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Streit um Logo für Schweizer Produkte

Der Bund will ein neues Logo für alle Schweizer Agroprodukte: einen roten Balken mit dem Schriftzug "Schweiz. Natürlich." Die Bauernverbände halten aber an Suisse Garantie fest.

von Foodaktuell Importer



Der Bund will ein gemeinsames Erscheinungsbild für alle landwirtschaftlichen Absatzförderungsmassnahmen. Auch Agro-Marketing Suisse, Schweiz. Bauernverband, Milch- und Fleischproduzenten sind überzeugt, dass damit Synergien genutzt und die Wirkung auf dem Markt verstärkt werden.

Dies aber nur, wenn in der Werbung (also in der Absatzförderung) dasselbe Bild in Erscheinung tritt wie im Verkauf. Was nützt es schliesslich, wenn die Konsumenten ein Zeichen aus der Werbung kennen, es beim Einkauf aber nirgendwo finden?

Leider ist dies aber laut einem vorliegenden Verordnungsentwurf nicht der Weg des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW). Dieses will in der Absatzförderung neu als gemeinsames Element einen roten Balken mit dem Schriftzug “Schweiz. Natürlich” einführen, welches dann mit den einzelnen Labels und individuellen Marken ergänzt werden kann.

Die Landwirtschaft versteht dieses Vorgehen nicht. Im Herbst 2004 hat die Landwirtschaft die Herkunftsmarke Suisse Garantie eingeführt. Diese wird in der Absatzförderung heute bereits breit eingesetzt und ist auch im Verkauf auf immer mehr Produkten zu finden. Warum also will das BLW das Rad neu erfinden? Warum wird nicht die bereits eingeführte und unterdessen auch schon bei einem Drittel aller Konsumenten bekannte Herkunftsmarke Suisse Garantie als gemeinsames Element definiert?

Im Gegenteil. Die Ergänzung mit dem Schriftzug “Schweiz. Natürlich” macht Suisse Garantie zum weissen Schimmel. Von der Schweizer Landwirtschaft wird Unternehmertum und Effizienz erwartet. Ein Schritt dazu war die Einführung von Suisse Garantie. Es ist unverständlich, warum diese Initiative der Basis nun vom Bund nicht aufgenommen und gefördert wird. Die landwirtschaftlichen Organisationen setzen sich hingegen für die Stärkung von Suisse Garantie ein. (Medienmitteilung AMS, SBV, SMP, Proviande)