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MARKTPLATZ: Dichtheit bei Schutzgas-Verpackungen

von Foodaktuell Importer


Eine zuverlässige Leckagenprüfung bei unter Schutzgas verpackter Ware verspricht ein neues Gerät – bei hoher Abpackgeschwindigkeit.

Ein Damoklesschwert hängt über allen Herstellern von Lebensmitteln, die mit Schutzgas verpacken: Reklamiert der Kunde die Haltbarkeit der gelieferten Ware oder droht gar ein Rückruf, steht weit mehr als der Wert der Retoure auf dem Spiel.

Aus diesem Grund setzen nahezu alle Produzenten auf Prüfverfahren, um undichte Verpackungen noch vor der Auslieferung zu entdecken. Sind nämlich “Luftzieher” in der Verpackung, entweicht die Schutzatmosphäre und das Produkt verdirbt binnen kurzer Zeit.

Besonders tückisch sind kaum sichtbare Krümel, Soßen oder Fettspritzer auf der Siegelnaht. Je nach Risikobereitschaft des Unternehmens werden Stichproben gezogen oder der gesamte Vorzug geprüft. Für beide Ansätze hat die Industrie geeignete Geräte und Verfahren entwickelt. Die Prüfung findet entweder manuell außerhalb der Linie (“offline”) oder automatisch in der Packstraße integriert (“inline”) statt.


Prüfung mit dem Wasserbad


Als simpelste Methode für gelegentliche Einzelprüfungen gilt das Wasserbad: Die zu prüfende Einheit wird darin von Hand versenkt – steigen Blasen auf, leckt die Verpackung. Ein preiswertes Verfahren, aber für den profunden Leckagentest wenig brauchbar. So sind beispielsweise Mikro-Perforationen nicht immer (sofort) erkennbar oder Luftblasen, die aus der Haut des Prüfers diffundieren, werden fälschlicherweise dem Produkt zugeschrieben.

Dennoch ist es für Nischen-Anwendungen akzeptabel und hat zudem den Vorteil, dass kein Spurengas benötigt wird. Dadurch eignet sich diese Prüfmethode zum einen als Ergänzung zu CO2-Prüfung – denn sie zeigt, wo das Leck ist – zum anderen können auch Verpackungen geprüft werden, die kein CO2 enthalten.


Sensorische Prüfung


Feinere Verfahren arbeiten mit Spürgasen. Entsprechende Geräte auf Basis von teurem Helium oder gefährlichem Wasserstoff sind aus benannten Gründen nicht in allen Betrieben willkommen, zudem müssen Spürgase auch zusätzlich eingebracht werden.

Die Prüfung mit CO2 gilt als die bessere Alternative: Das Gas wird ohnehin in den meisten Fällen für die Kontrolle des Schimmel- und Bakterienwachstums benötigt, und ist vergleichsweise unkompliziert und gefahrlos in der Handhabung. Andererseits erzeugen manche Lebensmittel selbst CO2, das gemessen werden kann – ein ideales Prüfgas also.

Die Messgeräte arbeiten mit Kammern, in die das Produkt einzeln oder im Sammelgebinde eingelegt wird. Im erzeugten Vakuum spüren CO2-Sensoren selbst kleinste Gasaustritte bis zu einem ppm (parts per million) auf. Das geschieht berührungslos und zerstörungsfrei, es fällt also kein Ausschuss an. Leistungsstarke Geräte bieten Reaktionszeiten von nur einer Sekunde und müssen nicht einmal kalibriert werden.


Was kostet eine Retoure?


Bislang setzen die meisten Betriebe auf ein zentrales Prüfgerät, das abseits der Verpackungslinien (“offline”) für Stichprobenkontrollen eingesetzt wird. Ob dies ausreicht, muss individuell beurteilt werden: Fertigungsexperten schätzen den Anteil falsch verpackter Ware auf 3 bis 5 Prozent im Branchendurchschnitt.

Es ist letztlich ein Rechen-Exempel: Generell gilt die Überlegung, wie viel Ausschuss zwischen zwei Prüfungen anfallen kann bzw. wie hoch die Kosten einer Rücksendung vom Kunden sind. In den meisten Fällen rechnet sich die Qualitätskontrolle tatsächlich schon mit der ersten, noch rechtzeitig entdeckten Fehlproduktion. Zumal: Käme es zur Auslieferung und Retoure, der Imageschaden für den Lieferanten wäre kaum bezifferbar.

Doch wie kurz die Prüffrequenz auch ist: Wer seinen Kunden durchgängig einwandfreie Ware ausliefern will, kommt an einer lückenlosen Kontrolle des gesamten Abzugs einer Verpackungsmaschine nicht herum. Dies wäre sicherlich offline zu bewerkstelligen, doch dürften Organisation und Personalaufwand beträchtlich sein.


Leckagentest in der Linie


Deshalb setzen nicht nur Betriebe im Premium-Sektor und die Lieferanten großer Handelsketten zunehmend auf die Kontrolle ihrer gesamten Produktion. Seit etwas mehr als einem Jahr liefert die Industrie auch die technischen Vorraussetzungen dafür.

Das deutsche Unternehmen Witt-Gasetechnik ist in der Lage, zuverlässige CO2-Lecktests in der Linie mit einer Geschwindigkeit von bis 15 Takten pro Minute durchzuführen. Die Geräte mit dem Handelsnamen “Leak-Master® Mapmax” arbeiten mit allen Tiefzieh-Verpackungsmaschinen zusammen. Geprüft wird der komplette Vorzug der Maschine. Bei Schlauchbeuteln sind Prüfungen ganzer Umkartons möglich. Produktzuführung, Messung und Übergabe der Ware an die nachgelagerte Station laufen vollautomatisch.

Die Geräte können über einen potentialfreien Kontakt mit Pushern gekoppelt werden, um Ausschuss ohne menschliches Zutun auszusortieren. Alle Messdaten stehen zur weiteren Auswertung oder als Protokoll zum Qualitätsnachweis dem Kunden gegenüber zur Verfügung.

Mit der Verfügbarkeit vollautomatischer “inline”-Prüfgeräte, die den Anforderungen der Verpackungsmaschinen entsprechen, hat die Qualitätssicherung ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Jeder Lebensmittelhersteller ist damit in der Lage, dem Handel ein unbedingtes Leistungsversprechen für Spitzenqualität abzugeben – und sich selbst einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen.
(Quelle: WITT-Gasetechnik GmbH & Co. KG)