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KURZNEWS 18. September 2007

Käsepreise / Blauzungenkrankheit / Zuckerrübenernte / Kürbisernte / Tierärztliche Schlachtkontrolle / Küchenreste im Schweinetrog / Weinlese / Zusatzstoffe

von Foodaktuell Importer

Käsereien fordern höhere Käsepreise

Der steigende Milchpreis und die seit Jahren rückläufige Ertragssituation in den Käsereien bedroht die
Wettbewerbsfähigkeit der Käsereien. Die Dorfkäsereien fordern daher eine Anpassung der Käsepreise
per 1. November 2007.

Zurzeit herrscht am Milchmarkt ein noch nie erlebter Nachfrageboom. Die stark steigenden Kosten für die
Milch veranlassen Fromarte eine deutliche Erhöhung der Käsepreise zu fordern, andernfalls sieht der Zentralvorstand
der Fromarte die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährdet. Allein die von den Produzenten
geforderte Milchpreiserhöhung ergibt einen Käsepreisanstieg von über 70 Rp/kg. Der Zentralvorstand der
Fromarte erachtet zudem eine Verbesserung der Ertragssituation in den Käsereien für deren Überleben im
freien europäischen Markt als zwingend.

Seit Mitte der 90er Jahre mussten 60 % der Betriebe schliessen und
die verbleibenden sehen sich seit 10 Jahren mit sinkenden Erträgen konfrontiert. Die Dorfkäsereien erwarten
daher per 1. November 2007 je nach Käsesorte eine Erhöhung des Käseübernahmepreises von bis zu 1.50
Franken. Trotz dieser Anpassung liegt der Erlös pro kg ab Käserei deutlich unter 10 Franken und beträgt damit
in der Regel weniger als 50 % des Konsumentenpreises. (Fromarte 18. September 2007)

Blauzungenkrankheit gezielt überwacht in Schaffhausen

Die Blauzungenkrankheit wird neu aus Baden-Württemberg gemeldet, weniger als 100 km von
der Schweizer Grenze entfernt. Deshalb hat das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) in Absprache
mit den kantonalen Behörden den Kanton Schaffhausen zur Überwachungszone erklärt.
Zudem wird die klinische Überwachung in der ganzen Nordschweiz verstärkt. Die Blauzungenkrankheit
ist eine für den Menschen ungefährliche Tierseuche.

Rund um die Ausbrüche der Blauzungenkrankheit werden Zonen festgelegt, in denen der Tierverkehr
eingeschränkt ist. Durch die grenznahe Lage der Fälle in Baden-Württemberg umfassen diese Zonen
auch den Kanton Schaffhausen. Das hat zur Folge, dass gefährdete Tiere (Schafe, Ziegen, Rinder,
Lamas) künftig nur noch aus dem Kanton Schaffhausen in die übrige Schweiz verbracht werden können,
wenn sie vorgängig auf die Blauzungenkrankheit getestet wurden.

Zusätzlich ruft das BVET Tierärzte und Tierärztinnen in der Nordschweiz zu erhöhter Wachsamkeit
auf. Diese sollen verdächtige Krankheitssymptome sofort dem kantonalen Veterinäramt melden. Der
Aufruf ergänzt das seit Monaten in der ganzen Schweiz laufende aktive Überwachungsprogramm.
Mehr als 160 Rinderbetriebe werden bereits durch regelmässige Analysen von Milchproben überwacht.

Schon seit einigen Jahren breitet sich die Blauzungenkrankheit vom Mittelmeergebiet gegen Norden
aus. 2006 überraschte die Krankheit alle, indem sie scheinbar aus dem Nichts in Deutschland, Frankreich,
Belgien, Luxemburg und den Niederlanden auftrat. Dieses Jahr wurden in diesen Ländern nun
bereits schon mehr als 4500 Fälle gemeldet. Zudem scheint das Virus gegenüber dem Vorjahr virulenter
geworden zu sein. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Krankheit auch die Schweiz erreicht.

Das Virus der Blauzungenkrankheit wird durch kleine Mücken der Gattung Culicoides übertragen und
befällt Klauentiere. Der gegenwärtig im nördlichen Mitteleuropa verbreitete Virustyp führt sowohl bei
Rindern wie auch bei Schafen und Ziegen zu Symptomen wie Lahmheit, vermehrtes Speicheln sowie
offene Stellen im Maul und an den Klauenrändern.

Die Krankheit und ihre Symptome werden in der DVD „Achtung Blauzungenkrankheit!“ vorgestellt, die
das BVET kürzlich fertig gestellt hat. Die DVD kann beim BVET gratis bezogen oder unter der Web-
Adresse www.bluetongue.ch angeschaut oder heruntergeladen werden. Auf der Website sind auch
weitergehende Informationen über die Blauzungenkrankheit verfügbar. (BVET 18. September 2007)

Start der Zuckerrübenkampagne 2007

18.09.2007 – (lid) – Die diesjährige Zuckerrübenkampagne ist am Dienstag, 18. September angelaufen: Bis Ende Dezember werden rund 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben per Bahn in die beiden Zuckerfabriken in Aarberg BE und Frauenfeld TG transportiert.
An rund 76 Verladestellen im ganzen Land wird im Verlauf der nächsten Monate die Ernte auf die Bahn verladen und von dort in die Fabriken transportiert. In Aarberg und Frauenfeld wird die erwartete Ernte von rund 1,6 Millionen Tonnen Zuckerrüben zu rund 230’000 Tonnen Kristallzucker verarbeitet. Als Nebenprodukte entstehen rund 400’000 Tonnen Melasse und Schnitzel für die Viehfütterung.

Schlechtes Kürbisjahr 2007

18.09.2007 – (lid) – Der regnerische und trübe Sommer hat den Kürbisproduzenten die Ernte regelrecht verdorben. Massive Ernteausfälle verteuern in der Region Bern Kürbisse ab Hof.
Wegen des regnerischen und trüben Sommers verzeichnen die Kürbisproduzenten massive Einbussen, berichtet die “Berner Zeitung” am Dienstag, 18. September. Der Gemüseproduzentenverband bestätigt die schlechte Bilanz. Während ein Kilogramm Speisekürbis ab Hof in normalen Jahren für rund zwei Franken gekauft werden könne, koste es heuer um die drei Franken.

Beim Grossverteiler hingegen ist laut der “Berner Zeitung” nichts zu spüren vom schlechten Kürbisjahr. Zwar sind die Preise im Vergleich zu den Hofläden massiv teurer, bleiben aber auch heuer auf gleichem Niveau. Bei Coop beispielsweise sei dies möglich, weil der Grossverteiler die Preise mit den Kürbisproduzenten bereits im Winter vor der Aussaat verhandelt. Auch wenn die Ernte im nächsten Jahr schlecht sei, bleibe der Preis gleich hoch.

Vor der Schlachtbank zur Kontrolle

14.09.2007 – (lid) – Der Bundesrat hält an der Übernahme der EU-Normen im Lebensmittelbereich fest. Somit muss jedes Tier von einem amtlichen Tierarzt kontrolliert werden, bevor es auf der Schlachtbank landet. Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde müssen direkt auf dem Schlachtbetrieb kontrolliert werden – auch auf kleinen Betrieben, die nicht für den EU-Markt produzieren. Die so genannte Lebendkontrolle sei bei grossen Verarbeitungs- oder Schlachtbetrieben kein Problem, da meistens ein amtlicher Tierarzt fest angestellt sei. Hingegen bei kleinen Schlachtbetrieben entstehe ein unverhältnismässig grosser Aufwand, da die Tiere von externen Tierärzten kontrolliert werden müssten. Insbesondere in den Bergregionen sei darum die Kontrolle nach Vorschrift schlicht unmöglich, schreibt Nationalrat Walter Müller (FDP/SG) in einer Motion.

Der Bundesrat will den kleineren Schlachtbetrieben keine Ausnahme gewähren, sondern hält an der Übernahme der EU-Normen fest, wie er am 12. September mitteilte. Gemäss EU-Normen muss jedes Tier vor dem Schlachten kontrolliert werden, und zwar auf dem Schlachtbetrieb. Erfahrungen in Deutschland und Österreich zeigten, dass die Schlachttieruntersuchung durch den amtlichen Tierarzt auf dem Schlachtbetrieb auch bei kleinen Schlachtbetrieben keinen Einfluss auf die Kosten habe, begründet der Bundesrat seine Absage.

Küchenreste weiterhin im Schweinetrog

14.09.2007 – (lid) – Schweine sollen in der Schweiz weiterhin mit Küchen- und Speiseresten gefüttert werden dürfen, wegen der Gefahr von Tierseuchen allerdings unter strengeren Auflagen. Die geplanten Änderungen werden von den betroffenen Kreisen gut aufgenommen. Dies schreibt die Nachrichtenagentur SDA.

Jedes Jahr fallen in Schweizer Restaurants, Bäckereien und anderen Betrieben rund 300’000 Tonnen Küchen- und Speisereste an. Etwa 200’000 Tonnen davon werden gekocht und an Schweine verfüttert. Diese Verwendung birgt aber die Gefahr von Krankheiten in sich. Der letzte Vorfall von Schweinepest in der Schweiz 1993 war denn auch durch ungenügend behandelte Schweinesuppe ausgelöst worden. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (EVD) arbeitete daher ein Projekt aus, um dieses Risiko zu minimieren. Von einem Verbot der Verfütterung sah das Departement hingegen ab.

Der Verband der Schweizer Schweineproduzenten Suisseporcs begrüsst laut SDA das Projekt des Bundesamtes für Veterinärwesen und verlangt einheitliche und effiziente Kontrollen. Zudem erwarte Suisseporcs, dass die Schweiz ihre Position gegenüber der EU resolut verteidigt. Dort wurde das Verfüttern von Küchen- und Speiseabfällen aufgrund der Tierseuchengefahr im Jahre 2002 verboten. Wegen den bilateralen Verträgen braucht die Schweiz von der EU grünes Licht für ihre Lösung.

Frühe Weinernte, guter Jahrgang

12.09.2007 – (lid) – In diesen Tagen beginnt in den Wein-Kantonen der Romandie die Lese, rund zehn Tage früher als normal. Erwartet wird eine mengenmässig unterdurchschnittliche, aber qualitativ gute Ernte. “Der Zustand der Trauben ist gut bis sehr gut”, erklärte Michel Pont, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Amtes für Weinbau im Wallis, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Der April mit sommerlichen Temperaturen habe ursprünglich eine ausserordentlich frühe Ernte erwarten lassen. Etwa so wie im Jahr 2003, als die Lese bereits Ende August begann. Temperatureinbrüche und ausgiebige Niederschläge hätten aber die Blüte dann abgebremst, sagt Pont weiter. Start ist im Wallis, in der Waadt und in Genf am Montag, 17. September; in Neuenburg bereits am Donnerstag, 13. September.

Im Wallis befürchtete die Branche vor wenigen Wochen wegen der zahlreichen Niederschläge grossen Pilzbefall. Das Wetter entwickelte sich jedoch besser als befürchtet, so dass die Winzer zuversichtlich der Lese entgegensehen. Auch aus der Waadt werden gesunde Trauben von hoher Qualität gemeldet. Die Chasselas-Trauben, die Hauptsorte im zweitgrössten Rebbaukanton der Schweiz, erreichten letzte Woche einen Zuckergehalt von 66 Oechsle-Grad. Gilles Cornut, Präsident des Waadtländer Berufsverbandes der Winzer, erwartet bis zur Lese 76 Oechsle-Grad.

Hyperaktive Kinder durch Lebensmittelzusatzstoffe?

Künstliche Farbstoffe in Lebensmitteln können möglicherweise das Verhalten von Kindern beeinflussen. Die Ergebnisse einer Studie der Universität Southampton, die im Auftrag der britischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Food Standards Agency – FSA) durchgeführt wurde, deuten darauf hin, dass sich bestimmte Lebensmittelzusatzstoffe (die Farbstoffe E 102, E 104, E 110, E 122, E 124, E 129 und der Konservierungsstoff Natriumbenzoat E 211) auf das Verhalten hyperaktiver Kinder möglicherweise nachteilig auswirken. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nimmt diese Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang ernst und bezieht die Studienergebnisse in ihre derzeit laufende Neubewertung aller in der EU zugelassenen Lebensmittelfarbstoffe ein.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung BfR hat unmittelbar nach Veröffentlichung der Befunde der Britischen Studie mit der Bewertung der Ergebnisse begonnen, wobei auch die Relevanz für die Bewertung des gesundheitlichen Risikos der untersuchten Zusatzstoffe für hyperaktive Kinder geprüft wird. In einem ersten Fazit gehen die BfR-Wissenschaftler davon aus, dass sich aus der Studie zwar Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Aufnahme der untersuchten Zusatzstoffe und einer negativen Beeinflussung des Verhaltens von Kindern ergeben. Allerdings sind die beobachteten Effekte gering.

Einen eindeutigen Beweis für einen kausalen Zusammenhang zwischen der Zusatzstoffaufnahme und den beobachteten Effekten liefert die Studie nicht. Aus den Ergebnissen kann für einen solchen kausalen Zusammenhang auch kein biologischer Mechanismus abgeleitet werden. Da Lebensmittelzusatzstoffe in der Zutatenliste aufgeführt werden müssen, können Verbraucher, wenn sie eine Aufnahme der untersuchten Stoffe vorsorglich ausschließen möchten, auf den Verzehr entsprechender Lebensmittel und Getränke verzichten. (Presseinformation der Food Standards Agency vom 10. September 2007)