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Sprüngli Paradeplatz wieder offen

Heute ist nach dreimonatiger Umbauzeit das Stammhaus der Confiserie Sprüngli am Paradeplatz wiedereröffnet worden. Die Ladenräumlichkeiten, der Kundendienst und die Café-Bar im Erdgeschoss sind komplett umgestaltet und modernisiert worden. Es wurde bewusst eine neuzeitliche Gestaltungssprache gewählt, die aber unübersehbar mit traditionellen Bezügen spielt. Das Café-Restaurant im ersten Stock erhielt dagegen nur eine dezente Auffrischung. Durch Verbesserungen in der Haustechnik und in der Backstube wird zukünftig das Angebot an frisch vor Ort gebackenen Sprüngli-Spezialitäten noch vielfältiger sein.

von Foodaktuell Importer



Bereits vor einiger Zeit hatten Milan und Tomas Prenosil, die das Familienunternehmen heute in der sechsten Generation führen, einen Umbau der leicht in die Jahre gekommenen Café-Bar ins Auge gefasst. Nach eingehender Prüfung der vorangegangenen Umbauten und unter Berücksichtigung aktueller Bauauflagen begann vor zweieinhalb Jahren die konkrete Planung zur Umgestaltung der Ladenräumlichkeiten, des Kundendienstes und der Café-Bar im Erdgeschoss sowie der Backstube im Untergeschoss.

Mit Haustechnik und Backstube wurde bei der Infrastruktur der Liegenschaft die Erneuerung zuerst in Angriff genommen. Die Haustechnik konnte in den Innenhof verlegt werden und die Backstube wurde um neue Backöfen und Kühlanlagen erweitert. Damit wird es möglich sein, mehr Köstlichkeiten direkt vor Ort zu verarbeiten und frisch zu backen.

Für das neue Kleid der Ladenräumlichkeiten, des Kundendienstes und der Café-Bar wählten Milan und Tomas Prenosil in Zusammenarbeit mit den Zürcher Architekten Rudolf Merkli (Technik und Bauleitung) und Stefan Zwicky (Innenarchitektur und Design) ein neuzeitliches Gestaltungskonzept, welches klare zeitgenössische Akzente setzt, sich aber ebenso eindeutig an der langen
Tradition der Confiserie Sprüngli orientiert. Das Café&Restaurant im ersten Stock bleibt – von
ein paar dezenten Auffrischungen abgesehen – unberührt, so wie es die Gäste kennen und schätzen.

Nun gibt es auch bei Sprüngli einen Schokoladebrunnen und nicht nur zum Anschauen: Die Confiseurin überzieht darin à la Minute getrocknete Aprikosen für die neugierige Kundschaft.

Im komplett umstrukturierten Ladengeschäft wurden markante Veränderungen vorgenommen.
So sorgt beispielsweise die Entfernung der dominanten Mittelsäule für ein neues Raumgefühl von Übersicht und Transparenz. Durch die weite Gestaltung des Raumes und durch ein spezielles
Lichtkonzept ist eine optimale Präsentation der ganzen Produktvielfalt der Confiserie Sprüngli möglich. Tomas Prenosil: «Wir schafften den Spagat zwischen Innovation und Tradition mit einem Touch von Nostalgie».

Die zahlreichen Kuchen und Torten, die Pâtisserie wie auch die über 60 Pralinés- und gegen 30 Truffes-Sorten lassen sich in grosszügigen, gut ausgeleuchteten Vitrinen bewundern.
Neu wird zusätzliche Vorwahl-Fläche angeboten, da sich heute immer mehr Kunden die gewünschten Produkte lieber selbst aussuchen. Damit werden beispielsweise die Wartezeiten während des mittäglichen Ansturms an der Sandwich-Theke verkürzt, weil Salate, Birchermüesli und Getränke ohne langes Anstehen ausgewählt werden können.


Tagesfrische Truffes du Jour: geschmackliche Raffinesse durch gramm-genaue Portionierung von Schweizer Schokolade, Frischrahm und Tafelbutter. Aus diesen hochwertigen Rohstoffen produziert man bei Sprüngli die Canache nach einem traditionellen Hausrezept. Durch die präzise Abfolge von schonendem Aufwärmen und Abkühlen, von sorgfältigem Mischen und Einrühren erhält die Füllung ihre cremige Konsistenz.

Der in Vergangenheit separierte Kundendienst mit Bestell-Service erfuhr eine optische Aufwertung, indem er in die neue, moderne Café-Bar integriert wurde. Im Erdgeschoss stehen zwei Beratungsplätze zur Verfügung, für ausgedehnte Kundengespräche wurde zudem im 4. Stock ein neuer
Beratungsraum geschaffen. Ergänzend zur persönlichen Beratung vor Ort sind die Kapazitäten für telefonische Wünsche ausgebaut worden. Über die Website spruengli.ch ist es zudem möglich, 24 Stunden am Tag Bestellungen aufzugeben.

Der Übergang vom Bestell-Service zur
Café-Bar ist fliessend. Augenfälligste Veränderung hier: die grosse, schlichte Bartheke. Die Fläche der Café-Bar wurde mit neu 60m2 fast verdoppelt, die Anzahl der Sitzplätze auf 50 erhöht. Auch
das Boulevard-Café mit seinen 110 Sitzplätzen soll auf die nächste Sommersaison hin dem neuen Konzept angepasst werden und mit der Café-Bar eine Einheit bilden. Neu wird es möglich sein, entlang der Fassade vor den Fenstern zu sitzen, um bei jeder Witterung und Jahreszeit dem emsigen Treiben an Zürichs schönster Einkaufsstrasse zuschauen zu können.

In der Café-Bar kommt ein neues Gastrokonzept zur Umsetzung: Morgens lockt das kleine Frühstück mit frischen Gipfeli, Brioche und Birchermüesli. Um die Mittagszeit der schnelle Lunch mit wechselnden, saisonal und regional abgestimmten Küchenspezialitäten sowie salzigen Klassikern
aus der Konditorei. Alle Speisen können modular miteinander kombiniert und ganz nach Hunger oder Lust zusammengestellt werden.

Cüpli, Kaffee, sehen und gesehen werden: die noble Sprünglikundschaft ist zufrieden mit dem noch eleganteren Ambiente

Nachmittags stehen die süssen Konditorei-Spezialitäten frisch aus der Backstube zur Auswahl und am frühen Abend werden auf einer Etagère mundgerechte Häppchen zu einem Apéritif oder einem Glas Champagner gereicht. Den ganzen Tag hindurch werden heisse Kaffee- und Chocolade-Spezialitäten in edlem Rosenthal Porzellan serviert, die Mitarbeiterinnen der Café-Bar treten in klassischem Schwarz-Weiss auf und die ganzen Räumlichkeiten sind neu rauchfrei.

Eleganz mit nachhaltigen Baustoffen

Grössten Wert wurde auf die Materialwahl gelegt, immer unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und europäischem Bezug. Der markante Karreeboden, ist demjenigen der Confiserie Sprüngli um die Jahrhundertwende nachempfunden und im Wechselspiel mit Arzo Marmor (Macchiavecchia) aus dem Tessin und weissem Carrara Marmor aus Italien interpretiert. Bei der Holzverkleidung in Laden und Café-Bar kommt FSC-zertifizierte geräucherte Eiche aus dem Schwarzwald zum Einsatz. Durch die gleiche Materialwahl für Laden und Café-Bar wird eine Einheit geschaffen und durch den offenen Übergang – nur durch Glastüren räumlich abgetrennt – eine visuelle Durchgängigkeit erreicht.

1836 wurde die Confiserie und Konditorei Sprüngli von David Sprüngli an der Marktgasse in Zürich gegründet. Unter Rudolf Sprüngli-Ammann zog das Geschäft 1859 in eines der von
Architekt Gustav Albert Wegmann im Stil des späten Klassizismus erstellten Tiefenhofhäuser am damaligen „Neumarkt“ (heute „Paradeplatz“). Mehrere Male initiierten die nachfolgenden Generationen bauliche Veränderungen am Stammhaus der Confiserie, um jeweils der entsprechenden Zeit und den veränderten Kundenbedürfnissen gerecht zu werden.

Text: Sprüngli. Bilder: foodaktuell

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