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KURZNEWS 2. Oktober 2007

Försterkäse-Vacherin Mont d’Or-Streit / Milchmarkt beeinflusst Kälbermast / Getreideknappheit / Vogelgrippe / Schweiz als Partnerland der Grünen Woche

von Foodaktuell Importer

Streit um Försterkäse und Vacherin Mont-d’Or

02.10.2007 – (lid) – Das St. Galler Gesundheitsdepartement muss im Streit zwischen den Herstellern des Toggenburger Försterkäses und des Vacherin Mont-d’Or entscheiden.
Das Bundesverwaltungsgericht hat der Sortenorganisation Vacherin Mont-d’Or Recht gegeben. Dies schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Das St. Galler Amt für Lebensmittelkontrolle hatte 2005 festgestellt, dass der Försterkäse dem Vacherin Mont-d’Or zwar punkto Form und Pflege ähnlich sei, indessen die geschützten Rechte des AOC-zertifizierten Vacherin Mont-d’Or nicht verletze. Die Sortenorganisation Vacherin Mont-d’Or gelangte dagegen ans St. Galler Gesundheitsdepartement, das auf ihren Rekurs jedoch nicht eintrat. Es vertrat dabei die Auffassung, dass die Sortenorganisation selber kein schutzwürdiges Interesse zur Anfechtung der Feststellungsverfügung habe.

Das Bundesverwaltungsgericht hat eine Beschwerde der Sortenorganisation nun teilweise gutgeheissen und die Sache zum materiellen Entscheid ans St. Galler Gesundheitsdepartement zurückgewiesen. Laut den Berner Richtern haben betroffene Produzenten ursprungsgeschützter landwirtschaftlicher Produkte durchaus ein tatsächliches Interesse daran, Feststellungsverfügungen in Frage zu stellen, wenn sie ihre vermeintlichen Schutzrechte verletzt sehen.

Milchmarkt beeinflusst Kälbermast

02.10.2007 – (lid) – Die aktuelle Situation auf dem Milchmarkt hat auch Auswirkungen auf die Kälbermast. Einerseits wird das Milchpulver teurer und andererseits nehmen die Milchproduzenten weibliche Tiere wieder vermehrt zur Aufzucht.
Diese Kälber werden den Mästern fehlen, wie der Schweizer Kälbermäster-Verband (SKMV) in einer Medienmitteilung schreibt.

Vom Import von Kälbern wolle man jedoch absehen, da deren unbekannte Herkunft dem Image des Schweizer Kalbfleischs schaden könnte.
Die Branchenorganisation Proviande und der Schweizer Kälbermäster-Verband haben eine Broschüre mit dem Titel “Vom Kalb” herausgegeben. Konsumenten finden darin Informationen über die Schweizer Kälbermast und das Kalbfleisch.
Die Broschüre wird erstmals an der SuisseTier, die vom 26. – 28. Oktober 2007 in Luzern stattfindet, den Besuchern gratis abgegeben. Die Broschüre kann aber auch ab sofort bestellt werden.

Fenaco-Chef befürchtet Getreideknappheit

02.10.2007 – (lid) – Willy Gehriger, der Chef des Agrarkonzerns Fenaco, befürchtet, dass die Produktion von Biotreibstoff zu Getreideknappheit führt. “Die Biotreibstoffe fressen Lebensmittel auf”, zitiert die Nachrichtenagentur SDA aus einem Interview der “Coopzeitung” vom Dienstag, 2. Oktober. Die weltweite Getreideproduktion sei zwar massiv gestiegen, doch der Konsum wachse schneller. “Die Getreidereserven haben beängstigend abgenommen, die Weltmarktpreise sind brutal gestiegen”, sagt der Fenaco-Chef. Um 100 Kilometer zu fahren, brauche es 40 Kilogramm Weizen.

Die landwirtschaftlichen Anbauflächen seien limitiert. Wenn mehr Getreide für die Ethanolherstellung angebaut werde, fehle auch die Fläche für andere Produkte. Für problematisch hält Gehriger neben der Produktion von Biotreibstoffen auch den wachsenden Fleischkonsum. “Fleisch ist umgewandeltes Getreide”, erklärt Gehriger. Zur Produktion von einem Kilogramm Fleisch brauche es fünf Kilogramm Soja.

Vogelgrippe: Verstärkte Überwachung in den sensiblen Zonen

Der Bundesrat hat heute Vogelgrippe-Schutzmassnahmen für den Winter 2007/08 beschlossen. Ab dem 15. Oktober 2007 wird die tierärztliche Überwachung der Geflügelbetriebe in den
sensiblen Zonen um die grossen Seen der Schweiz verstärkt. Zudem müssen Geflügelhalter und
Geflügelhalterinnen weitere Schutzmassnahmen treffen. Diese Massnahmen sind für einen
Zeitraum bis zum 30. April 2008 vorgesehen.
Hobbygeflügelhalter und professionelle Geflügelbetriebe, die innerhalb der sensiblen Zonen liegen,
müssen ihre Tiere ab dem 15. Oktober in einem geschützten Raum füttern und tränken.

Der
Wasserzugang für Geflügel darf wilden Wasservögeln nicht zugänglich sein. Zudem dürfen Hühner und
Truten nicht mehr zusammen mit Wassergeflügel gehalten werden. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt
werden können, dürfen die betreffenden Tiere nicht mehr ins Freiland gelassen werden. Geflügelbetriebe
in diesen Zonen werden tierärztlich überwacht. Die sensiblen Zonen umfassen einen Umkreis von 1 km
um die grossen Seen der Schweiz.

Die Erfahrungen der letzten Jahre mit der Vogelgrippe zeigen: Wasservögel können Träger der
Vogelgrippe sein und sie können das Vogelgrippevirus auf Hausgeflügel übertragen. Doch das Virus ist
unter wilden Wasservögeln nicht weit verbreitet und wird selten, wenn überhaupt, auf das Hausgeflügel
übertragen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass rund 500’000 Wasservögel in der Schweiz überwintern,
während im Sommer nur 50’000 anwesend sind. Deshalb sind im Winterhalbjahr zusätzliche
Schutzmassnahmen nötig. Doch die Erfahrungen der letzten Jahre haben sich auch in neuen
Risikoanalysen niedergeschlagen. Und diese erlauben es, dieses Jahr weniger einschneidende
Massnahmen zu treffen als in den Vorjahren.

Die Überwachung der Wildvögel geht weiter. Am Bodensee, am Sempachersee und in der Bolle di
Magadino werden an lebenden Vögeln regelmässig Proben für Laboruntersuchungen genommen. In der
nördlichen Schweiz und in der Westschweiz werden auch die Wasservögel, die im Rahmen der regulären
Wasservogeljagd erlegt werden, beprobt. Und schliesslich werden in der ganzen Schweiz verdächtige, tot
aufgefundene Vögel untersucht.

Auch wenn Wildvögel bei der Übertragung des Vogelgrippevirus eine Rolle spielen, so ist doch die
Bedeutung legaler oder illegaler Importe von Geflügel oder Geflügelfleisch ebenfalls sehr gross. Die
vorbeugenden Massnahmen in diesem Bereich werden deshalb fortgeführt: Geflügelimporte aus Ländern
oder Regionen, die von der Vogelgrippe betroffen sind, bleiben verboten. Geflügelhalter werden
aufgerufen, die Hygienemassnahmen peinlich genau zu beachten und wachsam zu bleiben. (BVET 28. September 2007)

Vogelgrippe: Sinnvolle Seuchenprävention ohne Freilandverbot

Als schweizerische Nutztierschutz-Organisation begrüsst kagfreiland den Entscheid des Bundesrates, im Winterhalbjahr 2007/2008 auch in den sog. Risikogebieten kein Freilandverbot mehr zu erlassen. Die verstärkten Überwachungsmassnahmen sind die sinnvollere Prävention als ein Freilandverbot. Zudem ist die Einschränkung der Risikogebiete auf nur noch die aller wichtigsten Seen mit vielen Wasservögeln im Winter ein Schritt in die richtige Richtung.

Die über ein Dutzend Ausbrüche von Vogelgrippe in Tierfabriken in der EU in den letzten zwei Jahren haben gezeigt, dass die Seuche in erster Linie durch den Menschen verschleppt wird und nicht durch die Zugvögel. Freilandhaltungen waren kaum betroffen, dafür umso mehr Massentierhaltungen in geschlossenen Hallen. Offensichtlich schützt ein Freilandverbot nicht vor der Seuche.

Der Entscheid des Bundesrates, in den Risikogebieten statt auf Freilandverbote auf verstärkte
Überwachungsmassnahmen zu setzen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Freilandhaltung ist die tiergerechteste Haltungsform. Sie fördert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem der Tiere.
Letztlich müssen wir lernen, mit der Vogelgrippe zu leben. Das Endziel muss darin bestehen, das H5N1-Virus ohne zusätzliche Präventionsmassnahmen wie andere Erreger von gefährlichen Tierkrankheiten der Seuchenverordnung zu unterstellen. (Pressemitteilung kagfreiland, 28.9.2007)

Schweiz ist Partnerland der Grünen Woche 2008 in Berlin

Die Schweiz ist Partnerland der Grünen Woche 2008 in Berlin. Unter dem Motto «Grüezi Berlin» sollen Besuchern vom 18. bis 27. Januar Spezialitäten des Alpenlandes präsentiert werden, wie die Messe Berlin am 27. September 2007 mitteilte.
Die weltgrösste Schau der Agrarwirtschaft findet zum 73. Mal in den Messehallen unter dem Funkturm statt. Erwartet werden allein aus dem Ernährungsbereich mehr als 1000 Aussteller aus über 50 Ländern. Auf dem Programm stehen auch Fachveranstaltungen und eine «Internationale Agrarministerkonferenz» am 19. Januar. Im vergangenen Jahr hatte die Grüne Woche 430000 Besucher angelockt, rund 25 000 mehr als im Jahr zuvor. (schweizerbauer.ch 27. September 2007)

Strategische Allianz zwischen Barry Callebaut und Morinaga in Japan

Barry Callebaut erwirbt ein starkes Standbein in Japan mit dem Kauf von Produktionskapazitäten von Morinaga

• Barry Callebaut plant den Erwerb von Produktionskapazitäten im äusserst attraktiven japanischen Schokoladenmarkt von Morinaga, einem der grössten japanischen Süsswarenhersteller
• Die Transaktion beinhaltet eine langfristige Liefervereinbarung und unterstreicht die Strategie von Barry Callebaut, Outsourcing und geografische Expansion voranzutreiben
• Morinaga beabsichtigt, sich eine stabile Versorgung mit Flüssigschokolade zu sichern, Einsparungen bei den Herstellungskosten zu erzielen und ihr Schokoladengeschäft weiter auszubauen. (Medienmitteilung Barry Callebaut 26. September 2007)