährigen Grundbildung für die Schweizer Wirtschaft.

Die ausgebildeten Lebensmittelpraktikerinnen und Lebensmittelpraktiker übemehmen wichtige Aufgaben in der Nahrungsmittelproduktion: sie kontrollieren Rohstoffe, stellen Mischungen her, bedienen Anlagen und Maschinen, überwachen Qualität und Hygiene im Betrieb. Elektronik und Mechanik gehören für sie zum Alltag. Das Interesse an dieser neuen zweijährigen Grundausbildung ist gross.

Die Bildungsverordnung LMP tritt am 1. Januar 2008 in Kraft und die ersten Lehrgänge werden bereits im Sommer 2008 starten. Die schulische Ausbildung erfolgt nach Sprachregionen aufgeteilt im Blockunterricht. Die Lernenden aus der deutschen Schweiz werden am Bildungszentrum in Wädenswil, die Lernenden aus der Romandie am Bildungszentrum in Grangeneuve (Kanton Freiburg) rund 10 Wochen pro Jahr die Schule besuchen.

Informationen sind erhältlich übers Internet (lebensmittelpraktiker.ch und foodpraticien.ch – noch nicht lifegeschaltet, aber lebensmitteltechnologe.ch ist aktiv). Eine Broschüre in deutscher und französischer Sprache vermittelt weiteres Wissen. Diese kann bezogen werden bei der AG LMT in Bern oder bei den Berufsberatungsstellen: AG LMT Beat Hodler Elfenstrasse 19, 3000 Bern 5, Tel. 031 352 11 88 1 Fax. 031 352 11 85 (Medienmitteilung AG LMT)

Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie im Jahr 2002 in Kürze *)

1. Anzahl Industriebetriebe, Anzahl Beschäftigte und Lohnsumme

Anzahl Firmen: 194 (246 Produktionsbetriebe)
Anzahl Beschäftigte: 32’166 (11’389 Frauen, 20’777 Männer)
Bruttolohnsumme: 1’803 Mio. Franken

Die Nahrungsmittelindustrie sichert indirekt noch weit mehr Menschen Arbeit und Verdienst: in Zulieferfirmen für Rohstoffe, Halbfabrikate, Zusatzstoffe und Verpackungsmaterialien jeder Art, in der Maschinen- und Geräteindustrie, in der Werbebranche usw. Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie kauft pro Jahr allein für über 1’000 Mio. Franken Verpackungsmaterialien ein.

2. Struktur nach Beschäftigten

Die Schweizer Nahrungsmittelindustrie weist die nachstehende Häufigkeitsverteilung nach Beschäftigten aus:

75 Firmen mit: 6 – 49 Beschäftigten
42 Firmen mit: 50 – 99 Beschäftigten
61 Firmen mit: 100 – 499 Beschäftigten
16 Firmen mit: 500 Beschäftigten und mehr

Organisch gewachsene Klein- und Mittelbetriebe prägen die Häufigkeitsverteilung nach wie vor. Ein zunehmender Konzentrationsprozess führt zu mitarbeiterstärkeren Unternehmungen.

3. Regionale Verteilung

Die 246 Produktionsbetriebe verteilen sich auf 23 Kantone und Halbkantone. Die überwiegende Zahl der Betriebe befindet sich in ländlichen oder halbstädtischen Gebieten mit leicht überdurchschnittlicher Dichte in den Mittellandkantonen. Die Nähe zur Landwirtschaft als Rohstofflieferantin spielt für die Standortwahl eine Rolle. Die Nahrungsmittelindustrie weist einen hohen Dezentralisationsgrad auf.

4. Umsätze und Ausfuhranteile

Gesamtumsatz: 13’037 Mio. Franken (100 %)
Inlandumsatz: 11’380 Mio. Franken (84 %)
Exportumsatz: 1’657 Mio. Franken (16 %)

Die von Branche zu Branche stark variierende Ausfuhrquote hat sich 2002 mit dem Einbezug von zwei inlandorientierten Zweigen der Nahrungsmittelindustrie (Fleischwaren, Weichweizenmühlen) von 16 % auf 13 % zurückgebildet. Die grössten wertmässigen Exportanteile verzeichneten: Zuckerwaren 62 %, Schmelzkäse/Fertigfondue 42 %, Schokolade 37 %, lösliches Kaffeepulver 35 %, Dauerbackwaren 28 %, Suppen/Saucen/Würzmittel 27 % des Gesamtumsatzes.

*) Alle Angaben beziehen sich auf die Nahrungsmittelindustrie im engern Sinn. Nicht berücksichtigt sind Betriebe mit weniger als 10 Beschäftigten, ferner die Getränkeindustrie, Zuckerfabriken und Futtermittelhersteller sowie die Zulieferbetriebe der Nahrungsmittelindustrie (z.B. Lieferanten von Zusatzstoffen, Vitaminen und Hilfsstoffen). Die angegebenen Werte resultierten aus den Ende Juni 2003 abgeschlossenen Erhebungen der Foederation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien (fial) in deren 17