Datum:

AMS hat Innovationspreise 2007 verliehen

Yak-Trockenfleisch erhielt den Agropreis „PIAS d’Or 2007“. Ebenfalls prämiert wurden Kutteln, Verjus de Raisin, Pfefferfrischkäse, Flambier-Schnaps und Chnoblibrot.

von Foodaktuell Importer

An der Olma in St. Gallen wurde das innovativste Schweizer
Nahrungsmittel des Jahres 2007 mit dem ‚Prix d’innovation agricole
suisse PIAS’ ausgezeichnet. Hauptgewinner ist das Yak-Trockenfleisch
von Daniel Wismer aus Embd im Kanton Wallis. Der zweite Preis geht an
eine Kuttel-Spezialität, drittplatziert ist die Essigalternative ‚Verjus de
Raisin’. Die prämierten Produkte sind während der Olma in St. Gallen am Stand
der AMS Agro-Marketing Suisse in der Halle 9.1 ausgestellt.

Goldmedaille für Yak-Trockenfleisch

Wettbewerbsgewinner und Träger des ‘PIAS d‘Or 2007’ ist das von
Landwirt Daniel Wismer aus Embd/VS in Zusammenarbeit mit der
Metzgerei Gottfried Zuber in Stalden/VS entwickelte Yak-Trockenfleisch.
Das Yak (Bild) ist mit dem europäischen Rind seitenverwandt und in Zentralasien
weit verbreitet. Die Familie Wismer begann vor 12 Jahren als erste in
der Schweiz mit der Yak-Zucht.

Die Tiere werden artgerecht gehalten,
haben täglich Auslauf im Freien, erhalten kein Kraftfutter und werden nicht
vor dem dritten Lebensjahr geschlachtet. Das Yak-Trockenfleisch hat eine
dunkelrote Farbe und ist geschmacklich am ehesten mit Bisonfleisch
vergleichbar. Es wird nach traditioneller Walliser Handwerksart hergestellt
und enthält keine Rötungsmittel, Farbstoffe oder Konservierungsmittel.

Zweiter Preis für Kutteln

Den zweiten Preis ‘PIAS d’Argent 2007’ erhielt Philipp Metzger aus
Nesslau/SG, der eine beinahe in Vergessenheit geratene Spezialität wieder
in Erinnerung rufen will: die Kuttel. Für seine ‚Kuttel-Portion’ dünstet
Metzger die rohe und geputzte Kuttel mit Zwiebeln und Speckwürfeln an,
fügt Weisswein, Gewürze, Tomatenwürfel und Tomatenpüree, Kümmel,
Aprikosen und Gartenrettich hinzu und kocht die Masse langsam. Danach
wird die lauwarme Kuttelmasse portioniert abgefüllt und bei 80 Grad
pasteurisiert.

Die Kutteln sind im Kühlschrank 180 Tage haltbar und
müssen vor dem Genuss nur noch erwärmt werden. Der Salzgehalt liegt
bei nur 1 Prozent, da Salz teilweise durch Gartenrettich ersetzt wird. Für
die Herstellung werden keine Zusatzstoffe verwendet und auch auf Zucker
wird verzichtet, er wird durch gedörrte Aprikosen ersetzt.

‚Verjus de Raisin’ ist drittplatziert

Der ‘PIAS de Bronze 2007’ ging an den ‚Verjus de Raisin’, den Diego
Mathier aus Salgesch/VS entwickelt hat. Der ‚Verjus de Raisin’ wird aus
dem Saft der grünen, unreifen Syrah-Trauben gewonnen. Der Saft wird
mit wenig Salz und durch Pasteurisation haltbar gemacht. Diese Spezialität
ist dank der milden Säure und feinen Aromen eine Alternative zu Essig
und Zitronensaft. Er kann zur Verfeinerung von Saucen, Salaten, Fischoder
Fleischgerichten verwendet werden. Der Verjus ist ein wieder
entdecktes Rezept aus dem Mittelalter. Damals wurde er aus verschiedenen
Früchten hergestellt und häufig verwendet.

Kategorienpreise für Pfefferkäse, Flambier-Schnaps und Chnoblibrot

Einen Kategorienpreis für das beste Milchprodukt erhielt Mike Glauser aus
Belp/BE für die ‚Belper Knolle’, ein pasteurisierter Frischkäse aus Kuhmilch, der zu einer Knolle geformt und so lange ausgereift wird, bis er sich
zu einem „Hartkäse“ entwickelt hat. Die mit schwarzem Pfefferstaub umhüllte
Knolle wird gehobelt und eignet sich zum Verfeinern und Dekorieren
von Gerichten und Salaten.

Den ersten Preis in der Kategorie ‚alkoholische Produkte und Getränke’
bekam der von Ruedi Käser aus Elfingen/AG entwickelte Flambier-
Schnaps. Diese Spezialität ist ein 55-prozentiger Getreide-Schnaps, der mit
Thymian-Kräutern gebrannt wird. Der Flambier-Schnaps eignet sich
besonders gut zum Flambieren von Fleisch. Nach der Zubereitung riecht
man einen angenehm leichten Duft von Thymian.

Sieger der Kategorie ‚übrige Lebensmittel’ ist ‚Gehrigs Chäshütte
Chnoblibrot’ von Jürg Bachofner aus Effretikon/ZH. Verschiedene
Schweizer Käse werden mit Knoblauch, pflanzlichen und tierischen Ölen
und Gewürzen zu einer cremigen Mischung verarbeitet, die sich bestens
für Chnoblibrot eignet. Es ist das erste Chnoblibrot, das keinen lästigen,
penetranten Knoblauchgeruch erzeugt. (Medienmitteilung AMS)

Über den AMS-Innovationswettbewerb

Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft muss ihre Wettbewerbsfähigkeit
laufend unter Beweis stellen und sich auf die Bedürfnisse der
Konsumentinnen und Konsumenten ausrichten, damit sie auf den
einheimischen und ausländischen Märkten wettbewerbsfähig bleibt.
Innovative neue Produkte sind ein Beweis für die erbrachten Leistungen,
die die Landwirtschaft durch die Vergabe des ‘Prix d’innovation agricole
suisse PIAS’ jährlich würdigt.

Der ‘Prix d’innovation agricole suisse PIAS’ zeichnet Produzenten und
Verarbeiter aus, die innovative neuartige Lebensmittel schweizerischer
Herkunft entwickelt und auf dem Markt eingeführt haben. Der PIAS steht
unter dem Patronat des Bundes und wird von der AMS Agro-Marketing
Suisse, der Vereinigung der wichtigsten landwirtschaftlichen Organisationen
der Schweiz, durchgeführt. Er ist mit insgesamt CHF 100’000.–
dotiert und wird dieses Jahr zum neunten Mal vergeben. Zur Bewertung
2007 konnten 59 Produkte zugelassen werden.

Die für den Wettbewerb
eingereichten Produkte werden von Experten sowie unabhängigen
Konsumentinnen und Konsumenten nach den Methoden der qualitativen
Marktforschung beurteilt. Dabei werden Innovationscharakter, geschmackliche
Eigenschaften und Kaufneigung benotet.

Die Preisverleihung 2007 erfolgte an der Olma St. Gallen durch Vertreter
der Landwirtschaft und des Bundes. Manfred Bötsch, Direktor des
Bundesamtes für Landwirtschaft, zeigte in seiner Rede Respekt vor den
Preisträgern: “Am Markt bestehen jene, die wettbewerbsfähig sind. Und
wettbewerbsfähig sein heisst, mit einem Produkt ein Preis-/Leistungsverhältnis
anzubieten, das Käufer als interessant beurteilen. Dazu können
Tradition und Innovation einen wichtigen Beitrag leisten.” (Medienmitteilung AMS Agro-Marketing Suisse)