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Ktipp kritisert Hahnenwasser-Qualität

Diese Woche im Ktipp: In Spitälern ist die Qualität des Trinkwassers meist schlechter als in öffentlichen WCs. In 18 von 32 Proben hatte es mehr Bakterien als erlaubt.

von Foodaktuell Importer

Bestimmung der E.coli-Bakterien in Trinkwasser: die Probenahme- und Aufbereitungsmethode hat meistens mehr Einfluss auf das Resultat als die Empfindlichkeit der Analyse.

Diese Woche im Konsummagazin Ktipp: Trink- oder Hahnenwasser geniesst in der Schweiz einen ausgezeichneten Ruf. Mit der Beschaffenheit des Wassers, wie es tatsächlich aus dem Hahnen fliesst, hat das zum Teil wenig zu tun. Das zeigt eine K-Tipp-Stichprobe in 32 Spitälern, Schulen, Restaurants und öffentlichen WCs – immer mit freiem Zugang zum Hahnenwasser fürs Publikum. Heikel ist die Situation in erster Linie in Spitälern: Hier reagieren die Personen oft sehr sensibel auf Hygienemängel und sind deshalb besonders gefährdet.

Fazit der Stichprobe: Bei 18 von 32 Proben aus Basel, Bern, Winterthur und Zürich wurde der in der Hygieneverordnung festgelegte Toleranzwert von 300 Keimen pro Milliliter überschritten. Besonders pikant: Fast alle Spitäler haben sehr schlecht abgeschnitten. Der K-Tipp ist allerdings nicht wie offiziell üblich vorgegangen, sondern hat des Wasser ohne langes Vorspülen und Desinfizieren getestet.

Mit einer Gesamtkeimzahl von 11 200 Keimen pro Millliter (KEB) waren die Werte in einem Restaurant 37-mal so hoch wie der gesetzliche Toleranzwert. Mit 1200 KEB ebenfalls sehr hoch war die Bakterienzahl in einem Schulhaus. Der Grund: Vor allem in älteren Gebäuden hat es häufig Totleitungen, in denen das Wasser stehen bleibt. Verunreinigungen gibts aber auch wegen hausinterner Wasseraufbereitungsanlagen oder unsauberer Siebchen am Wasserhahn.

Neben der Gesamtkeimzahl hat der K-Tipp die Proben auch auf Pseudomonas aeruginosa untersuchen lassen. Diese Krankheitserreger können Magen-Darm-Krankheiten auslösen. Deshalb ist es besonders störend, dass sie auch in einem Spital gefunden wurden. Die Bilanz bei den getesteten Spitälern ist insgesamt miserabel: Einzig im Berner Insel- und im Zürcher Uni-Spital hatte es weniger Bakterien im Wasser als erlaubt.

Unterschiedliche Testmethoden

Der Lebensmittelinspktor lässt das Wasser jeweils mehrere Minuten laufen und entnimmt dann die Probe. Meist werden die Armaturen vorher mit einem Bunsenbrenner desinfiziert. Jemand, der unterwegs durstig einen Schluck Wasser vom Hahnen trinkt oder ein Fläschchen abfüllt, macht das natürlich nicht.

Die Kontrollen durch die kantonalen Labors sollen zeigen, ob das Wasser, das durch das Leitungsnetz bis zum Hausanschluss gelangt, qualitativ einwandfrei ist. Bakteriologische Verunreinigungen im hausinternen Leitungsnetz – etwa durch stehendes Wasser bei Tot- oder Stumpfleitungen oder durch Verunreinigungen der Armaturen – werden also bewusst nicht geprüft.

In den EU-Ländern ist das anders – zum Schutz der Konsumenten gilt dort eine realitätsnähere Regelung. Die Proben werden so entnommen wie bei der -Tipp-Stichprobe: Die Wasserqualität wird also ab Hausanschluss ohne Vorspülen und Desinfektionsmassnahmen unter die Lupe genommen.

Text: Auszug aus dem Bericht im Ktipp vom 17. Oktober 2007

Bild und Legende: foodaktuell