Datum:

KURZNEWS 9. Oktober 2007

Blauzungenkrankheit nähert sich / Pilz-Institut Mycorama eröffnet / Kürbis-Grössenrekord / AOC-Verhandlungen mit der EU / AOC für Botzi-Birne / Rückruf Tête de Moine

von Foodaktuell Importer


Die Blauzungenkrankheit rückt noch näher!

Aus Baden-Württemberg und Ostfrankreich rückt die Blauzungenkrankheit gegen die Schweiz
vor. Die Ankunft der von Mücken übertragenen Tierkrankheit in unserem Land scheint unabwendbar.
Nun erklärt das Bundesamt für Veterinärwesen in Rücksprache mit den Kantonstierärzten
die ganze Schweiz zur Überwachungszone. Die bereits landesweit laufende Überwachung
wird intensiviert. Die Blauzungenkrankheit ist für den Menschen ungefährlich.

Bisher war in der Schweiz nur der Kanton Schaffhausen Teil einer Überwachungszone. Mit dem Vorrücken
der Fälle gegen die Landesgrenze und im Hinblick auf die flächenmässige Kleinheit unseres
Landes wird nun die ganze Schweiz zur Überwachungszone erklärt. Die Massnahme gilt ab diesem
Mittwoch.
Der Zweck der Überwachungszone ist die frühzeitige Entdeckung der Krankheit, wenn sie ins Land
vordringt. Das seit mehreren Monaten laufende Überwachungsprogramm stützt sich auf mehr als 160
genau beobachtete Rinderbetriebe. Dieses Programm wird nun auf dem Gebiet der Insektenüberwachung
noch verstärkt: In der ganzen Schweiz werden zusätzliche Mückenfallen aufgestellt, um die
Verbreitung der Überträgermücken zu erfassen.

Mit dem Einbezug der ganzen Schweiz in die Überwachungszone
müssen künftig auch alle Klauentiere, die exportiert werden sollen, vorgängig auf die
Blauzungenkrankheit getestet werden.
Für den Moment wird der Tierverkehr innerhalb der Schweiz nicht eingeschränkt. Wenn jedoch ein
Fall von Blauzungenkrankheit im Land selbst auftritt, wird um den Ausbruch eine 20-Kilometer-Zone
ausgeschieden – mit Einschränkungen der Tierbewegungen aus dieser Zone heraus.
Mit dem Vorrücken der Fälle gegen die Schweiz ist höchste Wachsamkeit geboten. Das Auftreten
verdächtiger Symptome muss sofort dem zuständigen kantonalen Veterinäramt gemeldet werden.

Das Virus der Blauzungenkrankheit wird durch kleine Mücken der Gattung Culicoides übertragen und
befällt Klauentiere. Der gegenwärtig im nördlichen Mitteleuropa verbreitete Virustyp führt sowohl bei
Rindern wie auch bei Schafen und Ziegen zu Symptomen wie Lahmheit, vermehrtes Speicheln,
Schwellungen am Kopf sowie offene Stellen im Maul und an den Klauenrändern.
Die Krankheit und ihre Symptome werden in der DVD „Achtung Blauzungenkrankheit!“ vorgestellt, die
das BVET kürzlich fertig gestellt hat. Die DVD kann beim BVET gratis bezogen oder unter der Web-
Adresse bluetongue.ch heruntergeladen werden. Auf der Website sind auch weitergehende Informationen
über die Blauzungenkrankheit verfügbar. (Bundesamt für Veterinärwesen BVET 9. Oktober 2007)

Mycorama: Haus der Pilze öffnet seine Tore in Cernier NE

08.10.2007 – (lid) – Pilze sind allgegenwärtig, weltweit soll es 1,5 Millionen Arten geben. Das Mycorama in Cernier NE öffnet am 27. Oktober seine Tore und macht die phantastische Welt rund um die Pilze zugänglich. Im Mycorama in Cernier im neuenburgischen Val-de-Ruz, das am 27. Oktober seine Türen öffnet, finden sich Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr Wissenswertes aus dem Reich der Pilze. Wer weiss, dass Pilze bis zu 10 Tonnen schwer, 15 Hektaren gross und 1’500 Jahre alt werden können? Wem ist bekannt, dass Penizillin, eines der ersten und wichtigsten Antibiotika, aus einem Pilz gewonnen wird?

Auf drei Etagen sollen jährlich mindestens 20’000 Besuchern Mythen und Realität, Formen und Leben sowie die Wissenschaft der Pilze (Mykologie) näher gebracht werden, berichtet die Nachrichtenagentur SDA. Im Mycorama werden gezüchtete Speisepilzkulturen zu sehen sein. Im hauseigenen Labor sollen zudem Zuchttechniken für Pilzkulturen weiterentwickelt und kommerzialisiert werden.

Der Aufbau des Zentrums war ein hartes Stück Arbeit, berichtet die SDA weiter. 2002 wurde der Bau von drei Gebäuden für 10 Millionen Franken angekündigt. Das Mycorama war dabei als Kernstück des Wirtschaftsförderungsprojekts Evologia rund um die angrenzende landwirtschaftliche Schule geplant. Der Kanton Neuenburg wollte sich mit einer Million an der Finanzierung beteiligen, kürzte den Kredit später aber um 10 Prozent. Schliesslich sprachen die Loterie romande 1,8 und die Kantonalbank 1 Million Franken für das Projekt. Der Rest stammt von kleinen Spendern. Nach mehrmaliger Redimensionierung besteht das Mycorama nun vorerst aus einem Gebäude für 5,7 Millionen Franken.

Der schwerste Kürbis wiegt 363 Kilogramm

08.10.2007 – (lid) – 363 Kilogramm hat der schwerste Kürbis bei der diesjährigen Schweizermeisterschaft im Kürbiswägen in Seegräben ZH auf die Waage gebracht. Dies sind rund 100 Kilogramm weniger als das schwerste Exemplar im vergangenen Jahr.
Wegen der schwierigen Wetterverhältnisse in diesem Jahr mit Abkühlungen über Nacht und starken Regenfällen sei das Züchten der Kürbisse sehr schwierig gewesen, teilten die Veranstalter laut der Nachrichtenagentur SDA am Sonntag, 7. Oktober mit. An die Resultate im vergangenen Jahr hätten die Züchter deswegen nicht anknüpfen können. Der neue Schweizer Meister im Kürbiswägen heisst Roger Rüegger und stammt aus Brittnau AG. Er habe das 363 Kilogramm schwere Prachtsexemplar gemeinsam mit seinem Sohn Christian gezogen, schreiben die Veranstalter laut SDA.

Bern und Brüssel beginnen Verhandlungen über AOC-Anerkennung

05.10.2007 – (lid) – Die Auseinandersetzung über Emmentaler und Co. haben begonnen: Die Schweiz und die Europäische Union starteten ihre Verhandlungen über die gegenseitige Anerkennung von geschützten Ursprungsbezeichnungen. Dies schreibt die Nachrichtenagentur SDA. Das Ziel der Schweiz sei die Erweiterung des Schutzes ihrer Bezeichnungen auf den EU-Raum, teilte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Freitag, 5. Oktober mit. Im Gegenzug sollen EU-Bezeichnungen auch in der Schweiz gelten. Zentral ist die Anerkennung in der EU vor allem für AOC-Käse. Allerdings machten die EU-Kommission und verschiedene Länder bereits mehrfach klar, dass sie von einer Anerkennung von AOC-Emmentaler nichts wissen wollen.

Grundsätzlich muss ein Anhang zum Agrarabkommen ausgehandelt werden. Wegen der komplexen Materie und der Form, die auch den Bestimmungen der Welthandelsorganisation WTO genügen muss, wird in Brüssel mit einem Abschluss der Verhandlungen erst im Verlauf des kommenden Jahres gerechnet.

“Poire à Botzi” erhält AOC-Ursprungsbezeichnung

05.10.2007 – (lid) – Die “Poire à Botzi” ist als Produkt mit einer geschützten Ursprungsbezeichnung (GUB/AOC) in das schweizerische AOC-Register aufgenommen worden.Dies schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) in einer Medienmitteilung vom 5. Oktober. Das Register umfasst damit 16 landwirtschaftliche Produkte oder verarbeitete landwirtschaftliche Produkte.

Die kleine, rundliche Birne ist ein typisches, traditionelles Produkt aus dem Kanton Freiburg und angrenzenden Waadtländer Gemeinden. Sie hat einen Durchmesser von 4 bis 5,5 Zentimetern und wird vor allem gekocht konsumiert, etwa auf Obstkuchen, als Birnendicksaft (“Vin cuit”) oder als Beilage zu Fleisch. Der jurassische Pflaumenschnaps Damassine konnte hingegen noch nicht eingetragen werden. Das BLW wies im August zwar elf Einsprachen gegen diese Registrierung ab. Zwei davon wurden jedoch laut der Nachrichtenagentur SDA ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen.

Zwanzig “Tête de moine” vom deutschen Markt zurückgezogen

05.10.2007 – (lid) – Zwanzig in einer Käserei im Berner Jura hergestellte “Tête de moine” sind vom deutschen Markt zurückgerufen worden. Bei Laboranalysen wurden im Rohmilchkäse Koli-Bakterien nachgewiesen. Diese können Lebensmittelgifte freisetzen.Es bestehe kein Gesundheitsrisiko, versicherte am Donnerstag, 4. Oktober der Präsident der Interprofession “Tête de moine”, Jacques Gygax, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die zurückgezogenen Käselaibe stammten alle vom selben Produzenten und seien umgehend vom Markt genommen worden. Zudem habe man in der Käserei Sofortmassnahmen getroffen. Entdeckt wurden die Fäkalbakterien Escherichia coli von einem deutschen Labor. Das Auftreten des Bakteriums bedeute aber nicht automatisch, dass sich das Lebensmittelgift Verotoxin bilde, erklärte Olivier Isler, Direktor der Interprofession “Tête de moine”.

Gemäss einem Communiqué des Landwirtschaftsministeriums von Baden-Württemberg kann dieses Gift Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Laut Isler sind nun weitere Abklärungen und Analysen im Gang. Gleichzeitig legte er Wert darauf, dass die Fälle nicht mit Lysterien verwechselt werden dürfen. Deutschland ist der wichtigste Exportmarkt für den AOC-Käse “Tête de moine”.

“Tête de moine”: keine Infektion nachgewiesen

09.10.2007 – (lid) – Eine erste Analyse der mit Fäkalbakterien verunreinigten “Tête de moine” ist negativ ausgefallen: Eine Infektion konnte nicht nachgewiesen werden. Der “Tête de moine”-Berufsverband will jedoch weitere Tests durchführen lassen. Dies schreibt die Nachrichtenagentur SDA.

Der bernjurassische Produzent des beanstandeten Käses hatte die Universität Zürich mit Untersuchungen beauftragt, nachdem zwanzig “Tête de moine” vom deutschen Markt zurückgerufen worden waren. Bei Laboranalysen waren im Rohmilchkäse Fäkalbakterien nachgewiesen worden. Das Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Universität Zürich untersuchte sowohl Käse aus der in Deutschland beanstandeten Ware wie auch Käse aus der Juni- und Juliproduktion. Dabei sei das Bakterium Escherichia coli nicht nachgewiesen worden, teilte die “Vereinigung Tête de moine” mit.

Trotz des positiven Resultats seien bei der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope Liebefeld-Posieux weitere Untersuchungen in Auftrag gegeben worden. Die Resultate würden bis in zwei Wochen erwartet. Die “Vereinigung Tête de moine” und die Forschungsanstalt planen ausserdem ein Monitoring-Programm für alle Produktionsbetriebe.

Barry Callebaut kauft Kakaofabrik in Philadelphia

• Barry Callebaut erwirbt von Food Processing International Inc. (FPI) eine moderne Kakaofabrik mit einer Kapazität von 25’000 Tonnen pro Jahr für die Produktion von Kakaomasse

• Es ist geplant, die Kapazität auf 50’000 Tonnen zu verdoppeln und Press-, Mahl- und Desodorierungsanlagen für die Herstellung von Kakaobutter und Kakaopulver zu installieren

• Grundauslastung der Fabrik gesichert durch langfristige Liefervereinbarungen für Kakaoprodukte mit bestehenden Kunden von FPI (Barry Callebaut 5. Oktober 2007)