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KURZNEWS 13. November 2007

Ferkelkastration / Verpackungsmesse / Blauzungenkrankheit / Gesündere Milch / Fleischqualität / Schweinefleischmarkt / Alpinavera-Käse: Export nach Japan?

von Foodaktuell Importer

Ferkelkastration: Das Tierwohl ins Zentrum stellen

Die Ausgangslage ist klar: Das neue Tierschutzgesetz schreibt vor, dass ab 1.1.2009 (spätestens ab 1.1.2011) kein Ferkel mehr ohne Betäubung kastriert werden darf. Was sind die Alternativen? An der Schlusstagung von ProSchwein (shl.bfh.ch/index.php?id=846) werden Empfehlungen für Fleischwirtschaft, Produzenten, Grossverteiler, Tierärzte, Behörden, Konsumenten und Tierschutz abgegeben.

Für kagfreiland ist aber schon jetzt klar: Die tierfreundlichste Alternative ist die Ebermast. Das wird auch an dieser Tagung offensichtlich. Die Ferkel werden weder kastriert noch geimpft noch narkotisiert. Sie bleiben unversehrt. kagfreiland beweist mit ihren Bauern und Metzgern seit mehreren Jahren, dass die Ebermast funktioniert. Die Konsumentinnen und Konsumenten geben dem Eberfleisch sehr gute Noten. Natürlich ist das Fleisch frei von unangenehmem Ebergeruch.

«Welches andere Label, welcher Grossverteiler und welche Metzgerei stellt das Tierwohl ins Zentrum und steigt ebenfalls in die Ebermast ein?», fragt kagfreiland-Geschäftsleiter Roman Weibel. kagfreiland setzt sich auch dafür ein, dass die gesetzliche Frist 1.1.2009 nicht auf 2011 verschoben wird. Dazu Roman Weibel: «Wird die Fleischbranche die Fristen bis zum Letzten ausreizen, sodass weitere 2,6 Millionen Ferkel eine qualvolle Kastration ohne Betäubung erleiden müssen?» (Pressemitteilung kagfreiland: 13. Nov. 07)

kagfreiland ist eine gemeinnützige Organisation. Seit 35 Jahren setzen wir uns mit Öffentlichkeitsarbeit, in der Politik, im Markt und mit eigenen Tierprojekten für die artgerechte Tierhaltung ein. kagfreiland ist zugleich ein Label. Wir haben schweizweit die tierfreundlichsten Richtlinien. Natürlich bio. Unsere Bauern zeigen Tag für Tag, dass tierfreundliche Haltung in der Praxis funktioniert.

30 % mehr Besucher an der schweizerischen Verpackungsmesse easyFairs

Die Prognosen bewahrheiteten sich: auch die zweite easyFairs VERPACKUNG Schweiz vom 7. und 8. November 2007 in Luzern war ein Erfolg. 1935 hochqualifizierte Fachbesucher konnten auf dem Messegelände Allmend begrüsst werden. Die Veranstalter hatten somit neben einem Besucherplus von über 30 Prozent auch sehr zufriedene und motivierte Aussteller an der zweitägigen nationalen Messe. Die Mehrzahl der über 100 Firmen verzeichneten viele positive Erstkontakte und konnten Abschlüsse tätigen.

Bereits schlägt sich dieser positive Verlauf bei den Frühbuchungen für die dritte schweizerische Verpackungsmesse nieder, die am 22. und 23. April 2009 in der Messe in Zürich stattfinden wird. 40 Prozent der in Luzern anwesenden Aussteller haben bereits fest reserviert; weitere 10 Prozent haben eine Buchungsoption. Für Gunnar Küchler, Geschäftsführer von easyFairs Switzerland GmbH, ist dies eine angenehme Ausgangslage. «Wir bewegen uns auf Augenhöhe mit den KMUs und dies kommt an. Unser Konzept – kurz, kompakt, kosteneffizient – deckt genau die Erwartungen. Zudem haben uns viele Aussteller in unseren Marketingaktivitäten begleitet.»

Auch Aussteller und Besucher bestätigen die Bedeutung der Messe. Andreas Kilchenmann, Geschäftsführer der Wellpack AG in Einsiedeln, war ein Newcomer an der easyFairs Verpackungsmesse in Luzern. «Ich rechnete eher mit einem sogenannten Familientreffen. Doch das Gegenteil traf ich an: Wir verbuchten viele gute Neukontakte. Zum Teil sind wir regelrecht von Besuchern bestürmt worden.» Beim Geschäftsführer der Prodinger Verpackungen AG in Möhlin, Bernhard Schmidt, haben sich die Annahmen bestätigt. Das Unternehmen machte qualitativ wie quantitativ gute Geschäfte wie letztes Mal. Er ist überzeugt, dass easyFairs in der Schweiz zu einer festen Institution wird. Auch Frank A. Wenzinger, Geschäftsleiter der Ecoline Etikettiertechnik AG in Siebnen, verzeichnete erfreuliche Besucherkontakte mit konkreten Projekten. «Deshalb habe ich sofort eine 3 x grössere Standfläche für die nächste easyFairs Verpackung gebucht.» Ähnliche Echos gab es bei den meisten weiteren Ausstellern.

Bei 85 Prozent der Fachbesucher hat easyFairs die Ziele erfüllt. 52 Prozent werden Produkte von der Messe kaufen und dafür Investitionen in der Grössenordnung von mehr als 10.000 CHF eingehen. Über 45 Prozent der Besucher sind KMU-Inhaber, Geschäftsführer, Einkaufsleiter, Produktionsleiter oder sonst an Kaufentscheidungen in ihren Unternehmen beteiligt. Ergänzt wurde das Ausstellerangebot durch die learnShops, in denen sich Aussteller wie Besucher kostenlos über aktuelle Themen informieren konnten und an der Kaffeebar gab es bei Gratiskaffee gute Gelegenheiten zum Netzwerken.

Seit 1998 ist die auf Fachmessen spezialisierte easyFairs auf dem europäischen Markt tätig. Im Verpackungsbereich ist das Unternehmen der grösste europäische Veranstalter mit 40 Messen in neun Ländern. easyFairs bietet den Ausstellern überall den themenspezifischen Fokus und den Besuchern den Marktüberblick. Auch in Luzern deckte das Angebot alle Bereiche der abpackenden Wirtschaft ab: Packmittel, Verpackungsmaschinen und -technologien, Label- und Markierungs-technik, Verpackungsdesign und -gestaltung, Druckvorstufe sowie Recycling.

Vom 22. bis 23. April 2009 findet die dritte easyFairs VERPACKUNG Schweiz im Messezentrum in Zürich statt. Daneben organisiert easyFairs in Basel am 23. und 24. Januar 2008 die easyFairs MAINTENANCE, eine nationale Fachmesse für industrielle Instandhaltung und Facility Management. Ebenfalls in Luzern findet am 8. und 9. April 2008 die easyFairs SHOP statt: ein Branchentreff für den Schweizer Detailhandel. easyFairs hat seinen Hauptsitz in Brüssel und unterhält Niederlassungen in Deutschland, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Dänemark und Schweden. (easyfairs 13. November 2007)

Blauzungenkrankheit: Weitere Ausbrüche

Aus der Gemeinde Wahlen (Basel-Land) und aus der deutschen Grenzgemeinde Rheinfelden Baden, wird je ein weiterer Fall von Blauzungenkrankheit gemeldet. Die bereits existierende Schutzzone wird deshalb um 12 Gemeinden des Kantons Aargau und 14 Gemeinden des Kantons Jura erweitert. Wiederkäuer dürfen die Schutzzone nicht verlassen, ausser sie werden direkt zur Schlachtung geführt. Die Blauzungenkrankheit ist eine für den Menschen ungefährliche Tierkrankheit.

Die Schutzzone umfasst gegenwärtig Regionen der Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land, Jura und Solothurn. Sie wurde Ende Oktober, nach der Entdeckung des ersten Blauzungen-Falls in der Schweiz, eingerichtet. Bisher sind in der Schweiz drei Fälle zu verzeichnen. Mit weiteren muss aber in den nächsten Tagen oder Wochen gerechnet werden.

Lebende Wiederkäuer dürfen die Schutzzone nicht verlassen – ausser zur direkten Schlachtung mit Genehmigung des Kantonstierarztes. Innerhalb der Schutzzone gibt es keine Einschränkungen im Tierverkehr. In der Schutzzone müssen Massnahmen zum Schutz vor den Mücken, welche die Krankheit übertragen, ergriffen werden – wie zum Beispiel das Aufstallen der Tiere eine Stunde vor der Dämmerung. Alle Massnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung der Tierseuche einzudämmen – durch Vermeidung von Tierbewegungen in die übrige Schweiz und durch Begrenzung des Kontakts der Tiere mit Mücken.

Das Virus der Blauzungenkrankheit wird durch kleine Mücken der Gattung Culicoides übertragen und befällt Wiederkäuer. Der gegenwärtig im Mitteleuropa verbreitete Virustyp führt sowohl bei Rindern wie auch bei Schafen und Ziegen zu Symptomen wie Lahmheit, vermehrtes Speicheln, Schwellungen am Kopf sowie offene Stellen im Maul. Verdächtige Krankheitssymptome müssen sofort dem kantonalen Veterinäramt gemeldet werden. (BVET 9. November 2007)

Streichkäse Boursin verkauft

08.11.2007 – (lid) – Der Lebensmittelriese Unilever trennt sich vom französischen Streichkäse “Boursin”. Der Käse gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft, zitiert die Nachrichtenagentur SDA das Unternehmen. Unilever verkauft Boursin für 400 Millionen Euro an die französische Bel-Gruppe, die beispielsweise “Babybel” und “La Vache qui rit produziert”.

Gras für die Kuh, gesündere Milch für die Konsumenten

08.11.2007 – (lid) – Milch von Kühen, die nur Gras gefressen haben ist wertvoller: Sie enthält mehr Omega-3-Fettsäuren und mehr konjuigierte Linolsäuren (CLA) als Milch von Kühen, die Maissilage oder Kraftfutter verfüttert erhielten.
Zu diesem Schluss kommt eine wissenschaftliche Veranstaltung der Forschungsanstalt Agroscope ALP, der Forscherplattform ProfiLait und der Beratungszentrale Agridea. Auch die botanische Zusammensetzung des Grasfutters beeinflusse das Fettsäurenmuster der Milch, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

Die konjugierte Linolsäure überstehe auch die Verarbeitung und Lagerung. Die Bauern sollten deshalb gemeinsam mit den Verarbeitern die Chance nutzen und Produkte auf der Basis von Grünfutter gegenüber Standardmilchprodukten differenzieren, schreiben die Veranstalter. Diese “naturnahe” Produktion habe nicht nur bei den Konsumenten ein positives Image, sondern sollte auch einen höheren Milchpreis ermöglichen.

Nestlé FoodServices Schweiz mit neuem Direktor

Max Dreussi wurde per 1. Juni 2007 neuer Leiter der Direktion Nestlé FoodServices Schweiz nachdem er die Verantwortung als Nationaler Verkaufsleiter bei Mövenpick of Switzerland Ice Cream intern abgegeben hat.
Durch seine Funktion als Business Executive Manager vertritt Max Dreussi neu den FoodServices auch im Commitée de Direction von Nestlé Schweiz. (Nestlé 8. November 2007)

Teures Fleisch = gutes Fleisch? Was Verbraucher unter Qualität verstehen

(aid) – Wie beurteilen Sie die Qualität von Schweinefleisch? Anhand der Herkunft, der Farbe, des Fettgehaltes oder ist gar der Preis entscheidend? Wie eine Untersuchung im Rahmen einer Dissertation an der Universität Kiel zeigt, ist das Qualitätsverständnis von Verbrauchern sehr unterschiedlich. So nannten die fast 300 Befragten jeweils zwischen 5 und 27 verschiedene Qualitätsmerkmale von Schweinefleisch. Die bedeutendsten Indikatoren für eine hohe Fleischqualität sind dabei der Schlachter als Einkaufsstätte und ein hoher Preis. Verbraucher, die auf den Preis und das Aussehen des Produktes achten, kaufen häufiger konventionell als ökologisch erzeugtes Schweinefleisch. Hat für einen Verbraucher jedoch die Lebensmittelsicherheit einen höheren Stellenwert, greift er eher zu Bio-Fleisch.

In die subjektive Qualitätsbeurteilung fließen neben solchen erfahrungsbasierten Gedächtnisinhalten aber auch aktuelle Informationen ein, die der Verbraucher während des Einkaufs wahrnimmt. Deshalb führten die Wissenschaftler eine zweite Befragung direkt in den Einkaufsstätten durch. Dabei stellte sich heraus, dass bei Schweinefleisch im moderaten Preisniveau, zum Beispiel Gulasch, vor allem das Herkunftszeichen und die Marke ausschlaggebend sind. In Verbrauchermärkten entscheiden vor allem die Farbe und der sichtbare Fettgehalt über den Kauf. Beim Discounter spielen Herkunftszeichen nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend sind hier der sichtbare Fettgehalt und Gütesiegel.
(aid, Thomas Hanenberg 7. November 2007)

EU-Schweineproduzenten verlieren auf dem Weltmarkt an Boden

07.11.2007 – (lid) – Laut Prognosen dürfte der Weltmarkt für Schweinefleisch weiter kräftig wachsen. Die europäischen Produzenten werden jedoch Marktanteile verlieren.
Dies prognostizierte Knud Buhl vom dänischen Fleischvermarkter Danske Slagterier gestern auf der 16. Fachtagung “Vieh und Fleisch” des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV). Vor allem in Asien fragen Millionen Konsumenten mit steigenden Einkommen immer mehr Schweinefleisch nach. Die europäischen Produzenten hätten jedoch aufgrund des weitgehenden Verzichts auf die Grüne Gentechnik höhere Futtermittelkosten als ihre Konkurrenten in den USA, zitiert der österreichische Agrarpressedienst AIZ Buhl.

Der Däne zitierte eine Studie der Europäischen Kommission, wonach die Schweinefleisch-Produktion in der Europäischen Union um knapp ein Drittel zurückgehen wird, wenn die EU an ihrer restriktiven Gentechnik-Politik festhält. Grund sei, dass beispielsweise die Mäster in den USA wesentlich preiswertere Futtermittel einsetzen können. Seit 2002 haben die USA ihren Schweinefleisch-Export um 85 Prozent auf 1,4 Millionen Tonnen im Jahr 2007 gesteigert, während die EU-Ausfuhren im gleichen Zeitraum um fünf Prozent auf 1,3 Mio. Tonnen gesunken sind.

Buhl erwartet zumindest für Dänemark einen rasanten Strukturwandel. Von den derzeit fast 8’000 Schweineproduzenten werden nach seiner Prognose im Jahr 2015 nur noch 1’500 übrig sein. DRV-Präsident Manfred Nüssel forderte, die Vorteile der Grünen Gentechnik stärker zu kommunizieren. Allerdings sieht Nüssel laut AIZ gute Aussichten, aufgrund der gestiegenen Lebensmittelpreise in der festgefahrenen Gentechnik-Debatte ein Stück weiterzukommen.

Schweizer Bergkäse schon bald in Japan zu kaufen?

alpinavera, die Vermarktungsplattform für Alp- und Bergprodukte aus den Kantonen
Uri, Glarus und Graubünden streckt die Fühler nach Japan aus. Lebensmittelprodukte aus dem Alp- und Berggebiet sind in aller Regel teurer als
Mitbewerberprodukte aus dem Flachland. Die kleinräumige Landwirtschaft, schwierige
klimatische Bedingungen, kleine Verarbeitungsbetriebe sowie eine aufwändige Logistik sind dafür
verantwortlich. Die Konsequenz daraus ist eine Fokussierung der Lebensmittelproduktion auf
Spitzenprodukte, die dank ihrer Qualität und geschmacklichen Eigenständigkeit ein
Liebhaberpublikum für sich gewinnt, das den Mehrpreis für mehr Qualität auch zu zahlen bereit
ist. Dieses Publikum gibt es in der Schweiz, allerdings nur als kleines Marktsegment.
alpinavera betrachtet es deshalb als notwendig, im Export Abnehmer für Schweizerische
Spitzenqualität aus den Bergen zu finden.

Am 5. und 6. November 2007 begrüsste alpinavera aus
diesen Überlegungen heraus Repräsentanten der japanischen Provinz Niigata und der Stadt
Itoigawa. Die Delegation, bestehend aus Vertretern von Handel, Industrie, Tourismus und Politik
konnten während dieser zwei Tage alpinavera Vertragspartner in allen drei Kantonen besuchen
und reisen mit dem Auftrag zurück nach Japan, erste Handelsbeziehungen für den Verkauf von
Alp- und Bergprodukte nach Japan einzuleiten.

Um die wirtschaftliche Vielfalt und Möglichkeiten der alpinavera Kantone zu vermitteln, fanden
neben den Betriebsbesuchen bei Lebensmittelhandwerkern auch Treffen mit Amtsvertretern aus
den Kantonen Graubünden und Glarus statt. Markus J. Haltiner vom Amt für Wirtschaft und
Tourismus Graubünden begrüsste die Gruppe in Chur zu einem Informationsaustausch. Im
Kanton Glarus nutzte Stefan Elmer von der Wirtschaftsförderung Glarus die Gelegenheit, den
Gästen aus Japan den Kanton zu präsentieren.